Beatrix Waldenhof

Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege
berufen zum Sommersemester 2011
Welche beruflichen Stationen hatten Sie bisher?
Viele und vielfältige: Ich schöpfe aus einer 17- jährigen Berufstätigkeit, elf Forschungs- Lehr- und Arbeitsaufenthalten im südlichen und westlichen Afrika sowie zahlreichen Stationen in Wissenschaft und Praxis auf internationaler, nationaler und kommunaler Ebene. Dabei entwickelten sich insbesondere folgende Schwerpunkte:
Nach meinem Studium der Politikwissenschaft, Publizistik und Soziologie an der Universität Münster war ich im Bildungs- und Pressebereich tätig. Zunächst am Lehrgebiet „Internationale Politik und Vergleichende Politikwissenschaft“ der FernUniversität Hagen, dann als Publizistin in PR-Agenturen im Wissenschaftspark Gelsenkirchen und in Münster. Aktuellen Fragen der internationalen Entwicklungspolitik widmete ich mich während der Promotion in einem DFG-Graduiertenkolleg am Institut für Entwicklungsforschung und Entwicklungspolitik (IEE) der Ruhr-Universität Bochum. Darauf aufbauend übernahm ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin am IEE vielfältige Aufgaben u.a. in der Lehre und Pressearbeit im Kontext der ersten internationalen Studiengänge „MA in Development Management“ am IEE und der University of the Western Cape, Bellville (Südafrika). Anknüpfend an meine Dissertation zur Rolle der Zivilgesellschaft im Demokratisierungsprozess Sambias forschte ich in einem von der DFG/BMZ geförderten Kooperationsprojekt der Universität Duisburg-Essen und der University of Zambia über die politische Dimension der Armutsbekämpfung am Beispiel Sambias.
Zentrale Bereiche der bundesrepublikanischen Sozialpolitik standen bei meiner Tätigkeit als wissenschaftliche Projektmitarbeiterin der Lernenden Region Emscher-Lippe (BMBF/EU) beim DGB-Bildungswerk NRW e.V. (Projektbüro Recklinghausen) und als wissenschaftliche Projektleiterin „Kommunale Kooperation mit Lernenden Regionen“ (BMBF/EU) der Stadt Gelsenkirchen im Mittelpunkt.
Im Kontext meiner Coaching- und Beratungstätigkeit war ich zunächst in einem Beschäftigungsprojekt des Vereins für integrative Arbeit e. V. in Bochum und anschließend bis zu meiner Berufung an die Hochschule Esslingen als freiberufliche Trainerin in einem Management-Institut für Führungskräfte in Münster tätig.
Parallel zur beruflichen Tätigkeit war ich mit großer Begeisterung vier Jahre Lehrbeauftragte an der Katholischen Hochschule NRW in der Abteilung Münster in den Studiengängen Soziale Arbeit und Heilpädagogik.
Wie würden Sie Ihr Fachgebiet einem Laien erklären?
Sozialpolitik legt gleichsam den Rahmen fest, der Grenzen und Möglichkeiten markiert, in denen Sozialarbeiter/innen in ihren jeweiligen Berufsfeldern agieren. Diesen Kontext sollten sie sehr gut kennen, weil sie im Rahmen gesetzlicher Vorgaben „Produzenten“ sozialer Dienstleistungen (Beratung, Erziehung, Pflege) sind, ihre Klientel bei der Inanspruchnahme sozialer Leistungen unterstützen und sich in anwaltschaftlicher Funktion für ihre Klientel auf politischer Ebene einsetzen.
Bei der Beschäftigung mit dem Sozialstaat rückt die Politikwissenschaft auch das Problem von Willensbildungsprozessen sowie politischer Macht und Herrschaft in den Fokus. Um diese Prozesse verstehen, einordnen, hinterfragen und gestalten zu können, sind Kenntnisse der historischen Entwicklung sowie der aktuellen Problemlagen, Lösungen und Perspektiven in den vielfältigen sozialpolitischen Feldern (u.a. Arbeitsmarkt-, Familien-, Gesundheits-, Renten- und Migrationspolitik) auf kommunaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene eine grundlegende Voraussetzung.
Welche Erwartungen haben Sie an die Studierenden?
Einen ganzen Strauß an Erwartungen und vor allem gute Wünsche:
Freude, Forschergeist, Neugier, Mut neue Wege zu gehen, Ausdauer, Geduld …
Vor allem sollten sie Offenheit und Bereitschaft für das „tiefer Tauchen“ mitbringen und die Herausforderung annehmen, Sozialpolitik zu verstehen, zu hinterfragen und als zukünftige Sozialarbeiter/innen für ihre Klientel mit zu gestalten.
Warum wollten Sie an die Hochschule Esslingen berufen werden?
Weil die Hochschule einen hervorragenden Ruf genießt, die Studiengänge der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege sehr gut aufgestellt sind und in fruchtbarer Weise Wissenschaft und Praxis verzahnen.
Welche Hobbies haben Sie?
Yoga, Laufen, ausgedehnte Spaziergänge in der Natur
zur Personenseite von Beatrix Waldenhof
