Abschlusskongress „Land in Sicht!“
& Fakultätstag SAGP

Land in Sicht!

Demokratiegestaltung innovativ qualifizieren

 

Termin

14. November 2019

8:30 – 17:00

 

Veranstaltungsort

Hochschule Esslingen

Campus Flandernstraße (Gebäude 1, Aula)

Flandernstraße 101

73732 Esslingen

 

zur Anmeldung


Das Programm für den Fakultätstag finden sie hier.

 


 

Land in Sicht! – Demokratiegestaltung innovativ qualifizieren

Rechtsextremismus, völkisch-autoritärer Populismus, Vertrauensverluste in die Politik, zunehmende Verunsicherungen und Bedrohungsängste durch Prozesse der Globalisierung, Digitalisierung und Migration – angesichts gesellschaftlicher Herausforderungen wie dieser stellt sich die drängende Frage, wie demokratische Gesellschaftsentwürfe – auch gerade in Deutschland – weiterhin gesichert, weiterentwickelt und gestaltet werden können.

Die Fachveranstaltung will Antworten auf diese Fragen bieten. Sie richtet sich an Praktiker*innen, Wissenschaftler*innen und Studierende und ist gleichzeitig Fakultätstag der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege sowie Abschlusskongress des Projekts „Land in Sicht!“.

Über einen Zeitraum von drei Jahren hinweg haben im Rahmen dieses Projekts Bildungsträger in sieben Bundesländern Ansätze zur Demokratieförderung und Umgangsweisen für die fachliche Auseinandersetzung mit Pauschalisierenden Ablehnungskonstruktionen entwickelt. Die Konzepte und ihre Umsetzungen wurden dabei von einem Team der Hochschule Esslingen begleitend evaluiert.

In Vorträgen und Workshops präsentiert der Fachtag eine Bandbreite von aussichtsreich erscheinenden Bildungsansätzen mit verschiedenen Adressatengruppierungen. Er bietet zugleich Gelegenheit, ihre  Übertragbarkeit auf weitere Kontexte zu diskutieren.

 


 

Programm

zur Anmeldung

 

8:30

Ankommen

 

9:00 – 9:30

Grußworte

Prof. Christof Wolfmaier 

(Rektor der Hochschule Esslingen)

 

Thomas Krüger

(Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung)

 

9:30 – 10:00

Demokratieförderung – Was die Bundeszentrale für politische Bildung auf den Weg bringt

Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung 

 

10:00 – 10:45

Land in Sicht für Demokratieentwicklung? Ausgangspunkte, Anlage und Vorgehen des Modellprojekts sowie zentrale Ergebnisse

Prof. Dr. Kurt Möller, Hochschule Esslingen 

 

10:45 – 11:15

Kaffeepause

 

11:15 – 12:00

„Hey, ich komme gerade aus dem Erzgebirge!“ Spotlights aus dem Evaluator*Innenleben

Kai Nolde, Johanna Kohler, wiss. Mitarbeiter*in Projekt „Land in Sicht!“ 

 

12:00 – 13:00

Mittagspause

 

13:00 – 14:30

Workshop-Runde I

(Die Workshop-Beschreibungen finden Sie nachfolgend)

 

14:30 – 14:45

Kaffeepause

 

14:45 – 16:15

Workshop-Runde II

(Die Workshop-Beschreibungen finden Sie nachfolgend)

 

16:15 – 17:00

Theatersport – ein Fazit der Tagung in kulturell-interaktiver Form

 


 

Workshops

Workshopleitung:
Kai Dietrich (Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten Sachsen)
und Enrico Glaser (Amadeu-Antonio-Stiftung)

Demokratiepädagogische Strategien müssen sich auf ihre lokalen Kontexte beziehen, sozialräumliche Verhältnisse in den Blick nehmen und sich auf das umgebende Gemeinwesen zu bewegen. Einige Regionen sind durch erschreckende und gefährliche rassistische Dynamiken im lokalen Alltag gekennzeichnet. Andernorts widmen sich pädagogische und zivilgesellschaftliche Akteur*innen proaktiv Inklusionsprozessen. In beiden Fällen ist es notwendig, Voraussetzungen wie Akteure, politisches Klima und jugendliche Lebenswelten ernst zu nehmen und in vernetzten, demokratiefördernden Strategien zu berücksichtigen. Perspektiven zur Analyse der Verhältnisse „vor Ort“ und entsprechende Ableitungen werden gemeinsam mit den Teilnehmer*innen im Workshop erörtert.

