Orchester der Hochschule begeistert im 37. Matinéekonzert

Die Hochschule Esslingen kann mit dem jährlich am ersten Advent stattfindenden Matinéekonzert bereits auf eine lange Tradition zurückblicken. Im 37. Jahr bot das Hochschulorchester wieder sinfonische Musik höchster Güte.

Mit Johann Sebastians Bachs Ouvertüre C-Dur, BWV 1066 eröffnete das Orchester das Konzert und zeigte hier eine feine Artikulation sowie eine große Klarheit im Klang. Der erste Satz, in dessen schnellem Teil die Fugeneinsätze in den Bläsern und Streichern ein Höchstmaß an Konzentration verlangen, eröffnete feierlich den Reigen der folgenden Tanzsätze, die dynamisch ansprechend und mit großer Musikalität dargeboten wurden.

Mit Muriel Bardon hatte das Orchester eine international erfahrene Solistin gewinnen können. Sie zeigte in der Romanze G-Dur op. 40 eine bewegende Interpretation, in der sie die edle Linienführung des Werkes sensibel gestaltete. Mit technischer Perfektion und warmem Klang gestaltete sie den musikalischen Dialog mit dem sie begleitenden Orchester.

Antonin Dvoraks Serenade d-Moll op. 44, geschrieben für Bläser sowie Violoncello und Kontrabass, gab den Bläsersolisten ein Forum, ihr Können zu zeigen. Die im ersten Satz „quasi Marcia“ komponierte Strenge löste sich schon bald in einen lebendigen Wechsel der Motive und Themen auf. Besonders das Zusammenspiel der hohen Holzbläser beeindruckte durch dynamische Vielfalt und klangliche Flexibilität. Der letzte Satz schloss mit virtuosen Passagen der Hörner sowie rhythmischen Finessen, welche souverän umgesetzt wurden.

Bartoks „Ungarische Bilder“ von 1931 gehören sicherlich nicht zum Standardrepertoire eines Amateurorchesters. Steffi Bade-Bräuning, die Leiterin und Dirigentin des Hochschulorchesters, bewies in der Auswahl dieser Stücke allerdings Sinn für ein außergewöhnliches Werk, mit dem das Orchester glänzen konnte. Die fünf musikalischen Miniaturen mit Titeln wie „Abend auf dem Lande“, „Bärentanz“ und „Üröger Hirtentanz“ wurden mit musikalischem Feingefühl und musikantischem Herzblut dargeboten. Hieran schloss sich Schostakowitschs „Tahiti Trot op. 16“, ein Werk, das durch das melodische Zitat aus „Tea für Two“ seine Bekanntheit erreichte. Mit musikalischem Witz und und gekonnter rhythmischer Gestaltung brachten die 60 Musiker das Publikum zum Schmunzeln.

Das Programm schloss mit Ronan Hardimans Filmmusik zu „Lord oft he Dance“ und John Williams „Jurassic Park – The Lost World“, beides symphonisch gedachte Filmmusiken, die das Orchester unter der Leitung von Steffi Bade-Bräuning mit großer Präzision und intonatorischer Klarheit zu Gehör brachte. Der Rektor der Hochschule Esslingen, Prof. Dr. Bernhard Schwarz, dankte den Musikerinnen und Musikern und unterstrich die Bedeutung des Orchesters für die Hochschule und die Stadt Esslingen. Er lud gleich zum nächsten Matineekonzert 2012 ein.

Das Orchester der Hochschule Esslingen  probt ab 12. Januar wieder jeden Donnerstag am Standort Esslingen, Flandernstr. 101. Neue Teilnehmer sind herzlich willkommen.

Kontakt: musik(at)hs-esslingen.de

Bild: Die Solistin Muriel Bardon
Foto: Mack

By: Cornelia Mack