Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Ruoff geht von Bord

Maschinen und Systeme

Dass ein Maschinenbau-Absolvent des Jahres 2019 nicht nur fundierte Kenntnisse in Konstruktion und Mechanik benötigt, sondern auch in Elektrotechnik und Informatik fit sein muss, dürfte allgemein bekannt sein. Um diese Kenntnisse zu vermitteln, braucht eine Fakultät Maschinenbau Elektrotechniker, die einen Bezug zum und praktische Erfahrungen im Maschinenbau mitbringen und die Studierenden für anspruchsvolle Fächer wie Regelungs-, Steuerungs- oder Messtechnik begeistern können. Kurzum – es werden Kollegen wie Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Ruoff benötigt, der mit Ablauf des Wintersemesters 2018/19 nach 53 Semestern in den verdienten Ruhestand ging.

Wolfgang Ruoff, geboren 1953 in Heilbronn, studierte nach Abitur und Grundwehrdienst Elektrotechnik an der Universität Stuttgart. Ab 1980 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Fakultät Maschinenbau am renommierten Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen (ISW) der Uni Stuttgart. 1989 promovierte er bei Prof. Dr.-Ing. Günter Pritschow mit dem Thema „Optische Sensorsysteme zur On-line-Führung von Industrierobotern“.

Von 1988 bis 1992 war Dr. Ruoff Mitarbeiter der AEG am Standort Böblingen im Fachbereich Produktionsautomatisierung und war im Arbeitsgebiet NC-Systeme verantwortlich für die Entwicklung von Steuerungen für Roboter und Werkzeugmaschinen sowie von Fertigungsleitsystemen. Zum Wintersemester 1992/93 folgte er dem Ruf der FHTE und übernahm im Fachbereich Maschinenbau/Produktionstechnik die Lehrgebiete Automatisierungstechnik, Rechnereinsatz in Fertigung, Materialfluss und Logistik sowie Elektronik.

Nach der Neuorganisation des Maschinenbaus wurde Prof. Ruoff 1997 zum Leiter des neu gegründeten Labors Produktionsautomatisierung (LPA) gewählt. Um die wachsende Bedeutung der Automatisierungstechnik abzubilden, die Verkettung von Werkzeugmaschinen und Robotern darzustellen und um Personal einzusparen, wurde das LPA 1998 mit dem Labor für Werkzeugmaschinen (LWZ) fusioniert. Die Leitung des neuen Labors für Werkzeugmaschinen und Automatisierung (LWA) wurde Wolfgang Ruoff übertragen.

Durch Verlagerung der Fakultät Elektrotechnik an den Standort Göppingen wurde es notwendig, einige fachliche Aufgaben in die Zuständigkeit der Fakultät Maschinenbau zu übernehmen. Deshalb wurden 2004 die Aktivitäten der Umform- und der Zerspanungstechnik im Labor LUZ zusammengelegt.

Unter dem Kürzel LAR  (Labor für Automatisierung, Robotik und Antriebssysteme) wurden ab diesem Zeitpunkt die Arbeitsgebiete Automatisierungstechnik, Robotertechnik, Steuerungs- und Regelungstechnik, Elektronik, Antriebstechnik, Messtechnik und Sensortechnik zu einem neuen Labor zusammengefasst. Leiter dieses Labors war Prof. Ruoff bis zum 28.02.2019 .

Durch Berufung der Professoren-Kollegen Armin Horn, Ralph Schmidt, Sascha Röck und Tobias Kempf wurden diese Arbeitsgebiete auf eine breitere personelle Basis gestellt. Schritt für Schritt war es möglich  eine hervorragende Ausstattung zu beschaffen und das fachliche Arbeitsgebiet mit aktuellen Entwicklungen zu erweitern.

Aktuelles Highlight (auf Initiative von Prof. Horn) ist sicher die komplette Abbildung der Prozesskette Blech vom CAD-Modell über das Laserschneiden/-schweißen, das Abkanten bis zum Laserbeschriften – realisiert auf Maschinen des Weltmarktführers TRUMPF. Mit dem 2017 in der Fakultät Maschinenbau neu gegründeten Virtual Automation Lab (VAL, Prof. Röck)) besteht eine enge Zusammenarbeit z.B. im Bereich Digitaler Zwilling oder Smart Factory Data und Simulation.

Praxisnahe Laborübungen und enge Abstimmung mit der Industrie waren Wolfgang Ruoff immer sehr wichtig. Davon zeugt auch seine langjährige Mitwirkung im Industriebeirat der Fakultät Maschinenbau, die zu zahlreichen Anregungen für die Weiterentwicklung der Curricula führte. Mit Prof. Ruoff verlässt ein allseits geschätzter Fachmann für alle Facetten der Automatisierungstechnik die Fakultät Maschinenbau. Dekan Prof. Dr.-Ing. Steffen Greuling dankte Prof. Ruoff für sein langjähriges großes Engagement in Lehre und Forschung und die gute kollegiale Zusammenarbeit. Die besten Wünsche der Fakultät Maschinenbau und der gesamten Hochschule begleiten Wolfgang Ruoff in den Ruhestand!

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