Künstliche Intelligenz in der Logistik

Hochschule

Das KI-Lab der Hochschule Esslingen hat zum Online-Vortrag eingeladen

Die Logistik nimmt in Bezug auf den Unternehmenserfolg einen großen Stellenwert ein. Die Ursachen hierfür sind die Globalisierung von Märkten und Wertschöpfungsketten, eine wachsende Durchdringung der Prozessketten mit Kommunikations- und Informationstechnologien, eine verstärkte Individualisierung der Produkte, die Beachtung der CO² Emissionen und der Abfälle sowie die Fort-und Weiterbildung des Logistikpersonals.

Mit diesem Vorwissen konnte man gespannt sein, welche Aspekte Ende November von den Referenten jeweils herausgestellt werden. Der Vortrag wurde von AnalyzES, dem KI-Lab der Hochschule Esslingen, organisiert und von Claire Witzak moderiert. Das Thema war „Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in der Logistik – ein Überblick“.

Im ersten Teil des Vortrages zeigte Prof. Dr. Helmut Wlcek von der Fakultät Betriebswirtschaft der Hochschule Esslingen einen Überblick zum Thema „Logistik“. Er unterteilte zweifach. Einmal in „Physische Logistik - Transport und Lagerung“ und in „Supply-Chance-Management (SCM)“. Mit SCM verstand er die aktive Gestaltung aller Prozesse, um Kunden oder Märkte wirtschaftlich mit Produkten, Gütern und Dienstleistungen zu versorgen. Zum anderen Mal unterteilte er in die beiden Ebenen „Planung“ und „Operations“, hier als Aktivitäten zur jeweiligen Leistungserstellung definiert. Mit dieser methodischen Vorgehensweise können alle Dimensionen der Logistik gedanklich zugeordnet und verständlich dargestellt werden. So konnte er daran anknüpfend verdeutlichen, dass der Einsatz von KI sowohl zur Unterstützung, aber auch zu Automatisierungen von Prozessen führen kann.

Im zweiten Teil demonstrierte Julian Popp an Fallbeispielen, wie KI in der Logistik bei der MHP, Management- und IT-Beratung GmbH, gesehen wird. Besonders interessant war die Parallele, indem er zeigte, wie das Modell eines Flottenmanagements für PKWs auf logistische Problemstellungen übertragen werden kann. Eine sprachgesteuerte Kommissionierung war ein Beispiel, die Verwendung einer APP für die Auftragsbearbeitung ein weiteres.

Im dritten Vortragsteil zeigte Markus Sontheimer, CIO/CDO bei DB Schenker, wie eine Weltfirma KI in der Logistik bereits heute einsetzt und plant zukünftig (bis zum Jahr 2030) einzusetzen. DB Schenker gehört zu den größten Logistikunternehmen in der Welt mit 76.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und 17 Mrd. EURO Jahres-Umsatz.

Sontheimer unterschied nach folgenden Leitlinien: Data, Culture, Predict, Prescribe und Personalize. Diese Leitlinien umfassen bei DB Schenker alle Elemente einer gesamtlogistischen Betrachtung, wie auch bereits von den Vorrednern teilweise dargestellt, bei Sontheimer allerdings als „Philosophie“ gedacht und mit „Logistik-Leidenschaft“ vorgetragen. Eines der ersten Schritte hin zur „AI Mastery“ im Unternehmen ist ein dreistufiges AI Training, das bereits im ersten Jahr von mehr als 1.500 Schenker Mitarbeitern erfolgreich abgeschlossen wurde. Sein Beitrag ließ zudem Einblicke in bisherige Implementierungen von „Data Analytics & AI“ in der logistischen Praxis zu und zeigte zugleich, dass die Nachfrage nach weiteren Anwendungen in dieser durch geringe Margen geprägten Industrie groß ist.

Die 60 Studierenden und Gäste, die dabei waren, fragten sich sicherlich, wo DB Schenker, entlang seiner Leitlinien, im Jahr 2030 als Organisation wohl ankommen würde? Eine mögliche Vision wäre zum Beispiel eine lernende, digitale Organisation, in der Menschen mit KI – auf Augenhöhe - interagieren.

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Christiane Rathmann
M.A. Christiane Rathmann