Fahrwerk und Regelsysteme

Fahrwerk- und Regelsysteme (Mechatronik)

Die Entwicklung der letzten Jahrzehnte in den Industrienationen hat gezeigt, dass die traditionellen Ingenieur-Disziplinen Maschinenbau und Elektronik durchaus erfolgreich und gefragt sind. Allerdings ist die Mehrzahl der heutigen Industrieprodukte eine Synthese von mechanischen, elektrischen/elektronischen und rechnergesteuerten Komponenten, und funktioniert nur durch deren reibungsloses Zusammenwirken.

Begriff

Mechatronik wird aus den Begriffen Mecha nik und Elek tronik gebildet und ist das moderne Ingenieurwissen, das zur Arbeit an Baugruppen und Systemen, mit maschinenbaulichen und elektronischen Anteilen befähigt. Insbesondere in der Fahrzeugtechnik ist Mechatronik vielfältig präsent. Beispiele vom mechatronischen Systemen in Fahrzeugen:

  • Antiblockiersysteme (ABS)
  • Antriebsschlupfregelungen (ASR)
  • Fahrdynamik-Regelungen (z.B. ESP = Electronic Stability Program)
  • Semiaktive und Aktive Federungen (z.B. ABC = Active Body Control)
  • Brems-Assistenz-Systeme (z.B. BAS)
  • Steer-By-Wire
  • Brake-By-Wire
  • elektronische Zünd- und Einspritzanlagen
  • Adaptive Getriebesteuerungen
  • rechnergestützte Verkehrsleit-, Sicherheits- und Navigationssysteme
  • Hybridfahrzeuge mit kombiniertem Elektro- und Verbrennungsmotor
  • usw.

Ausbildung

Nach dem maschinenbaulich orientierten Grundstudium werden im Hauptstudium durch hauptamtliche Professoren und qualifizierte Lehrbeauftragte aus der Industrie neben den Kernfächern Kraftfahrzeuge (mit Fahrwerke) und Verbrennungsmotoren die Fächer Elektronik, Mikrocomputertechnik, Informatik, Systemdynamik und Simulationstechnik, Fahrdynamik, Sensorik, Aktuatorik und Regelungstechnik durch Vorlesungen mit Studien- und Projektarbeiten vertieft. Diese vorrangig technischen Inhalte werden durch nichttechnische Fächer ergänzt, die zu Kostendenken, Sozialkompetenz und Teamfähigkeit befähigen werden.

Die Ausbildung ist damit eine solide Basis für kompetente Fahrzeugtechnik-Ingenieurinnen und -Ingenieure.

Berufsbild

Typische Aufgaben eines Fahrzeug-Mechatronikers sind

  • Systemkonzeption (z.B. Lastenheft-Erstellung) für neue Fahrzeugsysteme
  • Rechnergestützte Bewertung und Optimierung der Systeme durch Simulation
  • Koordination und/oder Durchführung der Hardware-Entwicklung
  • Koordination und/oder Durchführung der Software-Entwicklung, meist in der Programmiersprache C
  • Mess- und Versuchstechnik zur experimentellen Bewertung der Systeme
  • Applikation von Systemen, also die Anpassung an verschiedene Fahrzeug-Baureihen
  • Entwicklung von zugehörigen Diagnose-Systemen.



Der Fahrzeug-Mechatroniker ist in erster Linie Fahrzeugtechniker, also eine Maschinenbau-Ingenieur. Elektronik und Informatik sind zusätzliche Schwerpunkte. Entsprechend der breiten Wissensbasis ist der Fahrzeug-Mechatroniker zunächst eher Generalist als Spezialist. Die Spezialisierung erfolgt später im Beruf.

Qualifizierte Fahrzeugingenieure des Studienschwerpunktes Fahrwerk und Regelsysteme werden von der gesamten Fahrzeug- und Zulieferindustrie heute und zukünftig stark nachgefragt. Die rasche Neuentwicklung und kontinuierliche Perfektionierung der mechatronischen Fahrzeug-Komponenten ist unter anderem auch eine Antwort auf die wachsenden Anforderungen des Umweltschutzes, Ressourcen zu schonen und den mit zunehmender Internationalisierung zwangsläufig wachsenden Verkehr vor dem Stillstand zu bewahren.