"…es gibt nur Unterschiede, welche Form der Weiterbildung man wählt…"
Mit diesen Worten begrüßte kürzlich Prof. Dr.-Ing. Steffen Greuling die 30 Schüler:innen der beiden Physikleistungskurse des Elisabeth-Selbert-Gymnasiums (ESG) aus Filderstadt während ihrer Visite an der Hochschule Esslingen. Eine Tradition, die seit einem Jahrzehnt lebt und gelebt wird.
Die Fakultät „Maschinen und Systeme“ (MS) freut sich sehr, dass das ESG die Hochschule Esslingen jedes Jahr wählt, wenn es darum geht, die angehenden Abiturient:innen vor der wichtigen Entscheidung am Ende der Schullaufbahn über die unterschiedlichen Bildungswege zu informieren. Damit wird ein wichtiger Orientierungspunkt am Übergang zwischen Schule und Praxis angeboten.
Das Erkennen der eigenen Stärken, das Aufzählen von Perspektiven und Alternativen und das alles ohne Angst, die falsche Entscheidung zu treffen: Darum ging es auch dieses Jahr, als die ESG die Fakultät MS kontaktiert hat und das Thema erneut aufgreifen wollte.
„Am Ende soll es eine Entscheidung sein, die gut für Sie ist“, lautete die Botschaft, die Prof. Greuling an die jungen Zuhörer:innen richtete.
Was das Studium in Esslingen ausmacht
Denn in der Unmenge an Informationsquellen und Bildungsmöglichkeiten, exakt die herauszufiltern, die für einen relevant sind, ist schwierig. Was das Studium an einer Hochschule ausmacht, welche Unterschiede es zu einer Universität gibt und welche Möglichkeiten konkret an der Hochschule Esslingen geboten werden, dies wurde nicht nur im Rahmen einer Präsentation erörtert. Sondern die Schüler:innen konnten auch aktiv im Labor Werkstoff- und Festigkeitsprüfung (LWF) mitmachen.
Die Elfklässler:innen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt und konnten abwechselnd Einblicke in die Metallographie und in die Festigkeitsprüfung gewinnen.
So zeigte Dipl.-Ing. (FH) Udo Merk in der Festigkeitsprüfung an einer hochfesten Aluminiumlegierung einen Zugversuch und die daraus abgeleiteten Werkstoffkennwerte. Weiterhin wurde an einer Baustahlprobe mit dem Kerbschlagbiegeversuch gezeigt, welches unterschiedliche Bruchverhalten (zäh und spröde) der Werkstoff aufweisen kann. Zum Schluss konnten die jungen Gäste noch einen Schwingfestigkeitsversuch an einer Kerbprobe sehen und die praktische Anwendung der ermittelten Ergebnisse mit dem Laboringenieur besprechen.
Von Festigkeitsprüfung bis Materialwissenschaften
Im Bereich Materialwissenschaften ermöglichte Dipl.-Ing. (FH) Simone Döll-Eberhardinger einen Einblick in verschiedene Untersuchungsmethoden. Sowohl Qualitätsmaßnahmen als auch Schadensuntersuchungen sind Bereiche, in denen Prüfungen getätigt werden müssen - zum Beispiel zum Schutz bei späteren Anwendungen. Wenn Teile versagen, ist es unumgänglich, die Ursachen herauszufinden und beispielsweise bei Medizinimplantaten vor Nutzung die Qualität zu untersuchen.
Und wenn man zu Beginn des Tages die Gruppe als eher ruhig und zurückhaltend empfunden hat, hat man im Laufe des Tages die Neugier an der Thematik gespürt. Aktiv mitgestalten, Fragen stellen, die Freude, es „selber ausprobieren zu können“, das Interesse an der Laborrealität und was es alles dort zu entdecken gibt: Das alles haben die Schülerinnen und Schülern gezeigt.
Ein Highlight, das den Schüler:innen sicherlich in Erinnerung bleiben wird, war auch die Möglichkeit, sich in den Flugsimulator der akademischen Fliegergruppe FTAG der Hochschule Esslingen zu setzen und in einer simulierten Umgebung einen Segelflieger zu steuern.
Begeisterte Reaktionen bei den Schüler:innen
In der Werkstatt konnten die Gäste aus Filderstadt nicht nur Einblicke in den Leichtflugzeugbau gewinnen, sondern auch tagesaktuelle Projekte aus dem Bereich des E-Fliegens kennenlernen. Begeisterte Gesichter und Reaktionen unterstrichen die Besonderheit dieses Erlebnisses an der Hochschule. Die Schüler:innen äußerten ihre Freude und sagten beispielsweise:
„Das würde ich noch mal ausprobieren.“ - „So etwas habe ich noch nie gesehen.“ - „Es ist so aufregend.“





