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Einen Schritt voraus – Suchtprävention bei Geflüchteten

Forschung - Hochschule - Fakultäten

Forschungsprojekt PraeWi untersucht, wie sich Abhängigkeit bei geflüchteten Menschen in Gemeinschaftsunterkünften vermeiden lässt. Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt mit 550.000 Euro.

Eine Flucht aus einem anderen Land ist – für jeden vorstellbar – ein einschneidendes und oft traumatisches Erlebnis. Um Erinnerungen und schlechten Erfahrungen zu entkommen, ist der Weg in die Abhängigkeit für Menschen mit Fluchterfahrung oft nur kurz.

Das Forschungs- und Entwicklungsprojekt „PraeWi“ der Hochschule Esslingen greift das Problem auf, bevor die Sucht beginnt. In dem auf vier Jahre angelegten Projekt erforscht das Team der Hochschule Esslingen im Schulterschluss mit Fachkräften aus der Praxis und geflüchteten Menschen, was in Sachen Suchtprävention in Gemeinschaftsunterkünften getan werden kann.

„Gerade beim Ankommen sind geflüchtete Menschen durch Faktoren vor und während ihrer Flucht besonders gefährdet. Bisher gibt es nur wenige Forschungsprojekte und Angebote auf diesem Feld. Wir ermitteln den Bedarf und die Ressourcen, die für eine Prävention nötig und vorhanden sind. Außerdem erarbeiten und erproben wir ein Konzept, das verschiedene Bausteine in der Suchtprävention vereint, wie beispielsweise Onlineprävention, Gesundheitskommunikation und Fachkräfteschulung. Das Konzept soll bundesweiten Einsatz finden“, sagt Prof. Dr. Marion Laging, Prorektorin für Lehre und Weiterbildung und Projektleiterin.

Übergreifendes Ziel des Projekts ist ein selbstbestimmter und verantwortungsvoller Umgang mit Suchtmitteln. Das Team möchte dabei unterstützen, ein Präventionskonzept für die Geflüchteten zu schaffen, um sie vor riskantem Konsum zu schützen und dafür zu sorgen, dass sie bessere gesundheitliche Chancen haben. Nach etwa zwei Jahren Projekt stehen nun die ersten Zwischenergebnisse fest. Dazu gehören erste Ergebnisse aus der qualitativen Forschung, in der Interviews mit Fachkräften und geflüchteten Menschen geführt wurden sowie erste entwickelte Präventionsmaßnahmen.

Von der Theorie in die Praxis

„Das Besondere an dem Projekt ist die Zusammenarbeit von Forschung und Praxis und das in den Blick nehmen ungünstiger Rahmenbedingungen. Bei allen Projektphasen sind geflüchtete Menschen systematisch beteiligt. Sie sind aktiv in Arbeitsgruppen, aber auch im Steuerungskreis, der über die strategische Steuerung des Projekts entscheidet. Der Steuerungskreis trifft sich vierteljährlich und besteht neben dem Hochschulteam und Fachkräften aus Stuttgart auch aus geflüchteten Menschen“, berichtet Denis Bieler, Sozialarbeiter der Flüchtlingsberatung „Arbeitsgemeinschaft für die eine Welt“ und Mitglied im Steuerungskreis von PraeWi. 

Das Projekt legt einen Fokus auf Gemeinschaftsunterkünfte und auf die Partizipation geflüchteter Menschen. Es wird nicht über, sondern mit den Menschen, um die es im Projekt geht, geforscht und gemeinsam das Präventionskonzept entwickelt. Das Team untersucht, welche Faktoren die Suchtgefahr beeinflussen. Hierbei wird das Verhalten der Menschen in den Blick genommen, aber auch die Strukturen und die Umgebung, in der sie leben.

Aktuelle Projektphase

Momentan beschäftigt sich das Team mit der Entwicklung und Ausgestaltung einzelner Präventionsmaßnahmen, eines sogenannten Multi-Komponenten-Präventionskonzeptes. Das Konzept umfasst beispielsweise Informationsvideos, Podcasts oder Workshops, die in Arbeitsgruppen mit geflüchteten Menschen entwickelt werden. In den Produktionen werden Themen wie „Was ist Sucht?“ und „Wie bekomme ich Hilfe?“ angesprochen. Das Team strebt weiterhin eine Vernetzung der Fachkräfte in ganz Deutschland an.

Leitung und Kooperationen

Das Projekt PraeWi „Präventionsmaßnahmen und Wissenstransfer innerhalb der Sozialen Arbeit bezüglich riskanten Substanzkonsums für Menschen mit Fluchterfahrungen in Übergangswohnheimen“ wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung mit ca. 550.000 Euro gefördert. Gestartet ist das Projekt Ende 2019, es läuft bis September 2023.

Die Projektleitung hat Prof. Dr. Marion Laging, Prorektorin für Lehre und Weiterbildung, inne. Co-Leiter ist Prof. Dr. Thomas Heidenreich von der Fakultät Soziale Arbeit, Bildung und Pflege. Als wissenschaftliche Mitarbeitende unterstützen Jonathan Uricher und Miriam Lorenz das Projekt.

Kooperationspartner und Mitantragssteller ist das Sozialamt Stuttgart. Im Projekt sind außerdem zahlreiche Träger der Flüchtlingshilfe vernetzt. Die Universität Witten-Herdecke steht in Kooperation mit der Hochschule Esslingen für die Betreuung einer Promotion in diesem Themenbereich zur Verfügung. Auch ein Steuerungskreis und ein Beirat, bestehend aus Fachkräften aus Wissenschaft und Praxis und geflüchteten Menschen, unterstützen das Projekt tatkräftig.

Das Projekt PraeWi fällt unter die Förderrichtlinie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung „Lebensqualität durch soziale Innovationen (FH-sozial)“, das Forschung und Innovationen zur Verbesserung der Lebensqualität und gleichwertige Lebensverhältnisse fördert.

Weitere Informationen

Fakultät Soziale Arbeit, Bildung und Pflege

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