Aus den Seminarräumen in die akademische Streitkultur der Berufspädagogik

Studierende an der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege studieren nicht nur in den Hörsälen und Seminarräumen der Hochschule – nein, sie vertiefen ihr Wissen auch außerhalb der eigenen vier Hochschulwände.

Prof. Dr. Bonse-Rohmann mit Studierenden der Fakultät SAGP an der TU Darmstadt

Anfang November besuchten sieben Studierende der Studiengänge Pflegewissenschaft (MA) und Pflegepädagogik (BA) ein zweitägiges Symposium zum Thema „Verallgemeinerung des Beruflichen – Verberuflichung des Allgemeinen“ an der Technischen Universität Darmstadt. Prof. Dr. Mathias Bonse-Rohmann arrangierte die Konferenzteilnahme, um den Esslinger Studierenden einen Einblick in die aktuelle berufspädagogische Diskussion in Wissenschaft und Gesellschaft zu ermöglichen. 

Im Zentrum des Fachtreffens stand die Entwicklung der Berufspädagogik sowohl an der TU Darmstadt (TUD) als auch die jüngere Geschichte der Disziplin insgesamt: also der universitären Ausbildung zukünftiger Lehrkräfte für das gewerbliche Schulwesen. Die Berufspädagogik etablierte sich nunmehr seit 50 Jahren an der TUD, sowie parallel an zahlreichen weiteren deutschsprachigen Universitäten. Die Referentinnen und Referenten beschäftigten sich bei ihren Vorträge insbesondere mit der Gegenwart und Zukunft dieser heute wissenschaftlich anerkannten Disziplin.

Die Vorträge weckten großes Interesse und die Studierenden erhielten auch die Möglichkeit, die akademische Streitkultur mitzuerleben.  Retrospektiv stellten die Studierenden fest, dass nach wie vor eine Vormachtstellung der Universität innerhalb der Lehrerbildung für berufliche Schulen spürbar ist. In Pausengesprächen wurde deutlich, dass die Studienrichtung Pflegepädagogik, die starke Bezüge zur Berufspädagogik aufweist, mehreren anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums größtenteils unbekannt war. Während der beiden Kongresstage konnten die Studierenden problemlos den Vorträgen der Ihnen aus der Literazur bekannten Referentinnen und Referenten folgen und stellten auf diese Weise fest, dass sie durch ihr bisheriges Studium ein gutes wissenschaftliches Niveau erreicht haben.

Darüber hinaus gaben die zahlreichen Vorträge den Studierenden neue Denkanstöße und veranlassten sie, andere Perspektiven einzunehmen. Eindrucksvoll und neu war dabei, wie intensiv die interessanten Beiträge aus der Berufspädagogik, Geschichtswissenschaft, Soziologie und Arbeitswissenschaft diskutiert und kritisch hinterfragt wurden – Ausdruck einer akademischen Streitkultur. Die Studierenden empfanden auch deshalb das berufspädagogische Symposium „50 Jahre Berufspädagogik“ als persönliche Bereicherung für ihr weiteres Studium und für ihre zukünftige berufliche Tätigkeit. Unterstützt wurde diese - selbst für die Master-Studierenden - erste Exkursion ihres gesamt bisherigen Studiums durch den Verein der Freunde der Hochschule Esslingen e.V. , dem hier deshalb noch einmal ganz herzlich gedankt werden soll.

Von: A. Romano