Über den Fonds Heimerziehung


Am 11. Dezember 2006 haben Betroffene, die als Kinder oder Jugendliche im Heim untergebracht waren, vor dem Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages über persönlich erlebtes Leid und Unrecht durch Missstände in den Einrichtungen berichtet. Unter den Folgen leiden die Betroffenen auch heute noch. Insgesamt zwei Jahre setzte sich der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages mit der Heimerziehung in der Bundesrepublik von 1949-1975 und der DDR in den Jahren 1949-1990 auseinander,  sowie mit der Traumatisierung  ehemaliger Heimkinder und den sehr begrenzten Entschädigungsmöglichkeiten im Rahmen bestehender gesetzlicher Regelungen.

Durch den Petitionsausschuss wurde ein „Runder Tisch Heimerziehung in den 50er und 60er Jahren“ initiiert. Diese setzte sich unter Beteiligung von Betroffenen, Einrichtungsträgern, Forschung, Verbänden sowie Vertreterinnen und Vertretern von Bund, Länder und Kirchen von 2009 bis 2011 damit auseinander, wie Hilfe und Anerkennung für ehemalige Heimkinder aus der Zeit bis 1975 (BRD) bzw. 1990 (DDR) möglich ist.

Als Empfehlung des Runden Tisches wurde ein Fonds für Westdeutschland mit einem Volumen von 120 Millionen Euro eingerichtet, der vom Bund, den West-Bundesländern und den beiden großen Kirchen getragen wird - Für Betroffene, die in der ehemaligen DDR (1949-1990) im Heim waren, gibt es den Fonds Heimerziehung in der DDR.

Der Fonds soll ehemaligen Heimkindern, die im Heim Unrecht und Leid erlebt haben, bei heute noch bestehenden Folgen wie Traumatisierung oder anderen Beeinträchtigungen und Folgeschäden helfen.

Auch in Fällen, in denen Betroffene nach dem 14. Lebensjahr während der Unterbringung gearbeitet haben oder in die Lehre gegangen sind, ohne dass in dieser Zeit Rentenbeiträge eingezahlt wurden, kann über den Fonds eine Rentenersatzleistungen vereinbart werden.

Die Leistungen aus dem Fonds sind freiwillige Leistungen, auf die kein Rechtsanspruch besteht und die daher nicht auf gesetzlichen Sozialleistungen (z.B. Rente) angerechnet werden.

Mehr Informationen zum Fonds finden Sie auf der Seite des Fonds Heimerziehung.