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Spektrum_36

133spektrum 36/2012 « INTERN Durch Esslingen spazieren und dabei am Computer sitzen – Traum oder Wirklichkeit? Begonnen hat das virtuelle Projekt vor fünf Jahren mit einer 3D-Modellierung des Gebäudes der Hochschule Esslingen in der Flandernstraße: Dr. Reinhard Schmidt, Professor für Informationstechnik, und einige seiner Studenten machten sich ans Werk, die Daten für die aufwen- dige Modellierung zu sammeln, zu verarbeiten und schließlich die Hochschule in 3D abzubilden. Was sich einfach anhört, ist für die Medieninformatiker eine höchst aufwendige Angelegen- heit: „Es entstehen sehr große Datenmengen, die verarbeitet werden müssen. Die Optimierung dieses Prozesses ist unsere tägliche Arbeit“, erklärt Reinhard Schmidt, der das Projekt im Rahmen seiner Vorlesung „Virtuelle Realität“ leitet und betreut. Die 3D-Modellierung wird in vielen Sparten bereits erfolgreich eingesetzt, so beispielsweise im Flugzeug- und Städtebau, in der Medizintechnik und im Militär, wo das Thema seinen Ursprung hat, sagt Schmidt. Ziel ist es, etwa in der Automobilbranche, Fahr- zeuge mit Hilfe von eigens geschaffenen virtuellen Menschen auf ihre Gebrauchstauglichkeit zu testen. Auch im Umgang mit Ängsten wird das Verfahren bereits erfolgreich eingesetzt: So kön- nen Menschen mit Platzangst beispielsweise lernen, virtuell über 3D-modellierte Plätze zu gehen und dabei Schritt für Schritt ihre Ängste abzubauen. Reinhard Schmidt und sein Team von Studenten und wissenschaftlichen Mit- arbeitern haben bisher neben der Hoch- schule in der Flandernstraße eine ganze Reihe von Plätzen und Gebäuden der Esslinger Innenstadt abgebildet: so etwa einen Teil der Stadtmitte, das Dick Areal, eine Kirche und das Neckar Forum. „Wenn wir Glück haben, bekommen wir vor Beginn einen Grundriss des entsprechenden Gebäudes“, erläutert Fabian Mül- ler, der in seiner Studienarbeit die 3D-Modellierung des Neckar Forums gefertigt hat. Dann geht es ans Fotografieren. Rund 300 Bilder hat Fabian Müller gemacht. Die Auswertung der Bilder VIRTUELLES ESSLINGEN: INFORMATIONSTECHNIKER DER HOCHSCHULE PLANEN UND SCHAFFEN 3D-SPAZIERGANG DURCH DIE ALTE REICHSSTADT ANTJE FÜRTH ger Zeit für die Sensibilisierung im Themenfeld Männlichkeiten und Diversität sowie die Entwicklung interkultureller Männer- und Väterarbeit. Er ist Mitglied des Arbeitskreises für interdisziplinäre Männer- und Geschlechterforschung und in der wissenschaft- lichen Fachgesellschaft „Geschlechterstudien/Gender Studies Association“. Darüber hinaus initiierte er 2010 die Gründung der „Bundesarbeitsgemeinschaft Männlichkeiten und Migration“. In einem weiteren Vortrag stellten Prof. Dr. Susanne Dern und Prof. Dr. Alexander Schmid die rechtlichen Möglichkeiten von Männerförderung vor. Thema war nicht nur eine Quotenrege- lung für Männer in sozialen Berufen aus juristischer Perspektive, sondern auch verschiedene andere, teilweise auch bereits umge- setzte, frauen- und männerspezifische politische Fördermaßnah- men und deren Wirkung. Den Abschluss der Veranstaltungsreihe bildete ein Vortrag von Prof. Dr. Birgit Meyer. Sie setzte sich mit Männerforschung und der Männerbewegung aus feministischer Perspektive auseinander, stellte verschiedene Richtungen der aufkeimenden Männerbewe- gung kritisch vor und zog zusammen mir Prof. Dr. Claus Melter ein Resümee der gesamten Ringvorlesung. Die Ringvorlesung wurde durch das Dekanat der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege (SAGP) unterstützt. Als wissenschaftliche Hilfskraft trug Tristan Scherrer wesentlich zum Gelingen der Veranstaltung bei. Die einzelnen Beiträge konnten eindrucksvoll aus verschiedensten Perspektiven, unter anderem politologisch, pädagogisch, juris- tisch, psychologisch und soziologisch, die Bedeutung des Themas „Männer in Sozialen Berufen“ belegen. Die öffentliche Ringvorle- sung wird im kommenden Wintersemester 2012/13 fortgeführt. Antje Fürth M.A. ist als freie Journalistin für die Hochschule Esslingen tätig.

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