Besuch aus fernen Ländern

Die Fakultät Graduate School hat ein Leuchtturmprojekt: Internationale Studierende besuchen das Altersheim in Esslingen-Kennenburg. Ein Besuch - zwei Berichte aus unterschiedlichen Perspektiven.

Ich bin Yasuhito Nakazawa, ein MBA Student der Hochschule Esslingen und war dafür verantwortlich, sonntägliche Besuche für verschiedene Studierendenteams zu organisieren. Gerne möchte ich „Das Leuchtturmprojekt“, im „Geriatrischen Zentrum Esslingen-Kennenburg" etwas näher erklären.

Letzten Herbst präsentierte ein Seniorstudent ein Projekt der Graduate School Studierenden, bei dem für die Bewohner des Seniorenheims Esslingen-Kennenburg regelmäßige Besuchsnachmittage organisiert werden. Als ich das hörte war ich schnell sehr interessiert. Zuhause in Japan habe ich die gleiche Erfahrung gemacht, denn mein Großvater und meine Großmutter werden in Pflegeheimen in Japan betreu

Wie geht die Gesellschaft mit alternden Menschen um?

Außerdem dachte ich darüber nach, wie man mit der alternden Gesellschaft jeweils in Japan und in Deutschland umgeht. Nach einer Studie der Fachzeitschrift McKinsey Quarterly ist Japan das Land der Welt mit den meisten alten Menschen – 25 Prozent der japanischen Bevölkerung sind 65 Jahre alt oder älter.

Bis 2040 wird dieser Prozentsatz auf das historisch beispiellose Level von 36 Prozent ansteigen. Das führte mich zu der Frage: Was haben Japan und Deutschland gemeinsam? Worin unterscheiden sich die beiden Länder? Dann hob ich meine Hand um der Leiter des Leuchtturmprojektes zu werden und in Esslingen eine Erkenntnis darüber zu gewinnen.

Im Februar traf ich Silke Köhler, die Koordinatorin der ehrenamtlichen Tätigkeiten im Altenzentrum das erste Mal. Sie hieß mich herzlich willkommen und erklärte freundlich das Projekt, zeigte mir die Räumlichkeiten. Die Räume waren sauber und individuell eingerichtet.

Viele Kommilitonen haben sich spontan beteiligt

Von März bis Juli lud ich meine Kommilitonen per Whatsapp oder persönlich ein, bei dem Projekt mitzumachen. Ich war begeistert, dass so viele Graduate School Studierende zusammenarbeiteten und spontan ins Leuchtturmprojekt einstiegen, und das obwohl wir ständig Prüfungen und Abgaben von Hausarbeiten hatten. Es war eine großartige Gelegenheit, die Organisation des Zeitplans vieler internationaler Studierenden professionell zu erproben und zu bewältigen.

Wenn wir uns mit den Bewohnern des Altenheims treffen wird Deutsch gesprochen. Damit bot sich uns eine tolle Chance, richtiges Deutsch zu praktizieren. Nicht selten mussten wir sogar die Landessprache „Schwäbisch“ verstehen.

Das ist in Japan eigentlich genauso, die älteren Menschen tendieren dazu, den lokalen Dialekt mit starkem Akzent zu sprechen. Ich hatte wirklich das Gefühl, die deutsche Sprache durch diese Besuche intensiver und besser zu lernen!

Je mehr ich mit dem Projekt zu hatte, desto mehr genoss ich die Treffen. Manche der Bewohner waren sehr lebhaft und erzählten Ihre Lebensgeschichten und Jugenderfahrungen, denen ich voller Respekt lausch

Die Welt ein kleines bisschen besser machen

Ich wünsche mir, dass diese Aktivität weitergeführt wird und hoffe sehr, dass die nächsten Studierenden das Leuchtturmprojekt übernehmen. Frau Köhler sagte, dass dieses Projekt es uns einerseits ermögliche, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen und andererseits zwei Aspekte verknüpfen könne: Kultur und Alter.

Yasuhito Nakazawa, MBA Esslingen

Ein schwäbisch-indischer Austausch

„Es ist immer so spannend, wenn die Studenten kommen“, so eine Bewohnerin und freut sich schon auf diesen Sonntagnachmittag.

Viele kluge Köpfe machen sich Gedanken über Völkerverständigung und Dialog der Generationen. Das Leuchtturmprojekt, das es bereits zum dritten Mal gibt, verbindet Dialog und Völkerverständigung ganz praktisch.

Es ist ein Projekt der Graduate School der Hochschule Esslingen mit dem Geriatrischen Zentrum Esslingen-Kennenburg. Studierende aus verschiedenen Nationen kommen zum Sonntagscafe zu den Bewohnerinnen und Bewohnern.

Gespräche über die Heimatländer oder die schwäbische Sprache

Es braucht kein großes Programm. Es gibt es viel zu erzählen. Dabei entstanden immer sehr bereichernde und informative Gespräche über aller Herren Länder. Die Studentinnen und Studenten berichteten über ihre Heimatländer. Welche Feste feiert man in Indien? Oder welche Hobbies pflegt man in Japan? Im Gegenzug lernten sie von den Bewohnerinnen und Bewohnern Besonderheiten der schwäbischen Sprache kennen.

Lauter interessante Fragen des Alltags- und Berufslebens, die gemeinsam besprochen werden. Es war immer sehr bereichernd und unterhaltsam. Viel zu schnell vergingen die Stunden.

Stimmungsvolle Schwäbische und indische Lieder zum Abschied

Nun hieß es wieder Abschied nehmen. Ein Nachmittag mit schwäbischen und indischen Liedern war ein stimmungsvoller Abschluss.

Silke Köhler, Sozialdienst

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