Workshopleitung:
Katja Stephan und Carsten Hiller
(Fachstelle für Kinder- und Jugendbeteiligung Brandenburg)

In dem Workshop werden die theoretischen Grundlagen der Ansätze Resilienz ‚gegen rechts‘ und Soziokultur als Gewaltprävention kurz vorgestellt. Durch praktische Übungen erhalten die Teilnehmer*innen ein Gefühl für die Wirkungen von Empowerment und Soziokultur im Themenfeld. Am Ende des Workshops werden Erfahrungen mit der Umsetzbarkeit in ländlichen Räumen praxisnah dargestellt.

Workshopleitung:
Jessica Wagner (LAG Mädchenpolitik BaWü) und Andreas Hässler (mobirex - Mobile Beratung gegen Rechts, Fachstelle im Verbund Demokratiezentrum Baden-Württemberg)

Abwertende Sprüche im Jugendhaus, sexistische Raptexte, Beautyblogger*innen und Bizeps-Influencer auf Instagram – in der Lebenswelt von Jugendlichen ist das Thema (Hetero-)Sexismus auf verschiedene Arten ständig präsent, insbesondere auf einer bildlichen Ebene. In diesem Workshop wollen wir darüber diskutieren, wo die gesellschaftlichen Hintergründe von (Hetero-)Sexismus liegen und mit welchen Norm- und Rollenvorstellungen Jugendliche konfrontiert sind. Außerdem sollen erste Überlegungen zu pädagogischen Interventionsstrategien erarbeitet werden, um mit (hetero-)sexistischen Vorstellungen bei Jugendlichen fachlich gut umgehen zu können.

Workshopleitung:
Patrick Differt (Mobile Jugendberatung Metzingen) und
Michael Wandel (Schulsozialarbeit Seyboldschule Metzingen)

Schule und außerschulische Einrichtungen werden im Umgang mit pauschal ablehnenden Haltungen und Diskriminierung gleichermaßen herausgefordert. Allerdings wird die Kooperation der Träger untereinander zu diesem Thema von vielen Akteur*innen z.T. als schwierig erlebt. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, inwieweit das KISSeS-Konzept eine Brücke zwischen den Institutionen darstellen kann, mit dessen Hilfe das gesellschaftlich relevante Thema gemeinsam angegangen werden kann. Nachdem die Mobile Jugendarbeit Metzingen bereits im Vorgängerprojekt „Rückgrat!“ mit diesem Konzept gearbeitet hat, verfolgt sie im Rahmen eines eigenen Projekts und über „Land in Sicht!“ das Ziel, das Konzept auch in schulischen Bezügen bekannt zu machen und auf dieser Basis über die Ansprache von Schulsozialarbeitenden und die Fortbildung von Lehrkräften ein Netzwerk aufzubauen. Im Workshop werden die Erfahrungen mit diesen Bemühungen dargestellt, in dem Inhalt und Verlauf des Projektes präsentiert und Gelegenheiten geboten wird gemeinsam zu überlegen, wie Kooperation gelingen kann.

Workshopleitung:
Meike Drey (Referat für vernetzte Jugendbildung/Ev. Landjugendakademie Altenkirchen) und
Mathias Schmitten (Schauspieler)

Im Rahmen des Projektes „Land in Sicht!“ fanden an der Ev. Landjugendakademie Altenkirchen zwei Fortbildungsreihen zum Thema „Mit KISSeS gegen PAKOs“ statt. Der Workshop behandelt emotionale und erfahrungsorientierte Zugänge für die Arbeit mit dem KISSeS-Konzept. Auf Basis praktischer Übungen und Methodenvorstellungen sollen insbesondere Möglichkeiten der Vermittlung sinnlicher Erfahrungen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und die Auseinandersetzung mit Pauschalisierenden Ablehnungskonstruktionen reflektiert werden.

Workshopleitung:
Cornelia Habisch (Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt) und Stephan Schack (Trainer, Berater & Coach für Demokratie, Interkultur, Partizipation, Kognitive Neurowissenschaften)

Das KISSeS-Modell ist zunächst ein Erklärungsansatz für Pauschalisierende Ablehnungskonstruktionen bei Jugendlichen. Daneben ist es zugleich als praxisnahes Instrument für die Entwicklung von Angeboten und Maßnahmen im Bereich des Demokratie-Lernens für junge Menschen sehr gut geeignet. Vor dem Hintergrund von Erfahrungen aus Sachsen-Anhalt wird aufgezeigt, wie KISSeS als Analyse- und Planungsstrategie in der Jugendarbeit genutzt werden kann. Dabei werden Schritte von einer systematischen Analyse des Sozialraums über wichtige Aspekte der Konzeptionsentwicklung sowie der konkreten Aktivitätsplanung bis hin zu Anregungen für eine Selbstevaluation auf der Basis eines Logischen Modells betrachtet.

