Claus Melter
Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege
Welche beruflichen Stationen hatten Sie bisher?
Nach Zivildienst und einer Ausbildung zum Landwirt auf Biohöfen habe ich Interkulturelle Pädagogik an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg studiert und parallel eine Ausbildung zur Beratung gewalttätiger Jungen, männlicher Jugendlicher und Männer gemacht, die ihre Gewalttätigkeit beenden wollen. Danach war ich acht Jahre als Pädagoge in der sozialpädagogischen Einzelfall- und Familienhilfe tätig und habe dann zum Thema „Kommunikation über Rassismuserfahrungen“ an der Uni Oldenburg promoviert. Nach zwei Jahren Lehrtätigkeit in Oldenburg bin ich als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Leopold Franzens Universität nach Innsbruck gewechselt und im Oktober an der Hochschule Esslingen die Professur für Sozialarbeitswissenschaft und Soziale Arbeit in der Migrationsgesellschaft angetreten.
Wie würden Sie Ihr Fachgebiet einem Laien erklären?
Seit Menschengedenken wechseln Menschen ihre Lebensstandorte und leben, arbeiten oder reisen in verschiedenen Ländern. So ist Deutschland wie Europa eine Migrationsgesellschaft, in der Menschen ein- und auswandern und in der Menschen oft unterschiedliche Zugangs-, Aufenthalts-, Arbeits- und Bildungsmöglichkeiten haben. Migrationsgesellschaftliche sowie barriere- und diskriminierungskritische Soziale Arbeit schaut - auch im Hinblick auf Geschlechter- und Einkommensverhältnisse - wie allen Beteiligten gerechtere Lebenssituationen erreichen können, wie aktuelle Lebenspraxen sind und wie Institutionen mit widersprüchlichen Aufträgen wie Kontrolle, Förderung und Einsatz gegen Benachteiligung sinnvoll handeln können.
Welche Erwartungen haben Sie an Ihre Studierenden?
Ich erwarte, dass Studierende sich engagiert, kritisch und kommunikativ mit Lehrinhalten und institutionellen Praxen wie Studienbedingungen und gesellschaftlichen Verhältnissen, in denen Soziale Arbeit tätig ist, auseinandersetzen.
Warum wollten Sie an die Hochschule Esslingen berufen werden?
Ich sehe an der Hochschule Esslingen an der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege viele engagierte KollegInnen, die an meines Erachtens bedeutsamen Themen - wie das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz, genderreflexive Soziale Arbeit, Migrationspädagogik und Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und sozialen Ungleichheiten - arbeiten und sehe es als Chance und Herausforderung, gemeinsam eine kritische und reflexive Theorie und Methodik Sozialer Arbeit mit Arbeitsfeldern und Institutionen Sozialer Arbeit in Kontakt zu bringen und im Dialog weiterzuentwickeln.
Welche Hobbies haben Sie?
Ich fotografiere gelegentlich und gehe gern spazieren, gerade im farbenfrohen Herbst.

