„Man versteht es besser, weil man es selbst macht.“ Genau diese Erfahrung machten 15 Schülerinnen und Schüler des Georgii-Gymnasiums Esslingen beim Futures.Lab-Feriencamp der Fakultät Maschinen und Systeme. Vier Tage lang tauchten sie in Labore der Hochschule Esslingen ein - und erlebten Technik nicht aus dem Lehrbuch, sondern mit ihren eigenen Händen.
Beim Futures.Lab wurden die Labore der Fakultät zu Lernorten für junge Technikinteressierte. Das Camp entstand im Rahmen des Gleichstellungsprojekts HE-Equal der Hochschule Esslingen und wurde von Prof. Sandra Hartl initiiert sowie von zahlreichen Professorinnen und Mitarbeitenden der Fakultät betreut - auch mit dem Ziel, weibliche Vorbilder in den Ingenieurwissenschaften sichtbar zu machen. Zugleich ging es darum, Technik greifbar zu machen und frühzeitig praxisnahe Einblicke in die vielfältige Arbeit von Ingenieurinnen und Ingenieuren zu ermöglichen. Im Mittelpunkt stand dabei das eigenständige Ausprobieren.
Die Schülerinnen stellen die Projekte des Futures.Lab-Feriencamps in einem Video vor.
Programmieren, experimentieren, fräsen
Den Auftakt bildete das Thema „Internet of Things“. Unter der Leitung von Prof. Julia Denecke entwickelten die Jugendlichen einen smarten Bilderrahmen - inklusive eigener Codes und digitaler Steuerung.
„Dass man selbst programmieren und dann auch noch etwas bauen darf, war richtig cool“, sagt Özgür (12).
Mit dem Schwerpunkt Elektrotechnik wurde anschließend direkt praktisch gearbeitet: Gemeinsam mit Maikel Sikorski, organisiert von Prof. Franziska Meinecke, bauten die Schülerinnen und Schüler einen „Lauten Draht“ und setzten sich anschaulich mit Stromkreisen auseinander. Wie sich Luftströme verhalten, erlebten sie anschließend im Windkanal bei Prof. Sandra Hartl.
„In der Schule schreibt man viel - hier durften wir alles selbst ausprobieren“, sagt Mia (12).
Auch computergestütztes Konstruieren und Fertigen stand auf dem Programm: Mit Prof. Andrea Buck entwarfen die Teilnehmenden eigene Handyhalter und frästen diese selbst an einer CNC-Maschine. Den Abschluss bildete die Kunststofftechnik mit Alexander Melzer-Bartsch: Die Jugendlichen recycelten Material und formten daraus ihr eigenes Produkt.
„Ich hätte niemals gedacht, dass es hier so viele Labore gibt“, erzählt Hope (13).
Was das Camp für viele besonders machte: Jeden Tag entstand etwas Eigenes, das mit nach Hause genommen werden durfte.
„Das ist einfach ein gutes Gefühl, wenn man am Ende des Tages etwas in der Hand hält, das man selbst gemacht hat“, sagt Mareike (12).
Technik neu entdecken
„Ich dachte, Ingenieure sitzen nur am PC - aber das stimmt gar nicht“, erzählt Elisabeth (12) und bringt damit eine Erkenntnis vieler Teilnehmenden auf den Punkt.
Im Futures.Lab wurde schnell klar: Technische Berufe sind weit mehr als Bildschirmarbeit. Sie verbinden Kreativität, handwerkliches Arbeiten, digitales Konstruieren und das Experimentieren mit unterschiedlichen Materialien.
Für viele war es zudem das erste Mal, eine Hochschule nicht nur von außen zu sehen, sondern aktiv in Laboren zu arbeiten. Das Camp bot damit nicht nur Einblicke in konkrete Projekte, sondern auch in mögliche Bildungswege nach der Schule - ganz ohne Druck, aber mit viel Raum zum Entdecken eigener Interessen.
Orientierung für zukünftige Wege
Viele Schülerinnen und Schüler fühlen sich nach dem Camp in ihrer Entscheidung bestärkt, ab der 8. Klasse das Profilfach IMP (Informatik, Mathematik, Physik) zu wählen. Einige können sich sogar vorstellen, später selbst beruflich im MINT-Bereich tätig zu sein.
Ein wichtiger Faktor dabei war die intensive Betreuung in kleinen Gruppen durch Professorinnen, Mitarbeitende sowie Tutorinnen und Tutoren.
„Die Betreuer hier sind alle richtig nett und helfen uns total viel - es wird alles so erklärt, dass man es auch wirklich versteht“, sagt Kai (13).
Die Rückmeldungen am Ende der Woche fielen entsprechend positiv aus: Nahezu alle Jugendlichen würden das Futures.Lab ihren Freundinnen und Freunden weiterempfehlen.
Dass Begeisterung für Technik keine Frage des Geschlechts ist, wurde dabei ganz selbstverständlich sichtbar.
„Ob einem Technik Spaß macht oder nicht, hat ja nichts mit dem Geschlecht zu tun“, sagt Helen (12).
Technik erleben - und weiterdenken
Den Abschluss bildete am Freitag eine Präsentation der Projekte vor Eltern und Gästen. Stolz erklärten die Jugendlichen ihre programmierten Bilderrahmen, selbst gefrästen Handyhalter und recycelten Kunststoffprodukte - und zeigten damit, was sie innerhalb weniger Tage gelernt hatten.
Für die Fakultät Maschinen und Systeme steht fest: Technik wird dann besonders greifbar, wenn man sie selbst erlebt. Das Futures.Lab soll auch künftig jungen Menschen diese Möglichkeit eröffnen - unabhängig davon, welchen Weg sie später einschlagen.



