FAQs - Fragen zum Thema Wirtschaftsingenieurwesen
Fragen
1. Welche Änderungen wirtschaftswissenschaftlicher Studienangebote sind in Diskussion? zur Antwort
2. Es wird befürchtet, dass der Standort Esslingen geschwächt wird durch eine Verlagerung des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen. Trifft dies zu? zur Antwort
3. Immer wieder ist zu lesen, Göppingen sei als Standort nicht so attraktiv und die Hochschule würde deshalb an Anziehungskraft verlieren, wenn das Wirtschaftsingenieurwesen in Göppingen angesiedelt würde. Gibt es hierfür Belege? zur Antwort
4. Göppingen ist weiter entfernt vom Zentrum der Region Stuttgart als Esslingen. Liegt durch die Verlagerung der Studiengang nicht zu weit weg von den Firmen und Studierenden? zur Antwort
5. Es wird behauptet, Wirtschaftsingenieurwesen werde in Göppingen nicht mehr ausreichend nachgefragt und werde Schaden nehmen. Ist das wirklich zu befürchten? zur Antwort
6. Es gibt an umliegenden Hochschulen ebenfalls attraktive Angebote für Wirtschaftsingenieurwesen. Würde eine Verlagerung von Esslingen nach Göppingen deshalb zu einem Zusammenbruch der Bewerberzahlen führen? zur Antwort
7. Neu: Was belegt die Schädlichkeit der Doppelstruktur von den beiden WI-Studiengängen? zur Antwort
Antworten
1. Welche Änderungen wirtschaftswissenschaftlicher Studienangebote sind in Diskussion?
Bereits bei der Einführung der Wirtschaftsinformatik im Jahr 2002 wurde festgestellt, dass diese inhaltlich zwischen Informatik und Betriebswirtschaft, also am Standort Flandernstraße, angesiedelt werden sollte. So kann gesichert werden, dass Wirtschaftsinformatik direkt von den an der Hochschule vorhandenen Kompetenzen profitiert.
Eine ähnliche Überlegung gilt für Wirtschaftsingenieure, welche die Anbindung an die Labors und das Kollegium der Ingenieurwissenschaften benötigen. Die räumliche Nähe der Wirtschaftsingenieure zur den Ingenieuren am Standort Göppingen führt aktuell zu einer deutlich intensiveren Zusammenarbeit zwischen den Disziplinen. Der Aufbau eines isolierten eigenen Labors, wie er derzeit am Standort Flandernstraße erfolgt, ist nicht nötig.
Zudem ist es Bewerbern schwer zu vermitteln, wo die Unterschiede zwischen den Studienangeboten des Wirtschaftsingenieurwesens in Esslingen und Göppingen sind. Hierfür sind an allen Standorten klare Profile zu erarbeiten.
Schließlich wird sich die HE verstärkt auf Zukunftsthemen ausrichten, beispielhaft die alternde Gesellschaft, die E-Mobilität oder die Energieeffizienz. In all diesen Themen ist wirtschaftswissenschaftliche Kompetenz erforderlich, was eine Erweiterung der dortigen Felder sowie eine interdisziplinäre Zusammenarbeit über Fakultätsgrenzen hinweg bedingt.
Die derzeitige Diskussion zielt daher auf eine räumliche Zusammenführung verwandter Themen mit klarer Profilschärfung der Standorte ab, was erhebliche Synergieeffekte birgt. Zudem könnten an allen Standorten gemeinsam weitere Zukunftsfelder angegangen werden, was für den Erhalt des Rufs der Hochschule und die dauerhafte Sicherung des Marktpotenzials der Absolventinnen und Absolventen unerlässlich ist.
2. Es wird befürchtet, dass der Standort Esslingen geschwächt wird durch eine Verlagerung des Studiengangs Wirtschaftsingenieurwesen. Trifft dies zu?
Nein. Selbstverständlich wird der neue Struktur- und Entwicklungsplan keine Maßnahmen beinhalten, die den Standort Essligen schwächen. Vielmehr soll eine bessere Profilierung der Studiengänge beide Standorte – Göppingen und Esslingen – stärken, Vorausgeschickt werden muss, dass beide Standorte aus den Nähten platzen. Demnach können Studiengänge nur getauscht, nicht an einem Standort alleine aufgebaut werden. In Esslingen bleibt mindestens die gleiche Anzahl wirtschaftswissenschaftlicher Studienplätze erhalten. Zudem werden neue zukunftsweisende Schwerpunkte in Wirtschaftwissenschaften gesetzt.
