Esslinger Pflegewissenschaftlerinnen und -pflegewissenschaftler positionieren sich in der Corona-Krise

Forschung Studium Fakultäten

Fünf Forscherteams der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege in Corona-Sonderausgabe der Fachzeitschrift „Pflegewissenschaft“

Das Corona-Virus und die dadurch ausgelöste schwere COVID-19-Erkrankung halten die Welt im Atem: täglich sind in Fernsehtalkshows Virologinnen und statistische Modellierer präsent – die Pflegeberufe erfahren eine Vielzahl öffentlicher Dankesbezeigungen, treten im öffentlichen Raum als Pflegewissenschaften bisher jedoch kaum in Erscheinung.

Vor diesem Hintergrund veröffentlichte die renommierte Fachzeitschrift „Pflegewissenschaft“ am 15. April eine Sonderausgabe zur Corona-Pandemie. In insgesamt 44 im Rahmen eines „fast track“-Peer-review-Verfahrens ausgewählten Beiträgen beschäftigt sich dieser Schwerpunkt mit „Interdisziplinären Aspekten der Corona-Pandemie und deren Implikationen für Pflege und Gesellschaft“.

Wie gestalten wir unsere Gesellschaft?

„Mit wachsender Kenntnis über Verlaufsformen, Mortalitätsraten und mögliche Therapien werden – das ist jedenfalls zu hoffen – vermehrt Fragen zur Versorgungs- und Verteilungsgerechtigkeit, der Lebensqualität in allen Bereichen des Gesundheitswesens, inkl. der häuslichen Umgebung und den Pflegeeinrichtungen aufkommen. „Wie überleben wir?“ wird durch die Leitfrage „Wie gestalten wir unsere Gesellschaft?“ verdrängt werden“, so der Herausgeber Prof. Dr. Bernd Reuschenbach.

Erfreulicherweise ist es fünf Esslinger Forschungsteams gelungen, Beiträge in dieser Sonderausgabe zu platzieren. „Wir sind sehr stolz, dass unsere hervorragend aufgestellte Pflege- und Sozialwissenschaft auch in der aktuellen Belastungslage sehr fundierte und relevante Artikel beisteuert“, so die Dekanin der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege, Prof. Dr. Rita Grimm. „Ein besonderes Merkmal unserer Fakultät ist die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit, unter anderem mit Bezugswissenschaften wie Psychologie, Soziologie, Bildungswissenschaften, Pflege und Sozialer Arbeit.“

Applaus für ein stilles Dulden

Der erste Esslinger Beitrag „Solidarität und Sozialität gegen Kontrolle und Aufrüstung Kriegsanalogien in der Corona-Pandemie verstellen den Blick auf relevante Diskurse um Verletzlichkeit, Gerechtigkeit und Fürsorge in und durch die Pflege“ von Prof. Dr. Sandro Bliemetsrieder und Prof. Dr. Gabriele Fischer beleuchtet, wie die Metaphorik vom „Krieg gegen Corona“ einzelne Sachverhalte verkürzt. Regina Stolz, M.A., RbP; Birgit Kröger, B.A.; Prof. Dr. Stefanie Joos und Prof. Dr. Cornelia Mahler, M.A., RbP. vom Gesundheitscampus Esslingen-Tübingen legen eine systematische Literaturanalyse zur Zerstäubung von ätherischen Ölen in der Raumluft zur Prävention und/oder Behandlung von Infektionen der Atemwegen“ vor.

Prof. Dr. Gabriele Fischer, Prof. Dr. rer. cur. Maik H.-J. Winter und Prof. Dr. rer. soc. Karin Reiber beschäftigen sich im Rahmen des durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst geförderten „care4care“-Projekts unter dem Titel „Applaus, Applaus für Dein stilles Dulden... Variationen über das Thema „Anerkennung“ mit anerkennungstheoretischen Perspektiven.

Auch eine Absolventin und ein Absolvent sind vertreten

Prof. Dr. phil. Mechthild Löwenstein und Dr. Gerd Bräuer beschäftigen sich unter dem Titel „Plötzlich digital!? Mit E-Portfolios eine reflexive und kooperative Praxis anleiten und begleiten“ mit den Möglichkeiten und Herausforderungen der neuen elektronischen Lehrformate.  Im letzten Artikel mit Esslinger Beteiligung argumentieren Prof. Dr. phil. habil. Annette Riedel, M.Sc. und Prof. Dr. phil. habil. Thomas Heidenreich, Dipl.Psych, dass der Applaus für die (Für)Sorge auch die Protektion der Selbst(für)sorge fordert.

Schließlich soll nicht unerwähnt bleiben, dass mit Regina Stolz (s.o) und mit Patrick Roigk, M.A., der zusammen mit Prof. Dr. med. Clemens Becker über die Umsetzung einer Empfehlung des Robert-Koch-Institutes im Kontext der Corona-Pandemie in die Strukturen und
Prozesse eines Krankenhauses berichtet, eine Absolventin und ein Absolvent der Esslinger Hochschule vertreten sind.

Weitere Informationen

Die gesamte Corona-Sonderausgabe ist als PDF-Datei herunterzuladen. Für den Download sind keine Anmeldung, Probeabo oder sonstiges notwendig.

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Christiane Rathmann
M.A. Christiane Rathmann