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Esslinger Absolvent verbessert die Sicherheit im Klettern

Hochschule Maschinen und Systeme

Kreative Lösungen – durch gelebte Innovationskultur im Kunststofflabor der Hochschule Esslingen

Lukas Müller, 25-jähriger Absolvent des Studiengangs Maschinenbau an der Hochschule Esslingen, geht seiner großen sportlichen Leidenschaft, dem Klettern, nach und entwickelt daraus eine kreative Lösung, die die Sicherheit im Klettern entscheidend verbessern soll. In ersten Tests in der Autowerkstatt seines Vaters entsteht ein Prototyp, der auf einem von drei Maschinenbaustudenten entwickelten Fallprüfstand weiterentwickelt und praxisnah validiert wurde – ein Patent soll im kommenden Jahr folgen.

Die anfängliche Idee

Er saß eines morgens im Hörsaal der Hochschule Esslingen, um Thermodynamik zu lernen und dachte sich: "Was könnte ich für das Klettern erfinden um diese tolle Sportart noch besser und damit sicherer zu machen?"

Da kam der Geistesblitz einer Vorrichtung, welchen den Kletterer schützt, sollte diese unter ungünstigen Bedingungen derart ins Seil fallen, dass er womöglich schwere Verletzungen davontragen würde. Physikalisch gesprochen: Das Gerät muss dafür bei jedem stärkeren Sturz eines Kletterers die Energie des freien Falles so umwandeln, dass aus einem ruckartigen und gefährlichem Abbremsen stattdessen ein sanftes und sicheres wird.

Die Umsetzung: Ein erster Prototyp entsteht

Im Laufe der Folgemonate ließ ihn dieser Gedanke nicht mehr los und es entstanden hunderte möglicher Ausführungen, wie ein solches Gerät gestaltet werden könnte. Schließlich im ersten Lockdown platzte der Knoten und er glaubte, ein technisches System gefunden zu haben, welches wirklich das Potential hat, auf neuartige Weise als erfolgreiches Produkt viele Kletterer vor gefährlichen Unfällen zu schützen.

In der Autowerkstatt des Vaters entstand ein erster rudimentärer Prototyp zum Testen. Ein vier Kilogramm schwerer und klobiger Stahlklotz. Da er keinen Zugang zu entsprechenden Prüfeinrichtungen hatte, testete er das Gerät zuerst am eigenen Körper in einer Heuscheune - glücklicherweise ohne Verletzungen davon zu tragen - und somit gewissermaßen erfolgreich. Trotz dieser ersten positiven Erkenntnisse, war aber auch klar, dass unter diesen Rahmenbedingungen niemals wirklich ein erfolgreiches Produkt entwickelt werden könnte.

Mittlerweile nicht mehr an Hochschule Esslingen, suchte Lukas Müller Möglichkeiten, an der Entwicklung seiner Erfindung weiterzuarbeiten. Immer bekam er die gleiche stereotype Antwort: "Fragen Sie nicht mehr nach. Hier wird man ihre Idee nicht unterstützen."

Unterstützung von Professor und Gründerscout Maschinenbau

Schließlich erinnerte er sich an Prof. Dr. Wolfgang Guth - Gründerscout Maschinenbau der Hochschule Esslingen, den er im vierten Semester im Rahmen seiner Projektarbeit bei einer ähnlichen Aufgabe kennenlernte und fand ein offenes Ohr. Dort traf er wieder auf die unterstützende Kultur, wie er sie aus dem Bachelorstudium aus seiner Projektarbeit im vierten Semester kannte.

Professor Guth förderte das Projekt über das Labor Kunststofftechnik und vermittelte weitergehende Kontakte zu GründES!, der Start Up Initiative der Hochschule. GründES! beriet bezüglich Fundraising, Gründung eines StartUps und weiterer strategischer Aspekte. Letztlich fehlte noch ein entsprechender Prüfstand, auf dem man mehrere Meter tiefe Stürze einer Person simulieren konnte, um die entwickelten Prototypen auf ihre Funktion zu testen und zu analysieren. Und was macht man in Esslingen, wenn einem ein Prüfstand fehlt? Man baut einen. So entstand innerhalb eines Semesters mit drei Maschinenbaustudenten aus dem vierten Semester in einer Projektarbeit unter der Betreuung von Prof. Guth ein Prüfstand für Sturzversuche.

Die Projektstudenten Alois Josef Krämer, Lorenz Maxim Hummel, Luis Miguel Henriques waren Feuer und Flamme für das Thema und setzen den Fallprüfstand engagiert und motiviert in die Realität um. Somit konnte problemlos der neueste Prototyp auf dem Prüfstand getestet und erfolgreich die Leistungsfähigkeit der Idee nachgewiesen werden.

Zusammenarbeit mit der Firma Edelrid

Mit dem so entwickelten Prototyp und den Testergebnissen im Gepäck geht Lukas Müller zu der Firma Edelrid ins Allgäu und stellt seine Erfindung vor. Edelrid bekannt als sehr innovative Firma im Bergsport und immer auf der Suche neuen Lösungen für die Kletter- und Arbeitssicherheitsbranche erkannte sofort das Potential der Erfindung. Man einigte sich auf die Rahmenbedingungen und im April 2021 wurde Lukas Müller Teil des Entwicklungsteams bei Edelrid, wo er weiter an der Entwicklung seiner Erfindung arbeitet und in Serienreife umsetzt. Und schließlich ist sogar Thermodynamik, jenes Studienfach von welchem er sich beim Lernen in der Hochschule ablenken wollte, mittlerweile ein wichtiger Bestandteil bei der Entwicklung des Produktes.

Für das weitere Jahr erwartet Lukas Müller die Anmeldung des Patents für sein neues Wirkprinzip der Erfindung und möchte damit die Grundlage schaffen, mit seinem neuen Arbeitgeber mehrere Produkte zur Erhöhung der Sicherheit beim Klettern im Markt zu lancieren.

Prof. Guth: „Wir vermitteln unseren Studierenden nicht nur ein umfangreiches Fachwissen, sondern geben auch Hilfestellung bei der Umsetzung zum Beispiel von innovativen Ideen in die Praxis. Eine heutzutage sehr wichtige Schlüsselqualifikation und Eintrittskarte, um die Berufschancen und -möglichkeiten unserer Absolventinnen und Absolventen zu erhöhen.“

Pressefotos zum Download

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Christiane Rathmann
M.A. Christiane Rathmann