3. Immer wieder ist zu lesen, Göppingen sei als Standort nicht so attraktiv und die Hochschule würde deshalb an Anziehungskraft verlieren, wenn das Wirtschaftsingenieurwesen in Göppingen angesiedelt würde. Gibt es hierfür Belege?
Nein – dafür gibt es keinen Beleg. Vielmehr zeigt beispielsweise die Entwicklung der Bewerberzahlen in der Mechatronik, dass Göppingen sich verglichen mit den Konkurrenten weitaus besser entwickelt hat (siehe Grafik). Offenbar entscheiden Qualität und Ranking über die Wahl des Studienfaches und Studienortes. Dies trifft nach den Erfahrungen der Hochschule Esslingen sowohl auf die Firmen als auch auf die Bewerber zu.
Falls die Theorie der rückläufigen Bewerberzahlen in Göppingen stimmen würde, müsste im Gegenzug der nach Esslingen verlagerte Studiengang entsprechend steigende Bewerberzahlen haben. In der Gesamtschau entstünde somit kein Schaden für HE.
4. Göppingen ist weiter entfernt vom Zentrum der Region Stuttgart als Esslingen. Liegt durch die Verlagerung der Studiengang nicht zu weit weg von den Firmen und Studierenden?
Nein – dagegen sprechen unsere Erfahrungen. Beispielsweise zeigen die Anfängerzahlen in der Mechatronik, dass Göppingen weit vor den Wettbewerbern liegt (siehe Grafik). Dies zeigt, dass die Studentinnen und Studenten die Wahl des Studienortes vor allem von der Qualität des Angebots abhängig machen. Dies trifft im Übrigen auch auf die Firmen zu, mit denen wir kooperieren. Die geringfügig größere Entfernung ist nicht ausschlaggebend, übrigens auch nicht für die Lehrbeauftragten. Wir können in Esslingen und in Göppingen gleichermaßen großes Interesse an Lehraufträgen feststellen.
Auch der Blick über den Tellerrand zeigt, dass die Attraktivität des Angebots für Studierende über den Studienort entscheidet. Es gibt in Baden-Württemberg Hochschulen in relativ entlegenen Standorten, die sich dennoch großer Beliebtheit erfreuen.
5. Es wird behauptet, Wirtschaftsingenieurwesen werde in Göppingen nicht mehr ausreichend nachgefragt und werde Schaden nehmen. Ist das wirklich zu befürchten?
Die Bewerberzahlen in Mechatronik sind Beleg für die hohe Attraktivität des Angebots in Göppingen. Die Bewerberzahlen sind hier weit höher als an anderen bekannten Hochschulstandorten in Baden-Württemberg.
Daraus lässt sich entnehmen, dass die Qualität des Angebots über die Attraktivität für Bewerber entscheidet. Auch ein Blick auf die Bewerberzahlen im Wirtschaftsingenieurwesen belegt, dass die Nachfrage mehr als ausreichend ist. Es besteht also kein Grund zu der Annahme, dass das Angebot im Wirtschaftsingenieurwesen bei gleichbleibender oder besserer Qualität plötzlich nicht mehr ausreichend Bewerberinnen und Bewerber anziehen würde.
6. Es gibt an umliegenden Hochschulen ebenfalls attraktive Angebote für Wirtschaftsingenieurwesen. Würde eine Verlagerung von Esslingen nach Göppingen deshalb zu einem Zusammenbruch der Bewerberzahlen führen?
Auch hier lohnt der Vergleich mit der Mechatronik, die in vergleichbarer Wettbewerbssituation mit konkurrierenden Hochschulen steht. Entsprechende Angebote bestehen ebenfalls in Ulm, Pforzheim, Reutlingen, Dennoch hat Göppingen die höchsten Bewerberzahlen in ganz Baden-Württemberg. Dies bedeutet: Qualität und Ranking sind entscheidend für den Erfolg eines Studiengangs.
7. Neu: Was belegt die Schädlichkeit der Doppelstruktur von den beiden WI-Studiengängen?
Studienbewerbern sowie Partnern der Hochschule muss in einfacher Weise zu erklären sein, welches die Inhalte der einzelnen Studiengänge und welches die Unterschiede zwischen den Studiengängen der HE sind. Dieses ist gemäß einer Erhebung unter Studierenden bislang definitiv nicht gelungen. Zudem hat die Erfahrung der früheren Jahre mit Studiengängen des Maschinenbaus trotz unterschiedlicher Schwerpunkte gezeigt, dass der interne Wettbewerb nicht aufzulösen war und zusätzliche Ressourcen hinsichtlich Einrichtung und Personal vorzuhalten waren.
