Frank Seelisch

Fakultät Grundlagen

berufen zum Wintersemester 2011/2012

Welche beruflichen Stationen hatten Sie bisher?

Mein erstes „richtiges“ Geld verdiente ich als hands-on-Programmierer in einer 5köpfigen Software-Bude in Berlin. Nach anderthalb Jahren hatte ich aber das Gefühl, das könne noch nicht alles sein und begann eine Industriepromotion bei der DaimlerChrysler AG, die mir danach eine interessante Stelle in der Konzernforschung anbot. Dort war ich in diversen Projekten rund um CAD-Daten vor allem bei der smart GmbH in Böblingen und in Tokio bei Mitsubishi-FUSO unterwegs. Nach 7 Jahren Daimler hatte ich Lust auf neue Herausforderungen und andere Themen und wurde Assistent der Geschäftsführung des Fraunhofer Instituts für Experimentelles Software Engineering in Kaiserslautern, bevor es mich dann wieder in die reine Grundlagenforschung zurück an die TU Kaiserslautern zog.

Wie würden Sie Ihr Fachgebiet einem Laien erklären?

Für mich ist Mathematik die Sprache, in der die Natur zu uns spricht. Wer z.B. einen physikalischen Sachverhalt mathematisch beschreiben kann, der hat auf einmal einen großen, Jahrtausende alten Werkzeugkasten zur Verfügung, um mehr über das Phänomen herauszubekommen. Und die Ergebnisse lassen sich dann sehr oft wieder in die Wirklichkeit zurück übersetzen. Eine andere Komponente, die mir sehr wichtig an der Mathematik ist, ist ihre algorithmische Seite: Fast alle Rechenverfahren kann man in Programme gießen, d.h. Computer verwenden, um mathematische Probleme zu lösen. Das spart natürlich viel Zeit.

Welche Erwartungen haben Sie an Ihre Studierenden?

Von meinen Studierenden erwarte ich Engagement – auch in Form von vielen Fragen direkt in der Vorlesung! Angehende Ingenieure sollten die Mathematik ernst nehmen, denn am Ende sind es z.B. ihre Brücken über die wir gehen und fahren wollen. Mathe ist also nicht nur irgendein Fach, das zufällig im Stundenplan auftaucht. Und wem die Mathematik nicht so liegt, der sollte bereit sein, das durch entsprechenden Fleiß wett zu machen.

Warum wollten Sie an die Hochschule Esslingen berufen werden?

Als es mich durch die DaimlerChrysler AG von Berlin nach Ulm verschlug, war das natürlich erst mal ein Kulturschock. Aber nach und nach habe ich Baden-Württemberg, seine Lebensart und die Schwaben lieben gelernt. Außerdem habe ich auch meine Lebenspartnerin hier kennengelernt, die aber ebenfalls keine gebürtige Schwäbin ist. Nachdem wir dann Schwaben in Richtung Kaiserslautern verlassen hatten und 4 Jahredort gelebt und gearbeitet hatten, war erstens die Zeit für eine Professur gekommen und zweitens bot sich die Möglichkeit, wieder nach Schwaben zurückzukommen. Durch die Berufung nach Esslingen bzw. Göppingen konnte ich beides miteinander verbinden und wieder in meine Wahlheimat zurückkehren. Hinzu kam noch, dass unsere Hochschule immer exzellent bei den Rankings abschneidet, was mir die Wahl zusätzlich erleichtert hat.

Welche Hobbies haben Sie?

Ich bin leidenschaftlicher Kletterer, am liebsten draußen am Felsen, wo man auch mal selbst Sicherungen in die Routen einbringen muss. Durch meine Partnerin bin ich außerdem zum Reiten gekommen. Wenn dann noch Zeit bleibt, gehe ich gern wandern oder lese.

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