Zwischen Neuland und Neugier

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Hier ein Prompt, da ein paar Klicks – und schon nimmt eine KI-Idee Gestalt an. Aber ist es wirklich so einfach? Fest steht, unsere Arbeitswelt befindet sich in einem rasanten Wandel, der von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auch immer stärker KI-Kompetenzen einfordert. Genau deshalb war das Thema KI einer der Schwerpunkte bei der Cyberweek der Hochschule Esslingen.

Längst hat sich die Veranstaltung, die nunmehr zum neunten Mal stattfand, zu einer festen Größe im Hochschulkalender etabliert. Die Cyberweek bietet allen Hochschulangehörigen – ob Studierenden, Lehrenden oder Mitarbeitenden - die Gelegenheit, Digitalisierung und KI einmal abseits von Prüfungen und regulären Lehrveranstaltungen zu erleben – mit Leichtigkeit und Spaß.

Eine Woche lang, vom 21. bis 25. September, verwandelten sich die Seminarräume in Labore, in denen aufmerksam zugehört, angeregt diskutiert und eifrig ausprobiert wurde. Die Teilnehmenden konnten dabei aus einem vielfältigen Kursangebot zu den Themenfeldern  Angewandte Künstliche Intelligenz, Informationstechnische Grundlagen und Wissenschaftliches Arbeiten mit IT wählen.

Die Mischung aus internen und externen Dozierenden eröffnete dabei neue Perspektiven und bot konkrete Anwendungsbezüge für Studium, Lehre und Praxis. Das Interesse war groß: Einzelne Veranstaltungen waren bereits innerhalb weniger Tage ausgebucht, für besonders gefragte Angebote bildeten sich Wartelisten.

KI: ausprobieren, verstehen, reflektieren

Besonders im Rampenlicht stand diesmal also das Thema, über das gerade alle Welt spricht: Künstliche Intelligenz. Für viele noch absolutes Neuland, das wegen zahlreicher neuer Möglichkeiten natürlich aber die Neugier weckt – und ebenso viele Fragen aufwirft.

„Wir sehen sehr deutlich: Die Praxis erwartet zunehmend KI-Kompetenzen. Unsere Studierenden und Mitarbeitenden bringen dafür viel Offenheit und oft auch schon eigene Erfahrungen mit. Gleichzeitig wird es immer wichtiger, Informationen kritisch einzuordnen, Ergebnisse zu prüfen und KI reflektiert einzusetzen“, erklärt Prof. Dr. Manfred Schoch, Leiter Digitale Transformation im Studium an der Hochschule Esslingen.

Die Cyberweek griff diese Entwicklung mit vier Kurs-Angeboten auf. Im Mittelpunkt standen konkrete Einsatzmöglichkeiten von KI-Systemen ebenso wie ein reflektierter Umgang mit generativer KI. 

„Mit Chat AI haben wir inzwischen ein System an der Hochschule, das mit unseren Nutzungsrichtlinien vereinbar ist und zugleich den Zugang zu modernen Modellen ermöglicht“, so Schoch. „Darauf wollten wir jetzt aufbauen und haben das Cyberweek-Angebot rund um KI weiter ausgebaut.“

Dieses war bewusst niederschwellig gestaltet: 

„Uns war wichtig, nicht nur diejenigen zu erreichen, die sich ohnehin schon intensiv mit Technologie beschäftigen. Die Cyberweek sollte unterschiedliche Wissensstände ansprechen: vom Einstieg bis zur vertieften Anwendung. Unser Ziel war es nicht, alle auf denselben Stand zu bringen, sondern passende Einstiege zu schaffen“, so Schoch.

Den größten Zuspruch erhielt der Kurs „Prompting leicht gemacht: Generative KI erfolgreich steuern“. Fabian Probost, neuer wissenschaftlicher Mitarbeiter der ZWE Digitalisierung, brachte dabei Erfahrungen aus der Durchführung des Formats in der Industrie ein. Auch die drei anderen KI-Kurse setzten eigene Akzente: vom Verständnis der Funktionsweise über den Einsatz von ChatAI an der Hochschule bis zum kreativen Prototyping mit Vibe Coding. 

IT-Grundlagen: Digitale Werkzeuge selbst in die Hand nehmen

Im Bereich „Informationstechnische Grundlagen“ reichte das Angebot vom ersten Einstieg in Linux über weiterführende Administrationskenntnisse bis hin zu Versionsverwaltung und App-Entwicklung. So vermittelte der Kurs „Linux Boot Up: Grundlagen für Einsteiger“ beispielsweise grundlegende Kenntnisse im Umgang mit dem weit verbreiteten Betriebssystem und bot damit einen Einstieg in eine technische Umgebung, die in vielen Bereichen der IT und Softwareentwicklung eine wichtige Rolle spielt. Wer anschließend tiefer einsteigen wollte, konnte am selben Tag im Kurs „Vom Anfänger zum Admin“ weitermachen. Weitere Angebote führten in die Welt von Git. Mit „Life Hacks for Moodle“ stand zudem ein Kurs auf dem Programm, der digitale Möglichkeiten unmittelbar auf den Hochschulalltag übertrug.

Neue Möglichkeiten, aber auch kritische Fragen

Bei aller Begeisterung für die neuen Möglichkeiten, blieb die Cyberweek nicht bei den positiven Aspekten vieler Entwicklungen stehen. Gerade beim Thema KI wurde kritisch diskutiert: Was bedeutet ihr Einsatz für die eigenen Aufgaben und beruflichen Perspektiven? Wie lässt sich erkennen, ob eine KI-generierte Antwort tatsächlich korrekt ist? Und welche Daten dürfen überhaupt in ein KI-System eingegeben werden?

Für Prof. Schoch gehört genau diese Auseinandersetzung zur KI-Kompetenz. Wer KI nutzt, müsse Ergebnisse prüfen, einordnen und hinterfragen können. Denn überzeugend formulierte Antworten seien nicht automatisch richtig. 

Auch Fragen des Datenschutzes spielten eine wichtige Rolle. Mit der neuen KI-Richtlinie der Hochschule und dem begleitenden, verpflichtendem Basis-Moodle-Kurs sollen Hochschulangehörige dabei unterstützt werden, KI sicher und verantwortungsvoll einzusetzen.

Digitalisierung wird greifbar

Und so blieb am Ende der Woche vermutlich nicht nur der eine oder andere neue Prompt oder Git-Befehl im Gepäck. Vor allem blieb die Erfahrung, dass Digitalisierung und KI dann besonders greifbar werden, wenn man sie selbst ausprobiert – neugierig, kreativ und mit dem nötigen kritischen Blick.

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