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Rosige Aussichten für IT-Absolventen

IT-Fachkräfte verdienen immer besser. Das stellt die Kienbaum Consultants International GmbH, Gummersbach, in ihrem neuen Vergütungsreport 2014 fest. Grund für den Anstieg der Gehälter ist der anhaltende Mangel an IT-Fachkräften.

Deutsche Unternehmen haben die Gehälter ihrer IT-Mitarbeiter erneut erhöht. Die Grundvergütung stieg zwischen 2013 und 2014 um durchschnittlich knappe 3 Prozent. Der bestehende positive Trend setzt sich bei der Vergütung von IT-Fachkräften weiter fort. Im Vorjahr stiegen die Gehälter um durchschnittlich 3,4 Prozent. Eine Trendwende ist nicht in Sicht. 

Der Standort eines Unternehmens ist dabei ein maßgeblicher Faktor bei der Höhe der Vergütung. Die Gehälter stiegen in den Ballungsräumen am höchsten. Historisch bedingt sind im Ost-West-Vergleich die Gehälter in östlichen Regionen auf einem niedrigeren Niveau.

Bei den IT-Führungskräften liegt die Gesamtvergütung im Schnitt bei 115.000 Euro, bei den IT-Spezialisten sind es rund 64.000 Euro. IT-Datenbankdesigner sind mit durchschnittlich 80.000 Euro die Spitzenverdiener unter den IT-Fachkräften. Leiter der Anwendungsentwicklung erhalten mit 118.000 Euro das höchste Gehalt unter den IT-Führungskräften.

In Deutschland fehlen IT-Experten. Das beklagt auch BITKOM-Präsident Dieter Kempf in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung vom 14.03.2014. BITKOM ist ein IT-Berufsverband und vertritt zahlreiche IT-Unternehmen und Direktmitglieder. BITKOM ist das Sprachrohr der IT-, Telekommunikations- und Neue-Medien-Branche. 

Kempf sagt weiter: "Die Berufschancen im IT-Bereich sind ausgezeichnet. In den vergangenen vier Jahren sind mehr als 80.000 neue Stellen entstanden, und auch in diesem Jahr gibt es voraussichtlich wieder mehr als 10 000 zusätzliche Jobs. Hinzu kommt: Seit Jahren fehlen in Deutschland IT-Experten. Derzeit gibt es 39.000 offene und schwer zu besetzende Stellen. Was für die Unternehmen eine echte Belastung bedeutet, ist für gut ausgebildete Berufseinsteiger oder Jobwechsler eine hervorragende Chance auf eine interessante Tätigkeit mit ausgezeichneter Perspektive.".

Kempf sieht zwei Möglichkeiten, den IT-Fachkräftemangel zu mildern.

Zum einen ist der Frauenanteil unter den IT-Fachkräften mit rund 14 Prozent definitiv noch immer viel zu niedrig. Kempf sieht hier ein deutliches Potenzial an IT-Fachkräften. Er stellt fest: "Entscheidend ist, dass Mädchen schon in der Schule für Informatik interessiert werden. Der Frauenanteil steigt bereits und lag zuletzt bei den Erstsemestern in der Informatik bei etwa 22 Prozent.".

Zum anderen beklagt der BITKOM-Präsident immer wieder die hohen Abbrecherquoten an den Hochschulen. Er fordert: "Dagegen muss man etwas tun, und dagegen kann man etwas tun. Fordern und Fördern muss an den Hochschulen in eine bessere Balance gebracht werden. Wir müssen weg von der Kultur des Herausprüfens, hin zu einer Kultur des fordernden Förderns. Technische Studiengänge gehören zu den schwierigsten. Zu oft aber werden in Pflichtnebenfächern künstliche Hürden aufgebaut, an denen so mancher, der das Zeug zu einem guten Informatiker hat, ohne Not scheitert.".

An der Gesamtsituation wird sich so schnell nichts ändern. IT-Absolventen sehen also weiterhin rosigen Zeiten entgegen.

Quellen:
MFG Innovationsagentur für IT und Medien: IT Fachkräfte verdienen immer besser

Interview Süddeutschen Zeitung mit BITKOM-Präsitent Kempf
Kienbaum Consultants International GmbH