M.Eng. Andreas Bächler schließt erfolgreich seine Dissertation zum Dr.-Ing. ab

Nach der Verteidigung der Dissertation: Prof. Kurtz (TU Ilmenau), Dr.-Ing. Andreas Bächler, Prof. Hörz (Hochschule Esslingen)

Rund 4 Jahre arbeitete Andreas Bächler als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt motionEAP (System zur Effizienzsteigerung und Assistenz bei Produktionsprozessen in Unternehmen auf Basis von Bewegungserkennung und Projektion) in der Fakultät Maschinenbau an der Hochschule Esslingen und hat jetzt seine Promotion erfolgreich abgeschlossen. Seine Dissertation trägt den Titel „Entwicklung und Evaluierung eines nutzerzentrierten Assistenzsystems zur Unterstützung von leistungsgeminderten Mitarbeitern bei manuellen Kommissioniertätigkeiten“. Als Gutachter wirkten Prof. Dr.-Ing. habil. Prof. h.c. Peter Kurtz, Leiter des Fachgebiets Arbeitswissenschaft in der Fakultät für Maschinenbau der TU Ilmenau und Prof. Dr.-Ing. Thomas Hörz von Seiten der Hochschule Esslingen.

Im Rahmen der Forschungsarbeiten widmete sich Bächler den aktuellen Herausforderungen der Lebens- und Arbeitswelt des 21. Jahrhunderts insbesondere hinsichtlich der Anforderungen an Werkstätten für behinderte Menschen.

Im komplexen intralogistischen Tätigkeitsfeld der manuellen Kommissionierung werden derzeit sowohl auf dem ersten Arbeitsmarkt als auch in den Werkstätten kaum leistungsgeminderte Mitarbeiter eingesetzt. In diesem Zusammenhang stellen informationstechnische und kognitive Assistenzsysteme einen zukunftsträchtigen und erfolgversprechenden Ansatz zur Anleitung, Unterstützung und Kontrolle von manuellen Industrieprozessen dar.

Den Weg zu einem solchen System verfolgte der Wissenschaftler in seiner Doktorarbeit.
Die nutzerzentrierte Entwicklung und prototypische Umsetzung bis zur praktischen Evaluierung eines funktionsfähigen und ergonomischen Assistenzsystems für die Unterstützung von leistungsgeminderten Mitarbeitern bei der manuellen Person-zur-Ware-Kommissionierung war das Ziel, das sich Bächler im Rahmen seiner Promotion vorgenommen hatte.

Er lieferte damit einen wichtigen Beitrag zur Ermöglichung der Teilhabe an Arbeit sowie der daraus resultierenden Förderung der Persönlichkeit von Menschen mit Behinderung und eine Antwort auf die vielfältigen und weiter steigenden Anforderungen an Werkstätten.

Darüber hinaus entwickelte er mit seiner Vorgehensweise und Struktur eine konzeptionelle Vorlage für die aufgabenorientierte und nutzergerechte Gestaltung von weiteren Assistenzsystemen in der industriellen Anwendung, wie z.B. bei der Montage oder der Verdrahtung von Schalt- und Steuerungsanlagen.

Die Arbeit setzt sich zu Beginn mit aktuellen technischen, politischen und institutionsspezifischen Rahmenbedingungen auseinander und betrachtet diese hinsichtlich der Nutzergruppe der leistungsgeminderten Mitarbeiter. Auf Grundlage einer Analyse des Arbeitsprozesses und der Nutzergruppe wurden Anforderungsprofile von Seiten des Prozesses, der zukünftigen Nutzer und der Technik erstellt. Daraus ließen sich Zielsetzungen für die Konzeption und Entwicklung des nutzerzentrierten Assistenzsystems ableiten und der Kommissionierprozess spezifizieren.

In der Arbeit wird die hardware- und softwareseitige Konzeption und Entwicklung der einzelnen Funktionseinheiten und des Anleitungssystems dargelegt und abschließend der Aufbau und die Funktionsweise wissenschaftlich evaluiert.

Bächler hat an der Hochschule Esslingen zunächst Maschinenbau studiert und mit dem Bachelor of Engineering abgeschlossen, anschließend seinen Master of Engineering (Mechanical Engineering and International Sales Management) an der Hochschule Konstanz absolviert bevor er als Projektleiter beim Stihl-Sägekettenwerk in Wil (Schweiz) seine erste Ingenieurstelle antrat.

2013 wechselte Bächler als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsprojekt motionEAP wieder an die Hochschule Esslingen, um dort seine Promotion in Kooperation mit der Universität Ilmenau und der Hochschule Esslingen durchzuführen.

Die Fakultät Maschinenbau gratuliert Dr.-Ing. Andreas Bächler sehr herzlich zum erfolgreichen Abschluss des Promotionsverfahrens und wünscht ihm für die weitere Karriere alles Gute.

Seine Dissertation ist unter http://opac.lbs-ilmenau.gbv.de/DB=1/XMLPRS=N/PPN?PPN=896781216 verfügbar.