Suchtprävention ohne erhobenen Zeigefinger

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Das gemeinsame Präventionsprojekt eCHECKUP-Alkohol der Hochschule Esslingen und der BARMER ist eine landesweite Erfolgsgeschichte. Jetzt hat auch die Pädagogische Hochschule Freiburg das Programm eingeführt und berät zum Thema schädlicher Alkoholkonsum.

Mona Bochtler, Clarissa Fluck und Anna Peikert haben am Mittwoch viel zu tun: Sie sprechen Studentinnen und Studenten an der Pädagogischen Hochschule in Freiburg an und beraten zum Thema Alkohol. Die drei jungen Frauen haben so genannte Rauschbrillen dabei, die sie zum Ausprobieren an Interessierte geben. Wer eine Brille aufsetzt, erhält einen Eindruck, wie sich das Sehvermögen unter Alkoholeinfluss verändert. Schon bei 0,5 Promille Alkohol können die Testpersonen nicht mehr gerade laufen oder unfallfrei einen Parcours bewältigen. "Das gibt einem schon zu denken", sagt Sarah, die gerade den Test absolviert hat.

Party oder Problem?

Die Szene ist Teil eines neuen Programms, das die Pädagogische Hochschule Freiburg anbietet, um ihre Studierenden vor schädlichem Alkoholkonsum zu schützen. Party oder Problem? Unter diesem Motto bietet der eCHECKUP-Alkohol eine Kombination aus einem anonyem Online-Präventionsprogramm und der Aufklärung durch studentische Peer-Beraterinnen und Berater. Studierende können das Programm nutzen, um online ein persönliches Risikoprofil des eigenen Alkoholkonsums zu erstellen. Das Programm weist auf riskantes und schädliches Trinkverhalten hin und informiert über gesundheitliche Folgen.

Der eCHECKUP-Alkohol ist ein gemeinsames Präventionsprojekt der Hochschule Esslinngen und der BARMER. Neben der PH Freiburg setzen auch die Hochschulen in Esslingen und Furtwangen, die DHBW Stuttgart und die Universität Ulm auf die Prävention. Der Bedarf für ein solches Programm sei vorhanden, sagt der Regionalgeschäftsführer der BARMER in Freiburg, Jonas Zinser. "Der Alkoholkonsum von Studierenden ist deutlich höher als der von Nichtakademikern. Mit Beginn des Studiums nimmt der Stress oft zu, Alkohol wird zum Entspannen konsumiert oder als Belohnung nach einer Prüfung. Gleichzeitig sind Studierende gegenüber traditionellen Hilfsangeboten wie der Suchtberatung nicht aufgeschlossen", sagt er.

Prävention ohne erhobenen Zeigefinger

Das eCHECKUP-Alkohol basiert auf einem Programm der San Diego State University. Es wurde von der Hochschule Esslingen adaptiert und evaluiert. Die Esslinger Forschungsgruppe konnte in einer Studie mit 981 Teilnehmern nachweisen, dass Studierende, die am Programm teilgenommen hatte, nach sechs Monaten weniger Alkohol konsumierten als Kommilitonen, die das Programm nicht absolviert hatten.

"Das Präventionskonzept stößt bei Hochschulen aller Typen auf sehr gute Resonanz. Die gewonnenen Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt werden wir nun weiteren Hochschulen auf Bundesebene zur Verfügung stellen", so Michael Braun, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege der Hochschule Esslingen. Bis zum Jahr 2030 wollen die Esslinger und die BARMER den eCHECKUP-Alkohol deutschlandweit an 30 Hochschulen einführen.

Zum Präventionsprogramm eCHECKUP-Alkohol

 

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Christiane Rathmann
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