Research Projects

Wirbelsäulen- und Hüftendoprothetik

Im Labor für Konstruktion und Simulation der Fakultät Maschinenbau wird im Bereich der Biomechanik für medizin-technische Anwendungen geforscht.
Im Fokus steht die Anwendung von Ingenieursmethoden im Bereich der Wirbelsäulen- und Hüftendoprothetik mit dem Ziel, patientenspezifisch optimale Prothesen zu entwickeln.
Die Zusammenarbeit mit Kliniken und Herstellern von Prothesen wird gepflegt, wie z.B. mit der Aerpah-Klinik Esslingen, der Orthopädischen Universitätsklinik Friedrichsheim in Frankfurt und der Orthopedic Services-GmbH Mainhausen.
Derzeitiger Fokus der Untersuchungen ist im Bereich der Hüftendoprothetik das Zusammenspiel der Muskel- und Knocheninteraktion.
Die Versorgung von Prothesen ändert den natürlichen Kraftfluss in den Knochen und führt zu Umbauvorgängen. Diese können unterschiedliche Auswirkungen wie Versagen durch Implantatslockerung nach sich ziehen. Mit geeigneten Simulationen und der Anwendung mechanischer Modelle erfolgt eine Analyse dieser Knochenumbauprozesse um anschließend neue Prothesengeometrien entwickeln zu können.
Auf Grund des stimulierenden Effekts auf den Knochen, haben Muskelkräfte einen hohen Stellenwert für Form und Erhalt. Neue virtuelle Muskelmodelle von gesunden Probanden auf Basis von MRT-Daten (Magnetresonanztomographie) in Kombination mit gemessenen Kräften im Ganglabor werden derzeit generiert. Dies erlaubt die Evaluierung unterschiedlicher Lösungsstrategien zur Bestimmung der Muskelkräfte im Gangzyklus, da eine direkte Messung von Muskelkräften in vivo nicht möglich ist.
Mit einer virtuellen Implantation von Hüftprothesen und der Anwendung von  Muskelkräften findet eine Untersuchung zur Ermittlung von Beanspruchungen des Oberschenkelknochens (Femur) statt.
Im Validierungsprozess der Ergebnisse von Computermodellen finden klinische Studien Anwendung. Die radiologischen Messungen der Knochenumbauprozesse von Probanden in einem bestimmten Zeitraum beinhalten dabei Einflüsse von Faktoren wie Genetik, Belastungshäufigkeit und –höhe (Lebenswandel) sowie klinische Vorversorgung (Unfall, Prothese). Die quantitativen Auswirkungen der einzelnen Faktoren sind Stand der Forschung. In der Aerpah-Klinik in Esslingen wird derzeit die Auswertung einer bisher einmaligen Langzeitstudie vorgenommen. Diese Studie untersucht die Entwicklung von Muskeln und Knochen in Verbindung mit vorgegebenen Bewegungsübungen über 7 Jahre. Daraus können neue Erkenntnisse der natürlichen Knochenmasseentwicklung von gesunden älteren Menschen gewonnen werden. Eine finale Publizierung ist für dieses Jahr geplant.

Poster im pdf-Format

Forschungsprojekt an der Hochschule Esslingen hilft Menschen mit Behinderung bei der Arbeit durch neuartige Assistenzsysteme

Die Projektbeteiligten vor dem Assistenzsystem (von links: Prof. Dr. Thomas Hörz (Hochschule Esslingen), Alfred Grimm (Beschützende Werkstätte Heilbronn e. V.), Oliver Korn (Hochschule Esslingen), Volker Sieber und Karl Schnaithmann (Schnaithmann GmbH), Christof Sanwald (Beschützende Werkstätte Heilbronn e. V.) Bild: Copyright Fa. Schnaithmann

Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. Thomas Hörz, Tel.: 0711 / 397 – 3269
Projektmitarbeiter: Oliver Korn M.A., Tel.: 0711 / 397 - 3260

(Esslingen) Seit Oktober 2011 gibt es an der Hochschule Esslingen das neue Labor „Interaktive Assistenzsysteme“. Gemeinsam mit dem Anlagenbauer Schnaithmann aus dem Remstal und der Beschützenden Werkstätte Heilbronn erforschen und entwickeln die Esslinger Wissenschaftler ein neuartiges Assistenzsystem. Herkömmliche Systeme unterstützen die Produktionsmitarbeiter bei der Auswahl der richtigen Teile – das neue System arbeitet jedoch mit ganzheitlicher Bewegungserkennung und motiviert zusätzlich durch Elemente aus Computerspielen. Deren Belohnungsprinzipien haben viel mit der Arbeitsrealität gemeinsam und die Bewegungserkennung ermöglicht es, Aktivitätsmessungen elegant und in Echtzeit im Hintergrund vorzunehmen.

