#Hochschule_Inside: Leistungssport an der Hochschule

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Höchstleistungen im Sport erzielen und gleichzeitig studieren? Wie geht das zusammen? Aktive Spitzensportler benötigen viel Zeit für Training und Wettkämpfe. Die Hochschule Esslingen kooperiert daher mit dem Olympiastützpunkt Stuttgart, dem Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband und dem Studierendenwerk Stuttgart, um den Sportlerinnen und Sportlern ein erfolgreiches Studium zu ermöglichen.

Luca Schwarzbauer studiert Wirtschaftsingenieurwesen an der Hochschule Esslingen und ist gleichzeitig als Leistungssportler im Mountainbike Cross-Country erfolgreich. Bereits als Junior stand er bei zahlreichen Wettbewerben auf dem Treppchen: als Dritter in der Weltmeisterschaft, als Deutscher Meister, mit einem Weltcupsieg und Zweiter in der Weltrangliste. Im Interview berichtet er, wie er zum Sport gekommen ist und wie sich Sport und Studium vereinbaren lassen.

Wie sind Sie zum Sport gekommen und was hat Sie zu einem Studium bewegt?

Luca Schwarzbauer: Ich bin in Köngen aufgewachsen und wohne heute in Nürtingen. Ich fahre praktisch schon immer Fahrrad, als Kind natürlich eher zum Spaß und bei kleinen Rennen und ab dem Alter von ungefähr 16 zunehmend professioneller. Von Beginn an bin ich nur auf der olympischen Disziplin unterwegs gewesen. Das heißt, ein Rundkurs mit einer Renndauer von ungefähr 1,5 Stunden. Es geht im Gelände sowohl bergauf als auch bergab. Die offizielle Bezeichnung ist Mountainbike Cross-Country olympisch. Aber im Endeffekt ist es das was die meisten unter Mountainbiken verstehen.

Nachdem ich nach der Schule praktisch direkt Profi-Sportler wurde, hatte ich eine Zeit, in welcher ich nicht besonders erfolgreich war und entschied mich deshalb zwei Jahre später ein Wirtschaftsingenieurwesen Studium in Esslingen anzufangen. Tatsächlich verbesserte sich dann langsam meine Leistung auch auf dem Bike wieder. Heute fahre ich für eines der besten fünf Werksteams der Welt. Letztes Jahr habe ich nach 27 Jahren für Deutschland das erste Mal wieder einen Weltcupsieg geholt und bin momentan 11. der Weltrangliste. Auch wenn ich gerade nicht mehr zwingend auf ein Studium angewiesen bin, habe ich versucht aus den Fehlern zu lernen und habe das Studium immer weiterverfolgt. Jetzt stehe ich knapp vor meiner Bachelor Arbeit.

Wie gehen Leistungssport und Studium zusammen?

Luca Schwarzbauer: Die Hochschule unterstützt Sportlerinnen und Sportler, die beispielsweise wie in meinem Fall einen Nationalkaderstatus aufweisen können. Bei mir war es klar, dass vor allem die Höchststudiendauer eine große Hürde werden würde. Da ist es möglich, dass die Hochschule nach entsprechender Einstufung einem entgegenkommt. Man muss trotzdem immer am Ball bleiben und das von Anfang an.

Für mich war toll, dass ich mit Prof. Dr. Ben Marx einen Dekan hatte, der mir von Anfang an zwar klarmachte, dass dieses Studium nicht zu schaffen ist, wenn man nicht entsprechenden Fleiß und das nötige Durchhaltevermögen mitbringt. Aber wenn ich dranbleibe, auch auf die Unterstützung der Hochschule zählen kann, was die Verlängerung der Gesamtstudiendauer angeht.

Prüfungszeit und Spitzensport, was für Hürden warten hier?

Luca Schwarzbauer: Selbstverständlich muss man alle Prüfungen absolvieren, die auch alle anderen Studierenden absolvieren müssen. Vorteilhaft für mich war, dass ich einige Fehlzeiten ausgleichen konnte, indem mir Professorinnen und Professoren Arbeitsmaterial zugeschickt haben. Die Verschiebung von Prüfungen ist generell nicht möglich, sollte man im höheren Semester mal eine mündliche Prüfung haben, kann da eventuell ein extra Termin gefunden werden.

Was müssen andere Studierende beachten, wenn Sie selbst im Leistungssport erfolgreich sein möchten und gleichzeitig ein Studium absolvieren wollen?

Luca Schwarzbauer: Klar ist, dass dieses Studium ein Vollzeitstudium ist. Macht man internationalen Hochleistungssport, so ist das in der Regel auch ein Vollzeitjob. Das heißt, man muss seinen Alltag sehr effizient gestalten: Früh das Lernen anfangen und man ist gut beraten, wenn man entsprechende Disziplin an den Tag legt. Da der Leistungssport in meinem Fall viel Disziplin von mir verlangt, habe ich immer versucht mich früh auf die Prüfungen vorzubereiten und dabei möglichst in Gruppen zu lernen. So macht es dann auch mehr Spaß.

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Leistungssport an der Hochschule Esslingen

Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen

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