Rund ein Jahr lang und mit insgesamt etwa 1.200 Arbeitsstunden arbeiteten Masterstudierende des Studiengangs Fahrzeugtechnik (M.Eng.) an ihrem Projekt „Fast Track“. Das innovative Fahrzeugkonzept weckte bereits großes Interesse: Bei Dreharbeiten des ZDF „Heute Journals“ am Campus Esslingen-Stadtmitte nahm das Team um Moderatorin Marietta Slomka den Prototypen genauer unter die Lupe.
Unter Betreuung von Prof. Frederik Hanel entwickelte eine Projektgruppe aus vier Masterstudierenden des Sommersemesters 2025 und Wintersemesters 2025/26 sowie unterstützenden Bachelorstudierenden das Fahrzeugkonzept weiter. Der Großteil der Arbeiten fand in der Konzeptwerkstatt und im Karosserieforum in Gebäude 13 am Campus Esslingen-Stadtmitte statt. Zu den Projektmitgliedern gehören unter anderem Samuel und Jonas, die das Projekt in einem Video vorstellen.
Neue Mobilitätskonzepte für urbanen Raum
Ein Personenkraftwagen ist im Durchschnitt nur rund 45 Minuten pro Tag im Einsatz. Die übrige Zeit steht er ungenutzt und beansprucht wertvollen Platz. Genau bei diesem Ungleichgewicht zwischen kurzer Nutzungsdauer und langem Stillstand setzt das Konzept an: Durch eine höhere Auslastung der Fahrzeuge sollen vorhandene Ressourcen effizienter genutzt und der Platzbedarf reduziert werden.
Das Konzept besteht aus einem elektrisch angetriebenen, autonom fahrenden Rover, der eine austauschbare Transportkapsel befördert. Per App fährt der Rover von einem zentralen Punkt los und holt eine Person von Zuhause ab. Das Besondere: Die Kapsel verfügt über ein Docking-System, das sowohl mit dem Rover als auch mit hausinternen Aufzügen kompatibel ist. Dadurch kann sie direkt in Wohngebäude integriert werden. Das Konzept eröffnet neue Möglichkeiten, vorhandene Flächen effizienter zu nutzen und zusätzlichen Wohnraum zu schaffen.
Bestandsaufnahme und Optimierung
Samuel, Jonas und ihre Projektgruppe übernahmen das Fahrzeug im Sommersemester 2025 von einer vorherigen Projektgruppe. Nach einer umfassenden Bestandskontrolle war klar, dass an mehreren Stellen Optimierungsbedarf bestand.
Zu den bearbeiteten Schwerpunkten gehörten die Erhöhung der Steifigkeit der Fahrzeugkapsel, die Optimierung der Öffnungskinematik sowie die Gestaltung des Exterieurs und Interieurs. Darüber hinaus wurden Scheinwerfer, ein zentrales Display und das Bordnetz integriert sowie weitere kleinere Entwicklungsaufgaben umgesetzt.
Während der beiden Semester entwickelte das Team zahlreiche Verbesserungen, um Bedienkomfort und Optik deutlich zu verbessern.
Die Aufgabenverteilung sah wie Folgt aus:
Jonas: Schloss, Bordnetz/Elektronik und Kinematik
Justin: Versteifung, Armlehnen, Dach, Rückwand und Hinterrad
Samuel: Gesamtprojektleitung, Display, Bordnetz/Elektronik und Beleuchtung
Yannik: Kinematik, Interieur, Bordnetz/Elektronik, Pflege und Weiterentwicklung des CAD-Modells
Für die Entwicklung kamen unter anderem CATIA V5 für die Konstruktion (CAD), ANSYS für FEM-Berechnungen sowie verschiedene Kinematik-Programme zum Einsatz.
„Die technischen Grundlagen erlernen wir im Studium. Die tiefergehenden Fähigkeiten eignen wir uns selbst an – beispielsweise in Praktika oder bei Abschlussarbeiten“, erklärt Samuel. „Wir haben uns fast wöchentlich getroffen, um den Projektfortschritt zu besprechen. Professor Hanel hat uns dabei viele Freiheiten gelassen, sodass wir sehr selbstständig arbeiten konnten.“
Erfahrungen außerhalb des Hörsaals
Besonders wertvoll war für Samuel die Erfahrung, erstmals ein komplexes Projekt unter realen Bedingungen zu leiten.
Das Projekt bereitet uns wirklich auf die Praxis vor. Die intensive Zusammenarbeit im Team, zeitkritische Abstimmungen und feste Prozesse spiegeln den späteren Berufsalltag wider. Hier lernt man nicht nur Theorie auswendig, hier wird entwickelt, ausprobiert und gemeinsam nach Lösungen gesucht.“
Sein Tipp an zukünftige Projektgruppen: „Erstellt frühzeitig einen realistischen Zeitplan und plant ausreichend Puffer ein. Das zahlt sich am Ende aus.“