Klassische Assistenzsysteme gibt es in Produktionsbetrieben seit vielen Jahren. „Zunächst einmal haben wir die bestehenden Systeme auf Lichtschrankenbasis schon vor Projektbeginn gemeinsam mit den Studierenden optimiert. Hier werden die Mitarbeiter bei der Entnahme von Kleinteilen aus Behältern unterstützt“, erläutert der Leiter des Forschungsprojekts Prof. Dr. Thomas Hörz. Schon dieses System wurde im Oktober auf der Motek (Internationale Fachmesse für Montage-, Handhabungstechnik und Automation) mit großem Interesse aufgenommen. Volker Sieber, Entwicklungsleiter bei Schnaithmann, berichtet: „Wir hatten über fünfzig konkrete Anfragen und unser Standpersonal kam kaum zur Ruhe. Für Schnaithmann ist dieses Feld ein großer Wachstumsmarkt.“

Eine klare Ansage – doch dabei bleibt es bei dem urschwäbischen Familienunternehmen nicht. Anders als die Hochschule Esslingen erhält das Unternehmen im Projekt keine Fördermittel, sondern investiert – und als „Bonus“ erhielt die Hochschule für das Projekt noch einen neuen Smart. „Der Einsatz von Schnaithmann ist ein Paradebeispiel für die tolle Zusammenarbeit mit der regionalen Wirtschaft“, erklärt Prof. Hörz. „Aber bei Schnaithmann herrscht ein besonderer Geist: Als ich Herrn Schnaithmann sagte, dass das Assistenzsystem auch behinderten Menschen bei der Arbeit helfen wird, fragte er nur noch: Wo soll ich unterschreiben?“ Die soziale Ader ist stark bei dem Unternehmer, dem Ende September prompt die Wirtschaftsmedaille des Landes Baden-Württemberg verliehen wurde.

Oliver Korn ist Mitarbeiter des Labors und promoviert über interaktive Assistenzsysteme. Er erklärt, welche neuen Entwicklungen in den kommenden zwei Jahren geplant sind: „Mit der Integration von Bewegungserkennung in Assistenzsysteme gehen wir völlig neue Wege. Bislang wurden fast ausschließlich Ergebnisse kontrolliert – wir unterstützen dagegen den gesamten Montageprozess.“ Dabei nähern sich die traditionsreichen Maschinenbauer stark der Informatik an und setzen auf „Pervasive Computing“ und „Gamification“.

Beim „Pervasive Computing“ geht es um die Durchdringung der Produktionsprozesse mit kleiner aber feiner Computertechnik, wie man sie von Smart Phones kennt. Ein weiteres Beispiel ist der im Projekt verwendete hochintegrierte Bewegungssensor, für dessen Bildgenauigkeit noch vor drei Jahren vier Kameras installiert werden mussten. Auch „Gamification“ ist ein Begriff aus der Computerbranche– allerdings nicht aus der klassischen Informatik, sondern aus der Spieleindustrie. Wie aber sollen Computerspiele Menschen mit Behinderung dabei helfen, Montagearbeiten besser zu verrichten? Korn erläutert: „Die Belohnungs- und Motivationsprinzipien, die bei Computerspielen eingesetzt werden, um das Spielerlebnis angenehm und anregend zu gestalten, haben viel mit der Arbeitsrealität gemeinsam. Auch hier müssen Leistungen erbracht und Gegenstände ‚gesammelt‘ werden – und die Bewegungserkennung ermöglicht es uns, diese Aktivitätsmessung elegant und in Echtzeit im Hintergrund vorzunehmen.“

Dabei spielt für die Arbeitsleistung Motivation und Konzentration eine entscheidende Rolle. Das Ziel sei es, mit dem Assistenzsystem einen Zustand genau zwischen Über- und Unterforderung namens „Flow“ zu erzeugen, in welchem Menschen gerne und besonders produktiv arbeiten. Die Mitarbeiter mit Behinderung der Beschützenden Werkstätte testen dieses System und geben dabei direkt ihr Feedback.„Das stimmt allerdings“, ergänzt Werkstattleiter Christof Sanwald, „wenn unsere Mitarbeiter sich langweilen, beschweren sie sich sofort – und wenn ihnen etwas nicht gefällt, halten sie damit nicht hinterm Berg.“ Genau diese „offene Feedbackkultur“ wird gebraucht, um das System so genau wie möglich an die Bedürfnisse der Anwenderinnen und Anwender anzupassen – und auch hierfür gibt es einen englischen Fachbegriff: „user-centered design“.

