Antikythera-MECHANISMUS – ungelöste Rätsel um eine antike Maschine

Im Jahre 1900 wurde  von Tauchern in einem alten Schiffswrack vor der griechischen Insel Antikythera ein unglaubliches Artefakt geborgen – eine Zahnradmaschine, die ungefähr 100 v. Chr. gebaut wurde. Sie ist so modern und so ausgeklügelt, dass man sie als erste astronomische Uhr oder vielleicht auch als ersten Computer der Geschichte bezeichnen könnte. Doch wozu dient sie? Und wer hat sie erfunden?

Am 29.Mai 2018 konnten 200 Studierende und geladene Gäste Antworten auf diese Fragen erwarten. Im Rahmen des Industriekolloquiums Maschinenbau stellte Prof. Dr. Kyriakos Efstathiou von der Aristoteles Universität Thessaloniki den MECHANISMUS vor. Ermöglicht wurde diese Sonderveranstaltung durch Manfred Remmel, Wirtschaftsingenieur und bedeutender Industriemanager, der seine Kontakte nutzte und die Kosten für den Referenten übernahm, sowie durch Prof. Manfred Feiler, der die Veranstaltung organisierte.

Prof.  Efstathiou kam zuerst auf die Geschichte und den sonderbaren Fund des MECHANISMUS zu sprechen und veranschaulichte dann die Anstrengungen der Archäologen, mithilfe von 3-D Röntgenuntersuchungen und der Computertomographie, die filigranen Strukturen vieler Puzzleteile sichtbar zu machen. „Man müsste die Geschichte der Astronomie vielleicht neu schreiben“, so Efstathiou. Er zeigte anhand von Schriften des Nikolaus Kopernikus (1473), dass dieser sich bei seinen Arbeiten auf griechische Quellen beziehen konnte und es zu vermuten sei, dass die Schule des Archimedes von Syrakus Pate stand. Dies umso mehr, da auch die Theorien eines Johannes Kepler (1571), wie sich Planeten um die Sonne bewegen, bereits im MECHANISMUS durch komplizierte Zahnradkonstruktionen in die Praxis umgesetzt worden waren.

Mithilfe des MECHANISMUS konnte man Sonnenfinsternisse, Mondfinsternisse und den Lauf der Planten vorhersagen und die Mondphasen berechnen. Aber nicht nur Phänomene am Himmel waren den Griechen damals wichtig, sondern auch die kalendarische Festlegung  kultureller Ereignisse, wie der Wettkampftermine zu Ehren der Götter oder religiöser Feiertage.

Mehr als 100 Jahre ist es her, dass das Schiffswrack vor Antikythera entdeckt wurde, aber aufgrund der Aufschriften auf dem  MECHANISMUS weiß man, dass Teile fehlen – die Suche geht also für die Taucher weiter.

Im Rahmen des Kolloquiums fand auch die Übergabe der Buchpreise für den besten Abschluss des Grundstudiums Maschinenbau im Wintersemester 2017/18 statt. Studiendekan Prof. Friedrich überreichte ihn an Hartmut Bauer und Joas Currle, die beide einen Schnitt besser 1,5 erreicht haben. Herzlichen Glückwunsch! 

Foto1: Prof. Dr. Efstathiou bei seinem Vortrag

Foto 2: Nachbau des Antikythera-MECHANISMUS von Mogi Vicentini (2007)

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