Wenn aus Theorie Praxis wird: Projektarbeiten an der Fakultät "Maschinen und Systeme"

Maschinen und Systeme

Wie vielseitig ein Bachelorstudium an der Fakultät Maschinen und Systeme ist, zeigten Studierende der Bachelorstudiengänge Maschinenbau (MBB) sowie Automatisierungstechnik und Produktionsinformatik (APB) bei den Endpräsentationen des Moduls Projekt 1 am 14. Januar. In insgesamt zwölf Projektgruppen stellten rund 40 Studierende ihre Ergebnisse KommilitonInnen, betreuenden ProfessorInnen sowie interessierten Mitarbeitenden der Fakultät vor.

Die Bandbreite der Themen reichte von technischen Entwicklungen (CNC-Steuerung, Gleichstrommotor, Tiefziehpresse, Windkanal), digitalen Anwendungen (Signalverarbeitung) bis hin zu experimentellen Untersuchungen (Scherversuche, Dichtung von Wasserstoff-Röhrenspeichern). Vorgestellt wurden weiterhin die Konstruktion einer Fahrradabstellanlage mit PV für den Campus Stadtmitte, die Weiterentwicklung des CO₂-Footprint-Calculators der Hochschule, sowie die Optimierung eines Heckflügelhalters in Kooperation mit dem Rennstall. 

Zwei Projekte werden im Folgenden näher vorgestellt:

Digitale Orientierungshilfe fürs Studium: Chatbot für APB und MBB

Die von Prof. Dr.-Ing. Julia Denecke betreute APB-Projektgruppe entwickelte einen Chatbot, der Studierende bei der Orientierung im Studienalltag unterstützen soll. Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass viele Informationen zwar grundsätzlich vorhanden sind, im Alltag aber häufig nicht zentral gebündelt, verständlich erklärt oder zum richtigen Zeitpunkt auffindbar sind – insbesondere zu Beginn des Studiums.

Die Motivation für das Projekt beschreibt Lukas Waldner so:

„Wenn wir an unseren eigenen Studienanfang zurückdenken, hatten wir oft Schwierigkeiten, uns im Studium zurechtzufinden. Häufig war zum Beispiel unklar, wo man Informationen findet. Und wir haben gemerkt, dass es vielen KommilitonInnen genauso geht. Genau da setzt die Idee des Chatbots an: Er soll einen schnellen Zugang zu Antworten bieten, die man sonst nur schwer findet.“

Bevor die Gruppe mit der technischen Umsetzung begann, wollte sie prüfen, ob es unter den Studierenden tatsächlich Bedarf an einer solchen Unterstützung gibt.
„Wir haben eine Umfrage unter Studierenden aus verschiedenen Semestern unserer Fakultät durchgeführt. Dabei hat sich gezeigt, dass vor allem bei technischen und studienbezogenen Themen große Unsicherheiten herrschen – zum Beispiel bei VPN, Eduroam oder der Frage, wie man Tutorienpunkte sammelt. Der Chatbot soll hier als niedrigschwelliger Ansprechpartner helfen“, ergänzt Daniel Appel.

Auf dieser Grundlage entwickelte die Projektgruppe den Chatbot als zentrale Anlaufstelle, die typische Fragen bündelt, verständlich beantwortet oder gezielt an die passenden Stellen weiterverweist – und Studierende so über alle Semester hinweg unterstützt.
Bei der technischen Umsetzung konnten die Studierenden dabei zahlreiche Inhalte aus dem APB-Studium praktisch anwenden.

„Wir haben im Projekt vieles umgesetzt, was wir im Studium gelernt haben – von der Arbeit mit verschiedenen Programmiersprachen bis hin zu Kommunikationsprotokollen und Kommunikation zwischen Softwaremodulen“, erklärt Denise Ehni.

Der Chatbot ist bereits funktionsfähig; für einen Einsatz auf der Hochschulwebsite müssten jedoch noch organisatorische und technische Rahmenbedingungen geklärt werden.

Maschinenbau für die nächste Generation

Ein MBB-Projekt setzt den Fokus bewusst auf Wissensvermittlung außerhalb der Hochschule. Die Projektgruppe, betreut durch Prof. Dr.-Ing. Sandra Hartl, entwickelte einen Energiebaukasten, mit dem Kinder Energieformen und Energieumwandlung spielerisch kennenlernen können.

Die Idee hinter dem Energiebaukasten beschreibt Veli Deniz so: 

„Mit dem Energiebaukasten wollen wir Energieformen und Energieumwandlung so vermitteln, dass Kinder sie selbst ausprobieren und verstehen können - durch einfache Experimente mit Solar-, Wasser- und Windenergie.“

Der Baukasten richtet sich an Grundschulkinder und soll durch Experimentieren, Zusammenbauen und Beobachten einen ersten Zugang zu technischen und naturwissenschaftlichen Fragestellungen ermöglichen. Ziel ist es, abstrakte Themen greifbar zu machen und bereits früh erstes Interesse für Technik und Ingenieurwissenschaften zu wecken:
„Gerade bei Kindern und Jugendlichen fehlt oft eine konkrete Vorstellung davon, was IngenieurInnen eigentlich tun. Mit dem Energiebaukasten wollen wir genau hier ansetzen und erste Einblicke geben – und aufzeigen, wie vielfältig und spannend dieser Beruf ist“, so Faisal Al-Fahdawi.
Bei der Entwicklung des Energiebaukastens flossen zahlreiche Inhalte aus dem Maschinenbaustudium zusammen. Neben Konstruktion und CAD spielten unter anderem auch Fertigungsprozesse, physikalische Grundlagen sowie Aspekte aus der Elektrotechnik eine Rolle.

„Ab dem Frühjahr soll der Energiebaukasten an mehreren Terminen mit Grundschulkindern zum Einsatz kommen – darauf freuen wir uns schon sehr“, sagt Furkan Uludag.

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