Glück zu! Funktionsweise und Planung von Kleinwasserkraftwerken

Hochschule

Beim Kolloquium der Fakultät Gebäude-Energie-Umwelt hat sich alles um die Wasserkraft gedreht.

Bereits bei der Verlegung der „Maschinenbauschule“ (Heute: Hochschule Esslingen) von Stuttgart nach Esslingen, im Jahre 1914, hatten die Befürworter die Wasserkraft des Neckars als Argument eingebracht. Man wollte die technologischen Lernbedingungen einer vorhandenen Turbine und eines Messkanals für die Studierenden nutzen. Mittlerweile gibt es an allen Staustufen am schiffbaren Neckar, zwischen Mannheim und Plochingen, Wasserkraftwerke.

Um Wasserkraftwerke und deren Potential für eine technische und ökologische Nutzung ging es auch im Kolloquium der Fakultät „Gebäude-Energie-Umwelt“ der Hochschule Esslingen Anfang November. Der Moderator, Prof. Werner Braun, begrüßte den Referenten, Doktorand Andreas Rumpf, und weitere 190 Studierende, Gäste und Fachpublikum.  Andreas Rumpf promoviert zwar an der Hochschule Esslingen zum Thema Windenergie, sein Hobby und seine Familientradition (Betrieb von Wasser-Mühlen) jedoch, hatten ihn für dieses Thema geradezu bestimmt.

Wasser-Mühlen waren bis zu Beginn der Industrialisierung (Ende des 19. Jahrhunderts) zur lokalen Nutzung regenerativer Energien aus Wasser bekannt. Erst die neuzeitliche Nutzung der Wasserkraft mit Laufwasserkraft -, Pumpspeicherkraft - oder Speicherkraftwerken, jeweils unterschiedlich ausgestattet mit unterschiedlichsten Turbinen, hat eine überregionale  Bedeutung bei der Energieversorgung eingenommen. Zurzeit kommen in Deutschland etwa 14 von 46 Prozent der erneuerbaren Stromgewinnung aus Wasserkraft.

Der Referent konnte mit seinem großen Detailwissen zeigen, wie sich zum Beispiel Kleinwasserkraftwerke regional zur ökologischen Stromversorgung angrenzender Haushalte eignen und was bei deren Planung beachtet werden muss. Andreas Rumpf verglich auch den Vorteil kleiner Wasserkraftwerke mit Alternativen, wie Windenergieerzeugung und Photovoltaik-Anlagen.

Besonders interessant waren seine Ausführungen zur Nachhaltigkeit des „Wasserkörpers“ mit den zu diskutierenden Kriterien: Wasserrahmenrichtlinie, Vogelschutz, Lebensraum, Wiederansiedelung von Aalen und Lachsen, Wirkungsgrad, Turbinenwahl und Fischschutz.

In Deutschland gibt es etwa 7400 stromproduzierende Wasserkraftwerke, davon 7000 Kleinwasserkraftwerke. Gerade bei dem Typ Kleinwasserkraftwerk wäre das Potential für zusätzliche regionale Projekte an Bestandsanlagen und weiteren, zu 87 Prozent ungenutzten, Querbauwerke groß. Die Gesamt-Umweltkosten sind vorteilhaft, gerade auch im Vergleich zu Alternativen bei der erneuerbaren Energiegewinnung.

Also: Glück zu! So die traditionelle Gruß- und Glücksformel der Müller.

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Christiane Rathmann
M.A. Christiane Rathmann