Endlagersuche in Deutschland

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Die Nutzung der Kernenergie zur Stromerzeugung sowie für medizinische und wissenschaftliche Zwecke umfasst inzwischen einen Zeitraum von rund fünfzig Jahren. Dabei sind schwach-, mittel- und hochradioaktive Abfälle angefallen. Deren sichere, von der Biosphäre getrennte Einlagerung ist seit Langem ein technisches sowie ein politisches Thema. Pläne insbesondere für ein Endlager hochradioaktiver Abfälle konnten bisher nicht umgesetzt werden, da hierfür kein politischer Konsens gefunden werden konnte.

Mit der Frage, wie eine mögliche Lösung aussehen könnte, setzte sich am 11. Oktober 2023 beim Kolloquium der Fakultät Angewandte Naturwissenschaften, Energie- und Gebäudetechnik (NG) der Hochschule Esslingen Dagmar Dehmer, Bereichsleiterin Unternehmenskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE), auseinander. Ihrem Vortrag „Endlagersuche für hochradioaktive Abfälle in Deutschland“ folgten über 110 interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer des Kolloquiums, das von NG-Professor Dr.-Ing. Werner Braun geleitet wurde.

Hochaktive Abfälle im Fokus

Die Referentin verdeutlichte zunächst, dass sich 99 % der Radioaktivität in 5 % des Volumens aller Abfälle befänden, während sich 1 % der Radioaktivität auf 95 % des Volumens verteilten. 27.000 Kubikmeter hochradioaktiven Mülls seien über lange Zeiträume einzulagern. Demgegenüber sei schwach- und mittelaktiver Müll nur begrenzte Zeit strahlungswirksam; hierzu gehörten 200.000 Kubikmeter aus der Schachtanlage Asse,100.000 Kubikmeter aus der Urananreicherung und 303.000 Kubikmeter aus dem Betrieb und dem Rückbau von Kernkraftwerken sowie aus der Nutzung in Industrie, Forschung und Medizin.

Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) in Peine sei verantwortlich für die Standortauswahl für das künftige Endlager für hochradioaktive Abfälle, für das Endlager Konrad, für die Schachtanlage Asse II, für das Endlager Morsleben, für den Abschluss und die Einstellung der Aktivitäten zum Projekt eines Endlagers in Gorleben sowie für die Produktkontrolle bei radioaktiven Stoffen.

Der Hauptteil des Vortrags von Dagmar Dehmer konzentrierte sich auf das Vorhaben der Suche nach einem geeigneten Standort für das erforderliche Endlager für hochradioaktiven Abfall in Deutschland gemäß dem 2017 verabschiedeten Standortauswahlgesetz. Die Referentin unterstrich, dies sei die erste Phase von insgesamt sechs Phasen hierzu: Der Standortsuche – auch als Standortauswahlverfahren bezeichnet - hätten als fünf weitere Phasen das Genehmigungsverfahren, die Errichtung, die Inbetriebnahme und Einlagerung, die Stilllegung und die Nachverschlussphase zu folgen.

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