„Wir planen nur noch von Tag zu Tag“

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Viele Pflegestudierende der Hochschule Esslingen engagieren sich in Corona-Zeiten – zwei Beispiele

Pflege-Studierende der Hochschule Esslingen arbeiten bedingt durch das Coronavirus wieder mehr neben dem Studium in ihren primärqualifizierenden Pflegeberufen. Während der Pandemie versucht die Hochschule Esslingen, der Doppelbelastung aus Studium und Beruf entgegenzuwirken. Durch eine Notfall-Satzung sollen die Studierenden unterstützt werden, denn ihr Engagement in der Coronakrise ist ein entscheidender Beitrag zu deren Bewältigung.

Eine der Studentinnen ist Natali Balistreri, die im 2. Bachelorsemester Pflegemanagement an der Fakultät Soziale Arbeit Gesundheit und Pflege studiert. Seit mehr als zehn Jahren arbeitet die 27-Jährige auch als Altenpflegerin in der stationären Altenpflege. Es sei schwer der Fürsorgepflicht im gewohnten Maß nachzukommen, sagt sie. Die Bewohnerinnen und Bewohner seien in ihrer Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt, gemeinsame Aktivitäten kaum noch möglich. „Wir planen nur noch von Tag zu Tag. Das bedeutet es, realistisch zu bleiben.“ Natalie Balistreri ist stellvertretende Pflegedienstleiterin, ihr Arbeitstag oft zwölf Stunden lang. Doch der Zusammenhalt und die Einigkeit in ihrem Team stärken sie.

Ähnlich geht es auch Deniz Sarikaya (25). Der Pflegemanagementstudent im 7. Bachelorsemester arbeitet seit Anfang 2020 mit beeinträchtigten Kindern. Durch Corona war sein neuer Job erst gefährdet, da seine Arbeitsstelle gleichzeitig mit den Schulen im Land schloss. Ihm erging es wie vielen anderen in Baden-Württemberg: „Bei uns wurde Kurzarbeit eingeführt. Das war ein Schock für mich.“ Die zuvor betreuten Kinder mit Beeinträchtigungen mussten daheim bleiben, was die Dynamik innerhalb der Familie veränderte. Nun plant seine Arbeitsstelle eine Notfallbetreuung, Deniz Sarikaya wird gebraucht, er durfte bleiben.

Die Hochschule Esslingen unterstützt ihre Studierenden

Durch die Verschiebung der Prüfungszeit auf den August schafft die Hochschule Esslingen die nötige Flexibilität und versucht verpasste Lehreinheiten während des Ausbruchs im März dadurch wieder aufzuholen. Auch werden verschiedene Themen rund um Corona in die Lehre mit aufgenommen.

Prof. Dr. Katarina Planer, Studiengangleiterin Pflege an der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege:  „Das hat vor allem zwei Effekte: Die praxisnahen Beispiele haben durch ihre Aktualität eine höhere Relevanz für die Studierenden. Zudem können die Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer diese Inhalte auf ihre alltägliche berufliche Praxis übertragen.“

Regelmäßig handelt es sich bei den Beispielen in der Lehre um mitgebrachte Fragen aus der Praxis der Studierenden. „Einige Lehrende unserer Fakultät beraten Organe des Landes und der Kommunen. Hier konnten wir, auch dank des Inputs Studierender, auf verschiedene Situationen und Fragestellungen aufmerksam machen, zum Beispiel die sehr zeitaufwändige Symptomkontrolle in der Langzeitpflege. Auch so versuchen wir, die Studierenden in diesen unsicheren Zeiten zu unterstützen“, sagt Prof. Dr. Katarina Planer.

Wunsch nach Normalität

Der größeren Unsicherheit wich bei Deniz Sarikaya das gute Gefühl, dass die Hochschule Esslingen schnell studierendenfreundliche Lehr- und Prüfungskonzepte ankündigte. „Die neuen Prüfungsformate erleichtern die Umstände“, meint er.

Natali Balistreri hat eine virtuelle Lerngruppe gegründet, bei der nicht nur Vorlesungen reflektiert, sondern sich auch gegenseitig seelischer Beistand während Corona gespendet wird. Trotzdem bleibt der gewohnte Austausch mit den Kommilitoninnen schwer und das Eigenstudium auf hohem Niveau. Sie wünscht sich vor allem, dass die Worte und Versprechungen aus der Politik auch nach Corona nicht in Vergessenheit geraten mögen und, so ergänzt Deniz Sarikaya, dass alle ihr Studium und ihren Beruf weiter gesund ausüben können.

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Christiane Rathmann
M.A. Christiane Rathmann