Workshopleitung:
Stefanie Beck
(Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg)

Die Lebensphase am Übergang von der Schule in das Berufsleben ist geprägt von Umbrüchen und Herausforderungen. Das sechstägige Demokratietraining „Läuft bei Dir!“ bietet jungen Erwachsenen in dieser Lebensphase vor allem aus Übergangsmaßnahmen und Vorbereitungsklassen den Raum, sich mit den Veränderungen auseinanderzusetzen und unterstützt sie dabei, sich in ihrer neuen Rolle als Erwachsene in der Gesellschaft und der Demokratie zurechtzufinden. Der Workshop gibt einen Einblick in die Methoden und die Durchführung des Trainings.

Workshopleitung:
Prof. Dr. Petra Wihofszky (Hochschule Esslingen),
Prof. Dr. Birgit Reime (Hochschule Furtwangen),
Sandra Layh (wiss. Mitarbeiterin Hochschule Esslingen),
Monika Bradna (Sozialplanung Stadt Esslingen)

In diesem Workshop gehen wir der Frage nach, wie kommunale Gesundheitsförderung demokratisch gestaltet werden kann und welche Rolle dabei die Partizipation der Nutzer*innen als Kriterium für gute Praxis spielt. Nach einem Input zum Thema Gesundheitsförderung stellen wir Beispiele aus unserem partizipativen Forschungsprojekt mit Jugendlichen in Esslingen vor. Anschließend werden gemeinsam Thesen diskutiert, die sich auf die Chancen, aber auch die Fallstricke einer partizipativen Vorgehensweise beziehen sowie der Nutzen einer solchen für die Förderung von Gesundheit und Demokratie erörtert.

Workshopleitung:
Maria Haller-Kindler
(Kinderbeauftragte der Landeshauptstadt Stuttgart)

Die Landeshauptstadt Stuttgart hat sich verpflichtet, die Kinderrechte kommunal verbindlich zu verankern und zu fördern. Dieser Prozess unterstützt mit ganz unterschiedlichen konkreten Projekten und Maßnahmen die Demokratiebildung bei Kindern und Jugendlichen, zum Beispiel durch unterschiedliche Partizipationsansätze in Schulen, Kitas, Stadtbezirken und im öffentlichen Raum. Die Kinderbeauftragte gibt Einblicke in den Prozess und in konkrete Praxisbeispiele. Sie beleuchtet dabei auch die Frage, wie benachteiligte Kinder gezielt erreicht werden können.

Workshopleitung:
Prof. Dr. Sandro Bliemetsrieder (Hochschule Esslingen) und Susanne Busch (Absolventin der Hochschule Esslingen)

In Konzepten der Demokratiebildung an Hochschulen taucht häufig eine rationale und fachwissenschaftliche Bildung zurDemokratie –  als ein vertagtes Bildungsziel – auf. Gleichzeitig braucht es die Erkenntnis, dass die Hochschule selbst ein menschenrechtlich relevanter und demokratisierungsbedürftiger sowie partizipationspflichtiger Ort ist. Denn: Demokratische Bildung im Studium findet gerade durch Demokratie statt! Im Workshop wird der Frage nachgegangen, was unter Demokratisierung von Hochschule verstanden werden kann und welche Bedeutung dabei einer diskursethisch inspirierten Bildung (Rechtfertigbarkeit) und zugleich einer Bildung durchund zumMitgefühl und Solidarität (Alterität) zukommt.


Förderinstitutionen


 

Impressum

 

           Herausgeber

           Projektgruppe „Land in Sicht!“

           Fakultät Soziale Arbeit,

           Gesundheit und Pflege der

           Hochschule Esslingen

           Kontakt

           Hochschule Esslingen

           Flandernstraße 101

           73732 Esslingen

E-Mail

landinsicht-kongress(at)hs-esslingen.de

 

Weitere Informationen & Anmeldung

www.hs-esslingen.de/Abschlusskongress-LiS

 

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