Gerhard Kehl
Fakultät Betriebswirtschaft
berufen zum Wintersemester 2010/11
Welche beruflichen Stationen hatten Sie bisher?
Nach dem Abitur hatte ich erst mal genug von theoretischen Abhandlungen und wollte unbedingt etwas Praktisches tun. Da ich mich sehr für Fahrzeuge interessiere, erlernte ich zunächst den Beruf des Kraftfahrzeugschlossers bei der Daimler-Benz AG in Dortmund. Dort war ich nach der Grundausbildung zur Metallbearbeitung vor allem in der Pkw- und Lkw-Reparatur beschäftigt. Schon vor Beginn der Ausbildung war mir jedoch klar, dass ich später als Ingenieur arbeiten wollte. Weil mir die praxisnahe Vermittlung technischer Inhalte und das Zusammenarbeiten in kleinen Gruppen sehr wichtig waren, entschloss ich mich an der Fachhochschule Esslingen (FHTE) Fahrzeugtechnik zu studieren. Da ich nach Abschluss dieses Studiums auch theoretisch noch mehr lernen wollte, erwarb ich in einem Ergänzungsstudium an der Ruhr-Universität Bochum den Titel des Diplom-Ingenieurs im Maschinenbau. Anschließend forschte ich als wissenschaftlicher Angestellter am Institut für Steuerungstechnik der Werkzeugmaschinen und Fertigungseinrichtungen (ISW) der Universität Stuttgart auf dem Gebiet der innovativen Antriebs- und Regelungstechnik und promovierte dort zum Thema „Gestaltung von Formgedächtnis-Aktorsystemen für sensorgeführte Inspektionsgeräte“. Meine industrielle Tätigkeit begann ich als Berechnungsingenieur bei dem Werkzeugmaschinenhersteller Gebr. Heller Maschinenfabrik GmbH in Nürtingen, wo ich einige neuartige Berechnungsmethoden erfolgreich in die praktische Anwendung brachte. Zuletzt war ich bei Heller als Leiter „Vorentwicklung und Berechnung“ tätig und leitete einige Forschungsprojekte. Parallel zu meiner betrieblichen Tätigkeit habe ich auch meine didaktischen Fähigkeiten weiterentwickelt, ab 2006 in Form des Lehrauftrags „Werkzeugmaschinen“ an der Hochschule Reutlingen.
Wie würden Sie Ihr Fachgebiet einem Laien erklären?
Die Technische Mechanik ist die Lehre von den Kräften und Bewegungen. Die Festigkeitslehre, als Teil der Technischen Mechanik, beschäftigt sich mit den inneren Beanspruchungen von Bauteilen. Sie ist damit Grundlage jeder mechanischen Konstruktion, um vorab zu ermitteln, ob die Konstruktion ausreichend dimensioniert ist, also ob sie „hält“ oder „kaputt geht“.
Welche Erwartungen haben Sie an Ihre Studierenden?
Ich hoffe, dass ich als zuständiger Professor für die Studiengänge Wirtschaftsingenieurwesen und Internationale Technische Betriebswirtschaft aufgrund meiner eigenen intensiven technischen Ausbildung keine überzogenen Anforderungen an die Studierenden entwickle. Mein Anspruch ist es, den Studierenden die grundlegenden Dinge der Mechanik und Festigkeitslehre beizubringen und sie für die spannende Welt der Fertigungstechnik zu interessieren. Hierfür erwarte ich von den Studierenden, die sich ja bewusst für ein Studium mit technischer Ausrichtung entschieden haben, neugierig zu sein und das notwendige Interesse aufzubringen.
Da es im Umfeld der späteren beruflichen Tätigkeit meiner Studierenden mit großer Wahrscheinlichkeit immer Spezialisten geben wird, die für detaillierte technische Arbeiten höher qualifiziert sind, möchte ich vor allem erreichen, dass unsere Absolventen die „Sprache der Technik“ so gut beherrschen, dass sie mit technischen Spezialisten direkt und reibungsfrei kommunizieren können. Denn das ist es, was für ein Unternehmen z.B. den Mehrwert eines Technischen Betriebswirts gegenüber einem Betriebswirt ausmacht.
Warum wollten Sie an die Hochschule Esslingen berufen werden?
Durch mein Studium an der Fachhochschule Esslingen (FHTE) und die eigenen Erfahrungen an zwei Universitäten habe ich die Vorzüge einer Tätigkeit an der Hochschule Esslingen kennen gelernt. Da mir einerseits die Verknüpfung theoretischer Grundlagen mit der praktischen Anwendung sehr viel Freude macht, ich andererseits auch während meiner beruflichen Tätigkeit gern als Lehrbeauftragter und Betreuer zahlreicher studentischer Abschlussarbeiten (vor allem mit den Hochschulen Esslingen und Reutlingen) tätig war, lag die Orientierung zu genau dieser Hochschule nahe.
Welche Hobbies haben Sie?
Für meine Freizeit ist meine Familie von besonderer Bedeutung. Darüber hinaus gehe ich gerne joggen, bin aber vor allem aktiver Ruderer. Dies ist die Sportart, der ich auch schon als Jugendlicher intensiv nachgegangen bin und die zum Glück auch auf dem Neckar möglich ist. Weiterhin beschäftige ich mich mit der Restaurierung alter Fahrzeuge, insbesondere englischer Motorräder, mit denen ich dann gelegentlich auf Oldtimer-Rallyes anzutreffen bin.
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