Technik zum Anfassen – MINT-Talente in den Hochschullaboren

Hochschule - Maschinen und Systeme

„Wie lange dauert ein Semester?", „Was bedeutet ECTS?", „Sitzt ein Ingenieur wirklich nur am Computer?" – Mit lebhafter Neugier erkundeten kürzlich Achtklässlerinnen und Achtklässler der Geschwister-Scholl-Realschule Nürtingen die Labore der Fakultät Maschinen und Systeme an der Hochschule Esslingen. Ihr Besuch fand im Rahmen des TECademy-Programms statt.

Die TECademy richtet sich an naturwissenschaftlich-technisch interessierte Schülerinnen und Schüler der Klassen 6 bis 9 an Realschulen in Baden-Württemberg. Die Teilnahme ist freiwillig und auf ein Schuljahr angelegt – wer mitmachen möchte, bewirbt sich aktiv. Die Veranstaltungen finden außerhalb des regulären Unterrichts statt und werden von Mitarbeitenden der BBQ Bildung und Berufliche Qualifizierung gGmbH begleitet, die die Gruppen während der gesamten Projektlaufzeit unterstützen.

Dass die Hochschule Esslingen bei dieser Erkundung mit dabei ist, hat Tradition: Die Kooperation der TECademy mit der Hochschule besteht seit 2017 und ist seither eine bewährte Schnittstelle zur Studien- und Berufswahlvorbereitung junger MINT-interessierter Menschen.

Umso größer war die Freude, die kleine, aber hoch motivierte Schülergruppe an einem Dienstagnachmittag willkommen zu heißen. Den Empfang übernahm Prof. Dr.-Ing. Rainer Stauch, Studiengangleiter des Masterstudiengangs „Ressourceneffizienz im Maschinenbau". In seinem Vortrag bot er den Achtklässlerinnen und Achtklässlern einen Einblick in technische und naturwissenschaftliche Berufsfelder und veranschaulichte anhand konkreter Alltagsbeispiele, was den Beruf des Ingenieurs ausmacht. Dabei stellte er auch das Curriculum des Maschinenbaustudiums an der Hochschule Esslingen vor.

Das Interesse der Gruppe ließ sich an der Lebhaftigkeit der Diskussion ablesen: Die Fragen zeigten, wie ernsthaft sich die Jugendlichen bereits mit Studium und Berufswahl auseinandersetzen. Kein Wunder – die Berufsaussichten im Maschinenbau sind ausgezeichnet, und der Bedarf an spezialisierten Fachkräften bleibt angesichts des Generationswechsels, der gerade in der Branche stattfindet, weiterhin hoch.

Im Anschluss an den Einführungsvortrag ging es direkt in die Labore. Im Labor für Kunststofftechnik (LKT) veranschaulichte Laboringenieur Tal Simchi, M.Sc. das Thema Kunststoffrecycling: Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, wie Kunststoffe sortiert und analysiert werden – und wie daraus neue Bauteile entstehen, etwa Karabiner aus recyceltem Material.

Im Labor für Werkstoff- und Festigkeitsprüfung (LWF) führte Dipl.-Ing. (FH) Simone Döll-Eberhardinger in die Welt der Materialographie ein. Die Gruppe erfuhr, wie Materialien untersucht und ihre Eigenschaften analysiert werden – ein Fachbereich, der sowohl bei der Bewertung von Schadensfällen als auch in der Qualitätssicherung eine zentrale Rolle spielt.

Der Besuch hinterließ sichtlich Eindruck: Technik zum Anfassen, echte Labore und direkte Gespräche mit Expertinnen und Experten – genau das, wofür die Partnerschaft zwischen TECademy und Hochschule Esslingen seit fast einem Jahrzehnt steht.

Weitere Informationen:

Fakultät Maschinen und Systeme

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