So verbindet das Projekt der Hochschule Esslingen die Informationswissenschaft mit Maschinenbau, die Spiele- mit der Produktionsindustrie, die Bewegungserkennung mit Montagetätigkeiten. Man darf sehr gespannt sein, was dieses Team in den nächsten zwei Jahren auf die Beine stellen wird.

Optimierte OP-Planung mit MIMICS und Rapid Prototyping

Projektleitung:
Prof. Dr.-Ing. Roland Mastel, Tel.: 0711 / 397 – 3203
Projektmitarbeiter:
Dipl.-Ing. (FH) Norbert Babel, Tel.: 0711 / 397 - 3142

Im Labor für Konstruktion und Simulation steht seit Sommer 2011 ein 3D-Drucker vom Modell Dimension Elite der Firma Stratasys, USA zur Verfügung. Die 3D-Modelle werden aus dem Kunststoff ABS schichtweise (Schichtdicke 0,25 oder 0,17 mm) aufgebaut.
Der Druck ist in verschiedenen Farben (weis, rot, blau, grün, orange, schwarz, gelb) und mit unterschiedlichen Porositäten (hohe Porosität, mittlere Porosität, vollgefüllt) im inneren Aufbau möglich.
Mit Hilfe des 3D-Druckers konnten schon verschiedene Forschungsaktivitäten im Bereich der Medizintechnik (Wirbelsäulen- und Hüftprothetik) sowie studentische Projekte im Bereich der Konstruktion (Prototypenfertigung) und Werkstoffprüfung (Ermittlung von Materialkennwerten beim schichtweisen Aufbau von Probestäben in verschiedenen Richtungen) durchgeführt werden.
Der Vorteil dieses 3D-Drucksystems liegt darin, dass aufgrund des Materials (ABS) nicht nur optische und haptische Eigenschaften eines Modells, sondern auch Funktionsteile erzeugt werden können.

Forschungsaktivitäten:

Aufgrund einer Anfrage der chirurgischen Abteilung der Berufsgenossenschaftlichen Unfallklinik Tübingen für die Planung einer komplizierten Operation unterstützend tätig zu sein, wurde im Labor für Konstruktion und Simulation das 3D-Modell eines Oberschenkelknochens vom Becken bis einschließlich des Kniegelenks im Maßstab 1:1 auf Basis vorhandener CT-Daten erzeugt.
Für die Generierung des 3D-Modells wurden die CT-Daten zunächst mit dem Programm MIMICS von Materialise, Belgien entsprechend aufbereitet und die Knochenbereiche segmentiert um im Anschluss daran ein STL-File für den 3D-Drucker vom Modell Dimension Elite der Firma Stratasys, USA, zu erzeugen.
Die einzelnen Schritte des Gesamtprojekts wurden in einem Poster dokumentiert (siehe Anhang), welches in der englischen Version zum MIMICS Innovation Award (April 2012) eingereicht wurde.

Poster im pdf-Format

Forschungsprojekt: ASLM – Assistenzsysteme für leistungseingeschränkte Mitarbeiter in der manuellen Montage

Projektleitung: Prof. Dr.-Ing. Thomas Hörz, Tel.: 0711 / 397 – 3269
Projektmitarbeiter: Oliver Korn M.A., Tel.: 0711 / 397 - 3260

Förderstelle:
Koordinierungsstelle Forschung der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, Baden-Württemberg
Laufzeit: 2 Jahre
Beginn: 01.10.2011

Forschungspartner:
Schnaithmann Maschinenbau GmbH, Remshalden
Beschützende Werkstätte für geistig und körperlich Behinderte Heilbronn e.V.

