Stabwechsel in der Dynamik

Solide Kenntnisse in der Dynamik als Spezialgebiet der Technischen Mechanik sind für Entwickler und Konstrukteure im Maschinenbau von überragender Bedeutung. Kein Wunder, dass sie im Curriculum des Bachelor-Studienganges MBB unter dem Namen „Maschinendynamik“ im 4. Semester einen Schwerpunkt des Studiums bilden.

Seit 1990 wurde dieses Lehrgebiet von Prof. Dr.-Ing. Roland Mastel vertreten, der nun mit Ablauf des Sommersemesters 2018 nach 57 Semestern in den Ruhestand verabschiedet wurde. Nach seinem Maschinenbau-Studium mit Schwerpunkt Technische Mechanik war Roland Mastel von 1977 bis 1982 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Technische Mechanik der Uni Karlsruhe tätig. 1982 promovierte er dort zum Thema Abschirmung zufälliger mechanischer Schwingungen.

Von 1982 bis 1989 war er bei der Kraftwerk Union AG in Erlangen für Sicherheitsanalysen und – nachweise des mechanischen Verhaltens von kerntechnischen Systemen und Komponenten verantwortlich. Zum SS 1990 wurde Prof. Mastel für das Lehrgebiet „Technische Mechanik, Maschinendynamik, FEM“ in den damaligen Fachbereich Maschinenbau/Energietechnik berufen, der 1996 in der heutigen Fakultät Maschinenbau aufging.

Lehre auf hohem Niveau stand für Prof. Mastel immer im Vordergrund. Belegt z.B. durch das Fachbuch „Technische Schwingungslehre“, das er von seinem Vorgänger Dipl.-Math. Manfred Knaebel übernommen und zusammen mit Prof. Dr.-Ing. Helmut Jäger aus der Fakultät Mechatronik und Elektrotechnik in mehreren Auflagen aktualisiert hat. Schauen „über den Tellerrand“ war ihm auch immer sehr wichtig. So war er u.a. verantwortlich für die anspruchsvolle „Begleitveranstaltung zum Praktischen Studiensemester“, die trotz oder auch gerade wegen ihrer kommunikativen, persönlichen und ethischen Inhalte von den Studierenden nach anfänglichem Zaudern meist gut angenommen wird.

Engagement an der Hochschule außerhalb der Lehre war für Prof. Mastel eine Selbstverständlichkeit. So übernahm er von 2007 bis 2018 die Leitung des Labors für Konstruktion und Simulation (LKS) und damit die Verantwortung für die Hardware- und Software-Ausstattung der Fakultät. Die Mitgliedschaft im Fakultätsrat, zu Beginn seiner Tätigkeit noch ein Wahlamt, war ihm genauso wichtig, wie die im Senat, dem er als gewählter Vertreter der Professorenschaft von 2004 bis 2010  angehörte, also in der Zeit, in der die Fusion der Hochschule für Sozialwesen und jener für Technik erfolgte. Einige Jahre davor war er eine Wahlperiode lang Stellvertreter des Dekans Prof. Haberhauer. Als Mitglied des Hochschulrates von 2012 bis 2015 war er maßgeblich an der Neuausrichtung der Hochschule beteiligt. Und im Rahmen des International Forum of Mechanical Engineering (IFME) bemühte er sich um eine verstärkte internationale Zusammenarbeit der Maschinenbauer. Die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen am Standort Göppingen wurde durch seine jahrelange Kooptation in der Fakultät Mechatronik und Elektrotechnik unterstützt.

Für Forschungsthemen engagierte sich Prof. Mastel schon, als dies noch nicht offizielle Aufgabe einer HAW war. Vor allem das Thema Simulation in der Medizintechnik und damit die Zusammenarbeit mit Medizinern haben es ihm angetan. Dokumentiert werden diese Arbeiten neben zahlreichen Publikationen durch die erfolgreichen Promotionen der LKS-Mitarbeiter Prof. Dr.-Ing. Norbert Babel (heute Hochschule Landshut) und Dr.-Ing. Frederick Lutz auf dem Gebiet der Biomechanik, die unter seiner Anleitung entstanden.

Zum Wintersemester 2018/19 tritt Prof. Dr.-Ing. Carsten Block die Nachfolge von Prof. Mastel an. Prof. Block hat an der TU Darmstadt Bauingenieurwesen mit den Vertiefungen Statik, Stahlbau und Massivbau studiert. Von 2002 bis 2007 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Maschinendynamik der TU Darmstadt. 2007 promovierte er dort zum Thema aktive Schwingungsminderung.

Seit 2007 war Prof. Block bei Wölfel Engineering tätig, zunächst als Projektingenieur Strukturdynamik, dann als Projektleiter. Sein fachlicher Schwerpunkt war die Auslegung von maschinentechnischen Anlagenteilen für dynamische Betriebslasten und Erdbeben. 2012 übernahm er die Leitung der Bereiche Kraftwerkstechnik und Anlagenbau, seit 2016 war er Mitglied der Geschäftsleitung.

Im Rahmen des Fakultätsrates dankte Dekan Prof. Dr.-Ing. Steffen Greuling Prof. Mastel für sein großes Engagement in Lehre, Forschung und Selbstverwaltung und wünschte ihm alles Gute für den Ruhestand. Gleichzeitig gratulierte der Dekan Prof. Block zur Berufung und freute sich, dass mit dieser Nachfolgeregelung die Kompetenz der Fakultät in der Maschinendynamik sichergestellt sei.

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