Wie sichere ich die Finanzierung meines Forschungsprojekts?
Antworten gab es beim Workshop von HE-Personal am 20. Mai.
Die Teilnehmer:innen von HE-Personal hatten sich das Thema “Fördermittel beantragen” mit großer Mehrheit ausgesucht. Das Projektteam war dem Wunsch gefolgt und hatte Ralf Colin, Leiter des Referats Forschung und Transfer (RFT), für einen Workshop gewinnen können. Er informierte nun die 20 anwesenden Promovierende und Postdocs, wo und wie sie erfolgreich Fördermittel beantragen können.
Übersicht über Förderprogramme
Die Hochschule Esslingen arbeitet traditionell gern mit kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) aus der Region zusammen, begann Colin. Aber auch themenoffene Förderausschreibungen ohne Industriebeteiligung kommen in Betracht. Für kleine Projekte im technischen Sektor würden sich KMU-Förderprogramme anbieten, wie zum Beispiel die Innovationsgutscheine des Landes Baden-Württemberg. Diese könnten mit vergleichsweise wenig Aufwand, zeitnah und jederzeit beantragt werden. Beim Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) hat die Hochschule seit vielen Jahren Erfahrung; die Erfolgsquote sei hoch, erklärte Colin.
Auch Postdocs können eigene Anträge stellen, etwa über das Eliteprogramm der bw-Stiftung. Potenzielle Fördermittelgeber stellt das RFT in seiner Intranet-Datenbank zusammen.
Professorin Gabriele Gühring, Prorektorin für Forschung und Transfer, betonte in ihrer Begrüßung einen besonderen Vorzug der HE im manchmal recht komplexen Antragsdickicht:
„Die Wege an der Hochschule sind kurz. Wir haben mit dem Programm HE-Personal Möglichkeiten geschaffen, dass sich auch der wissenschaftliche Mittelbau schnell und unkompliziert über Fördermöglichkeiten informieren kann“.
Fallstricke beachten
Selbst die besten Ideen können an den Mühen der (Antrags-)Ebene scheitern. So muss die Projektidee sauber zur gewählten Förderlinie passen; auch will die wirtschaftliche Perspektive klar formuliert sein. Die RFT-Experten unterstützen die Antragstellenden dabei, solche Fallstricke zu vermeiden. KI-gestützte Markt- und Technologierecherchen etwa können frühzeitig belastbare Argumente für die Förderfähigkeit liefern.
Colin unterstrich die Bedeutung formaler Antragskriterien:
„Die Gutachter:innen auf Seiten der Förderer sind rar. Sie müssen effizient arbeiten können und sieben alles aus, was formal nicht stimmt - auch wenn die Projektidee noch so gut ist“.
Frühzeitig Kontakt aufnehmen
Das Team Antragstellung – neben Ralf Colin gehören Birte Streiter und Romy Heße dazu – unterstützt Forschende von Beginn an: bei der Recherche geeigneter Förderlinien, im Austausch mit Projektträgern sowie beim Matchmaking mit möglichen Kooperationspartner:innen.
Für eine optimale Bearbeitung empfiehlt das RFT, Projektideen mindestens 20 Arbeitstage vor der Antragsfrist über die Drittmittelanzeige anzumelden.
Auch die Koordination bewilligter Drittmittel obliegt dem RFT. Die Abteilung Drittmittelmanagement begleitet unter anderem bei Dokumentation, Mittelverwaltung und Berichtspflichten.
FAQ: Ausland, Reisekosten, Kalkulation
In der Fragerunde kam das Thema Auslandsförderung auf. Die Programme des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) seien zwar „wahnsinnig komplex“, so Colin, jedoch flankiere das RFT solche Anträge. Professor Siegfried Zürn vom International Centre and Graduate School (IC) sei hierfür ein ausgewiesener Experte.
Auch Postdocs, die einen Einsatz im Ausland finanziert bekommen möchten, werden beraten.
Weitere Fragen stellten die Teilnehmenden zu Reisekosten, Open-Access-Förderungen oder Konferenzgebühren wurden thematisiert. Grundsätzlich lohne es sich immer nachzufragen, welche Kosten förderfähig sind. Das RFT unterstütze auch hierbei bei der Antragstellung.
Für Kalkulationen stellt das Referat zudem Vorlagen und Tabellen bereit.
Am Ende tauschte man sich noch an Stehtischen aus, kam ins Gespräch mit den Expert:innen des RFT und begann mit Keksen und Obst auch das manchmal doch etwas zähe Thema Fördermittel zu verdauen. Klein ist das Thema gewiss nicht - ein Projektteilnehmer brachte es auf diese Formel:
"Von meiner Arbeitszeit an der Hochschule ist ein Drittel für meine Dissertation reserviert, ein Drittel für die Lehre und ein Drittel für Fördermittelanträge".
Das Team von HE-Personal bedankt sich für die rege Teilnahme und wünscht viel Erfolg bei der Antragstellung!