Im Forschungsprojekt ASLM werden Assistenzsysteme für leistungseingeschränkte und leistungsgewandelte Menschen entwickelt. Im Fokus stehen manuelle Montagearbeitsplätze. Anders als bei klassischen Ansätzen zur Optimierung der Produktion wie „Pick-by-Light“ werden in diesem Projekt auch neue technische Verfahren wie die Bewegungserkennung systematisch bewertet und in den Entwicklungs- und Erprobungsprozess integriert.
Neben Themen des Maschinenbaus und der Digitalen Fabrik spielen informationstechnische Ansätze eine tragende Rolle – Aufgabenstellungen wie das Design einer den besonderen Anforderungen der Anwender angemessenen Mensch-Maschine-Interaktion (HCI) sind nicht nur für die Entwicklung, sondern insbesondere für die Akzeptanz des Assistenzsystems entscheidend. Daher kommen Methoden des User Centered Design zum Einsatz.
Ziel ist die Entwicklung eines „Wizards“, der die Mitarbeiter kontextbezogen und auf Basis ihres individuellen Kompetenzprofils anleitet. Die Prototypen dieses Systems werden in mehreren Zyklen von den Anwendern erprobt und dabei auf ihre Einsatz- und Marktfähigkeit hin bewertet.

AiF-Projekt: Stimmprothesenentwicklung

Projektleitung:  Prof. Dr.-Ing. Stefan Rösler, Tel.: 0711 / 397 - 3280
Email: stefan.roesler@hs-esslingen.de

Stimmprothesen ermöglichen Patienten nach einer Kehlkopfentfernung das Sprechen über einen künstlich geschaffenen Kanal zwischen Luft- und Speiseröhre. Die Stimmprothese fungiert als Rückschlagventil, indem sie den Luftstrom von der Lunge in den Rachenraum ermöglicht und gleichzeitig als Abdichtung beim Schlucken fungiert, um den Übertritt von Nahrung oder Speichel in das Bronchialsystem zu verhindern.
Die Entwicklung von Stimmprothesen erfolgte bisher ohne detaillierte Kenntnis der physiologischen Atemwegsparameter kehlkopfloser Patienten. Die entwickelten Produkte wurden im Wesentlichen im Markt getestet. Wichtige Eigenschaften der verschiedenen Prothesenmodelle wie der Strömungswiderstand, die Verschlusssicherheit des Ventils und die Langlebigkeit des Ventils wurden nicht einheitlich untersucht und sind für die Anwender nicht objektiv vergleichbar.
An der Hochschule Esslingen wird derzeit im Rahmen eines kooperativen Forschungsvorhabens ein Messverfahren entwickelt, das in der Lage ist, die o.g. Prothesenparameter zuverlässig zu bestimmen. Die im Rahmen dieses Projekts zu entwickelnde Versuchsanlage muss zum einen in der Lage sein, die Stimmprothesenkennlinie (Strömungswiderstand der Prothese als Funktion des Volumenstroms) aufzunehmen und zum anderen über die Erzeugung einer definierten Druckrampe vor der Prothese den zum Öffnen des Ventils erforderlichen Überdruck zu bestimmen. Darüber hinaus soll es möglich sein, die zu untersuchenden Prothesen einem Dauertest zu unterziehen (1 Mio Ventilspiele).
Das AiF-geförderte Forschungsprojekt, das in Kooperation mit einem deutschen Stimmprothesenhersteller durchgeführt wird, umfasst einen Zeitraum von 33 Monaten. Im Rahmen des Projekts arbeitet 1 wissenschaftlicher Mitarbeiter hauptamtlich an Entwicklung und Betrieb der Versuchsanlage.

Signal-based clustering for quality-oriented process monitoring in ultrasonic welding of thermoplastics (SC-QUPUS)

Funding authority: Ministry of Economics of the State of Baden-Wuerttemberg
Duration: 2.5 years
Start: 1.9.2007

Research partners:
Fraunhofer - IPA, Stuttgart
Hochschule Esslingen, Plastics Laboratory
Festo, Esslingen
Gardena, Ulm
Greiner Bio-One, Frickenhausen
Herrmann-Ultraschall, Karlsbad
Mack & Schneider, Filderstadt
Murrplastik, Oppenweiler

Here you will find more detailed information

Projekt „ApisJet“

Projekt „Turboprop“

Kontaktadresse

Hochschule Esslingen
Fakultät Maschinenbau
Kanalstr. 33
73728 Esslingen

Telefon +49(0)711.397-33 51
Telefax +49(0)711.397-33 70
maschinenbau(at)hs-esslingen.de

Studiengangflyer