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Hochschule - Weststadt

Weststadt Stories (Folge 4)

Viel Raum, viel Licht und kurze Wege: In der 4. Folge unserer Serie rund um den neuen Hochschulcampus in der Esslinger Weststadt steht die Architektur im Mittelpunkt. Wir haben mit den Verantwortlichen gesprochen und uns auf dem Gelände genauer umgesehen.

Einen neuen Campus mit mehreren Gebäudeteilen in dicht bebaute Strukturen zu integrieren – das stellt schon eine Herausforderung dar. Doch an Ideen, wie man das Mammutprojekt „Campus Weststadt“ umsetzen könnte, mangelte es von Anfang an nicht. Dies zeigte sich bei dem zweiphasigen Realisierungswettbewerb, den der Landesbetrieb Vermögen und Bau Baden-Württemberg, Amt Ludwigsburg 2016 in seiner Rolle als Bauherr ausgelobt hatte. Schlussendlich konnte das Architekturbüro bss Architekten Bär, Stadelmann, Stöcker aus Nürnberg die fachkundige Jury mit einem Entwurf für einen Hochschulcampus überzeugen, der die historische Architektur der Weststadt mit seiner Klinkerfassade aufnimmt.

 

Offen, lebendig, zukunftsorientiert

Heute, mit Blick auf den wachsenden Baufortschritt, lässt sich jedoch erahnen, was es für die Architekten alles zu bedenken und einzuplanen galt, um Gebäude entstehen zu lassen, die die Bedürfnisse ihrer Nutzer aufgreifen – in all ihrer Komplexität. 

„Der neue Campus ist so gestaltet, dass er den Übergang vom öffentlichen Stadtraum in die Lern- und Arbeitswelt klar und einladend gestaltet“, berichtet Marco Eberhardt, der bei bss Architekten unter anderem an der Planung des Campus beteiligt war. 

Vom Stadtteilplatz im Osten gelangt der Besucher zunächst durch ein Tor auf das Gelände der Hochschule. Dieses Tor wird durch die Gebäude 22 mit der Bibliothek und Gebäude 21 mit der Aula gebildet, die ab dem dritten Obergeschoss miteinander verbunden sind. Im Zentrum des Ensembles liegt der Campusplatz – ein gemeinsamer Treffpunkt für Studierende, Lehrende und Gäste.

Rund um diesen Platz gruppieren sich die vier fünfgeschossigen Gebäude, in denen unter anderem die zentralen Einrichtungen Aula, Mensa, Bibliothek und die großen Hörsäle verortet sind. Hierbei war für die Planer die Durchlässigkeit ein wichtiges architektonisches Prinzip: Die einzelnen Gebäude lassen Raum für Wege, Licht und Luft. Sie sind offen gestaltet, mit verglasten Atrien und großzügigen Foyers, die Begegnungsräume schaffen. 

„Auch wenn jedes Gebäude einzeln steht, befinden sie sich doch in direktem Austausch. Man könnte sagen, sie kommunizieren miteinander, wie ein Quartett, das eine gemeinsame Melodie spielt“, so Marco Eberhardt. 

Gleichzeitig bleibt der in sich geschlossene Campus in alle Richtungen offen – etwa zur nördlichen Nachbarschaft oder für eine mögliche spätere Erweiterungen im Westen.

 

Historie trifft auf moderne Architektur

Trotz begrenzter Fläche wurde großer Wert auf offene, barrierefreie Bewegungsräume gelegt. 

„Der innere Campus erhält einen ebenen, hindernisfreien Belag“, erklärt Marco Eberhardt. „Dieser verbindet alle Gebäude direkt mit ihren Fassaden und schafft eine flexible, gemeinschaftliche Fläche – auch für größere Veranstaltungen“.

Unter der Projektleitung von Simone Graf, Architektin beim Amt Vermögen und Bau Ludwigsburg, entsteht somit ein Campus, der nicht nur funktional, sondern auch lebendig, durchdacht und zukunftsfähig ist – ein Ort, an dem Lehren, Lernen und Begegnung auf natürliche Weise zusammenkommen. 

 

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