1945-1967

1945-1950

Studierende während einer Vorlesung um 1950
Bildquelle: Archiv der Hochschule Esslingen

Staatliche Ingenieurschule Esslingen

In der unmittelbaren Nachkriegszeit wurde die Staatliche Ingenieurschule kurzzeitig geschlossen und nahm im Januar 1946 mit 240 Studierenden unter der Leitung des Rektors Prof. Georg Tafel ihren Betrieb wieder auf. Der vormalige Rektor Eberspächer hatte, ebenso wie ein Großteil des Kollegiums, von der US-amerikanischen Militärregierung ein Berufsverbot erteilt bekommen. Rektor Tafel betrieb die unmittelbare Neuorganisation der Schule (und insbesondere des Unterrichts) anfangs mit dem vorhandenen Personal und wenigen Räumlichkeiten, da die meisten Gebäude von der United Nations Relief and Rehabilitation Administration zu Reparationszwecken beschlagnahmt oder stark beschädigt waren.

 

Erst im Rahmen der fortlaufenden Entnazifizierungspolitik der Alliierten konnte das Kollegium wieder in etwa auf seine ursprüngliche Größe aufgestockt werden. Der Lehrkörper wurde um neue Dozenten, die hier in Esslingen ihre neue Heimat fanden, ergänzt. Die meisten Professoren, die bereits vor dem Krieg in Esslingen unterrichtet hatten, konnten nach dem Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft und in der Regel wenig gründlichen Entnazifizierungsverfahren ihre Tätigkeit wieder ausüben. Bis 1948 stieg die Zahl der Studierenden auf etwa 700 an. Auf Initiative von Rektor Tafel wurde 1949 der Verein der Freunde der Staatlichen Ingenieurschule Esslingen e.V. gegründet. Rektor Tafel trat 1950 in den Ruhestand, ihm folgte Karl Meerwarth als Leiter der Staatlichen Ingenieurschule Esslingen.

 


Frauenschule für Volkspflege

In den Jahren 1946 bis 1949 werden die Soziale Frauenschule und das Jugendleiterinnenseminar in einer Behelfsunterkunft im Studentenheim am Hohen Bopser untergebracht, ab 1949 dann in der Silberburgstraße 23.

Nach dem zweiten Weltkrieg treten die alten Ausbildungsordnungen wieder in Kraft und damit auch die in den 20er Jahren bereits umstrittene Dreiteilung der zweijährigen Ausbilung zur Wohlfahrtspflegerin in Jugend,- Gesundheits- und Wirtschaftsfürsorge. Aus Sicht der Direktorin Frau Dr. Junk ist die Überlastung des Stoffplanes auf Dauer nicht zu verantworten. Eigene Lektüre oder eigene Erarbeitung der Problematik für Studierende und Dozenten fällt so gut wie aus.

Das Lehrpersonal stellt einige Forderungen auf, um eine Veränderung der Situation zu bewirken. Darunter fallen beispielweise eine einheitliche Ausbildung, die Abschaffung der unterschiedlichen Vorpraktika, ein auf drei Jahre verlängertes Studium plus Anerkennungsjahr sowie viele andere Punkte. Es wird allerdings noch bis in die 60er Jahre andauern, bis die Forderungen schrittweise in Baden-Württermberg umgesetzt werden.

1950-1967

Der Einsteinbrief aus dem Jahr 1953
Bildquelle: Archiv der Hochschule Esslingen

Staatliche Ingenieurschule Esslingen

Im Jahr 1950 beginnt der dritte, durch einen großen Ausbau geprägte Abschnitt in der Geschichte der Ingenieurschule. Nach jahrelangen Diskussionen und Verhandlungen kann im Herbst 1954 mit den Bauarbeiten zur Erweiterung der Ingenieurschule begonnen werden. Indes steigt die Bewerberzahl insbesondere in der Fachrichtung Maschinenbau in hohem Tempo weiter an, so dass auch die Raumnot weiter zunimmt.

Ein nicht alltäglicher Briefwechsel beginnt mit einem Schreiben von zwei Studierenden, Roland Becker und Roland von Kaler am 20. Dezember 1953. Sie schreiben an den Physiker und Nobelpreisträger Albert Einstein, der damals in New York wohnt, um sich den Verbleib mechanischer Feder-Energie im Säurebad erklären zu lassen. Die Antwort lässt nicht lange auf sich warten. Der Brief von Albert Einstein ist heute noch im Besitz der Hochschule Esslingen, eine Kopie davon befindet sich in der Jewish National & University Library in Jerusalem.

Im Jahr 1959 wird das Orchester der FHTE vom Studenten Karl Mündl gegründet. Das Hochschulorchester der Hochschule Esslingen besteht nun schon seit 55 Jahren. Es begleitet eine Vielzahl von Hochschulveranstaltungen, vor allem aber ist die jährliche Matinée im Advent inzwischen ein stimmungsvolles Ritual für viele Hochschulangehörige, Freunde und Partner.

13 Jahre wird es insgesamt brauchen, bis im Oktober 1967 der Schlussstein des Erweiterungsbauprogramms mit einer festlichen Verpflichtung von neuimmatrikulierten Studierenden eröffnet werden kann.


Soziale Frauenschule

Im Jahr 1951 steht die Überlegung im Raum, die Soziale Frauenschule an die Stadt Stuttgart oder an das Land Baden-Württemberg zu übergeben, Grund ist die schlechte Finanzlage des Vereins.
1957 wird das neu errichtete Vereinshaus Silberburgstraße 23 eingeweiht.

Im Jahr 1960 wird die Ausbildungszeit in der Sozialen Frauenschule von drei auf vier Jahre einschließlich eines Jahres Berufspraktikum verlängert.

1963 bildet ein wichtiges Jahr für die Soziale Frauenschule, da sie zusammen mit dem Jugendleiterinnenseminar den Status "Höhere Fachschule" mit der Bezeichnung "Höhere Fachschule für Sozialarbeit" und "Höhere Fachschule für Jugendleiterinnen" erhalten.

Der erste männliche Mitarbeiter wird im Jahr 1965 in die Fachschule zugelassen.

Am 29. September 1967 feiert die Höhere Fachschule für Sozialarbeit ihr 50-jähriges Jubiläum.