Wasser, Wind und Sonnenschein

Hochschule - Fakultäten - Mobilität und Technik - Maschinen und Systeme

Die Stoppuhr läuft, die Lampen sind ausgerichtet, die Ziellinie wartet: Im MakerSpacES! der Hochschule Esslingen schicken zehn Viertklässlerinnen ihre selbstgebauten Solarautos ins Rennen. Es ist einer von sechs Nachmittagen des Kurses „Was ist Energie?“, bei dem die Mädchen Sonnen-, Windenergie und Wasserkraft praktisch erleben. Konzentriert halten sie die Lampen auf die kleinen Fahrzeuge und schauen gespannt, welches Auto als erstes ins Ziel fährt. Für die zehnjährige Joy ist dieser Termin später besonders in Erinnerung geblieben: 

„Ich fand das Solarauto am besten, weil wir da ein Rennen gefahren sind – und Eda und ich haben den Rekord aufgestellt!“

Von Ende März bis Anfang Mai drehte sich für die Mädchen aus der Region Esslingen alles um Wind, Sonne und Wasser. Die zehn Viertklässlerinnen sind Teil der Hector Kinderakademie Esslingen und hatten sich aus dem Kursangebot für den „Energiebaukasten“ entschieden. Das Ziel: Erneuerbare Energien für Kinder verständlich und anschaulich zu machen.

Das Angebot wurde über HE-Equal-Mittel finanziert, welche speziell für Gleichstellung und Chancengleichheit bereitgestellt wurden. Betreut wurde der Kurs an der Hochschule Esslingen von Prof. Dr.-Ing. Sandra Hartl von der Fakultät Maschinen und Systeme und Prof. Dr.-Ing. Michael Auerbach von der Fakultät Mobilität und Technik.


Bauen, testen, verstehen

Jedes Thema war auf zwei Termine angelegt: Zunächst bauten die Schülerinnen ihr Modell auf, anschließend probierten sie es aus. Den Anfang machte das Windrad, danach folgte das Solarauto, zum Schluss das Wasserrad. Im MakerSpacES! der Hochschule Esslingen setzten die Mädchen ihre Konstruktionen aus verschiedenen Bauteilen zusammen - und konnten dabei selbst ausprobieren, wie aus einer Idee ein funktionierendes Modell wird.

Genau das hatte einige der Mädchen neugierig gemacht. Caroline (10) erzählt, dass sie bereits vor dem Kurs großes Interesse an Solar- und Windenergie hatte und mehr darüber lernen wollte. Auch Sophia (9) hatte sich bewusst für den Kurs entschieden: 

„Ich habe mir den Kurs selbst ausgesucht, weil ich es toll fand, dass man hier Sachen bauen kann und weil ich mich schon zu Hause sehr für Technik interessiere“, erzählt sie. 

Zu Hause habe sie selbst noch nichts gebaut – umso mehr habe sie sich darauf gefreut, im Kurs etwas Eigenes zusammenzubauen. Aus den gebauten Modellen wurden anschließend kleine Experimente: Die Mädchen testeten in den Laboren der Hochschule, was sie gebaut hatten.


Vom Windkanal bis zum Flachwasserkanal

Im Windkanal des Labors für Wärme- und Strömungstechnik (LWS) wurde ausprobiert, welche Windräder sich besonders schnell drehten. Außerdem durften die Teilnehmerinnen bei diesem Termin im Flugsimulator der FTAG, der Flugtechnischen Arbeitsgemeinschaft an der Hochschule Esslingen e. V., Platz nehmen – ein zusätzliches Highlight. Auch der zehnjährigen Tabea blieb der Simulator besonders in Erinnerung. 

„Ich bin zwar schnell abgestürzt, aber es war trotzdem super“, erzählt sie lachend.

Beim Solarauto-Termin spielte das Wetter nicht ganz mit: Weil draußen die Sonne fehlte, wurde das Rennen kurzerhand nach drinnen verlegt. Mit Lampen brachten die Mädchen ihre Autos zum Fahren, richteten das Licht möglichst geschickt aus und stoppten die Zeiten. So wurde aus dem Testlauf ein kleines Rennen – inklusive Rekord.

Zum Abschluss ging es in den Flachwasserkanal des LWS. Dort untersuchten die Schülerinnen, wie sich Wasser verhält, wenn Hindernisse eingebaut werden, und wie sich die Strömung gezielt lenken lässt. Anschließend gingen die Schülerinnen mit Gießkanne, Schläuchen und Trittleiter der Frage nach, wie sich das Wasserrad verhält, wenn Wasser aus unterschiedlichen Höhen oder Winkeln darauf trifft. Für Eda (10) war genau dieser letzte Termin besonders schön: 

„Ich fand das heute beim Wasserkanal am besten, weil wir da alle richtig zusammengearbeitet haben.“


Erneuerbare Energien zum Ausprobieren

Der Energiebaukasten sollte die Energiewandlung erneuerbarer Energien kindgerecht verständlich machen. 

„Besonders spannend fand ich, dass die Mädchen am Anfang meinten, sie hätten noch nie etwas mit Energie zu tun gehabt“, sagt Prof. Dr.-Ing. Michael Auerbach. „Am Ende hätten sie das wahrscheinlich anders beantwortet. Uns ging es darum, den Kindern ein Gefühl dafür zu geben, was Energie ist und wie sie umgewandelt werden kann.“

Für Prof. Dr.-Ing. Sandra Hartl war außerdem der praktische Zugang entscheidend: 

„Mir war wichtig, das Interesse für technische Lösungen zu wecken. Es ging nicht um komplizierte Wissenschaft, sondern ums Tüfteln: Wie kann ich für ein Problem eine Lösung finden?“ 

Zugleich ging es den beiden Betreuenden darum, Mädchen früh positive Erfahrungen mit Technik zu ermöglichen und zu zeigen, dass Interesse an technischen Themen keine Frage des Geschlechts ist.

Am Ende nahmen die Mädchen nicht nur ihre drei selbstgebauten Modelle mit nach Hause, sondern auch viele praktische Erfahrungen: Sie hatten ausprobiert, wie Wind, Licht und Wasser etwas in Bewegung setzen können – und erlebt, dass Technik ganz praktisch begreifbar wird, wenn man sie selbst baut und testet.

 

apply

Interesse geweckt? Bewirb dich! für das Wintersemester 2026/2027

Ihre persönliche AnsprechpersonMelden Sie sich bei

Foto Christiane Rathmann

Christiane Rathmann

Nach Vereinbarung

Tel: +49 711 397-3008
E-Mail: Christiane.Rathmann@hs-esslingen.de
Nachricht senden