Startschuss für den Gesundheitscampus Tübingen-Esslingen

Die Hochschule Esslingen mit ihrer Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege hat große Pläne: Am Mittwoch hat die Hochschule den Startschuss für einen Gesundheitscampus Tübingen-Esslingen gegeben. Zusammen mit der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen und dem Universitätsklinikum Tübingen geht die Fakultät dieses besondere Projekt an.

Symbolische Schlüsselübergabe: Rektor Prof. Dr. Christian Maercker, Prof. Dr. Stephan Zipfel (Uni Tübingen), Dekanin Prof. Dr. Astrid Elsbernd und Pflegedirektor Klaus Tischler (Uniklinikum Tübingen) - von links.

Esslingens OB Dr. Jürgen Zieger übermittelte persönlich die Glückwünsche.

Viele Gäste aus Esslingen und Tübingen waren vor Ort.

In der Mettinger Straße 131 finden voraussichtlich ab nächstem Wintersemester Vorlesungen statt. Fotos: Hochschule

Der Gesundheitscampus ist in der Esslinger Weststadt angesiedelt. Auf rund 500 Quadratmetern werden hier ab dem Wintersemester 2018/2019 Studierende in ganz neuen Studiengängen unterrichtet.                            

Die Partner aus Tübingen und Esslingen richten gemeinsam vier neue berufsqualifizierende Studiengänge für Gesundheitsberufe ein. Dies sind im Einzelnen:

  • Der Bachelorstudiengang „Pflege“ an den Standorten Tübingen und Esslingen mit insgesamt 60 Studienplätzen. Der Studiengang wird voraussichtlich im Wintersemester 2018/2019 starten.
  • Der Masterstudiengang „Pflegewissenschaft“ am Standort Esslingen.
  • Der Masterstudiengang „Population Based Medicine“ am Standort Tübingen.
  • Der Bachelorstudiengang „Hebammenwesen“ am Standort Tübingen.

Das Besondere daran: Die neuen Bachelorstudiengänge sollen ausnahmslos ohne vorherige Ausbildung beruflich qualifizieren und zu einer Zulassung in Gesundheits- und Pflegeberufen führen. Die Hochschule Esslingen bietet bereits seit 1999 die Bachelorstudiengänge Pflege/Pflegemanagement und Pflegepädagogik an, die allerdings eine abgeschlossene Berufsausbildung etwa als Gesundheits- und Krankenpflegerin oder Hebamme voraussetzen.

Bundesweit ein einmaliges Modellprojekt

Der Esslinger Hochschulrektor Prof. Dr. Christian Maercker sagte bei der Eröffnung des neuen Campus: „Für unsere Hochschule hat der Gesundheitscampus eine besondere Bedeutung - wir sind stolz auf diese Kooperation. Die Hochschule Esslingen hat hohe Kompetenz in der angewandten Lehre und Forschung bei der Pflege, die Universität und das Uniklinikum Tübingen bringen ihre exzellenten medizinischen Fachkenntnisse ein. Wir haben hier ein ganz besonderes Modellprojekt angestoßen, dass es so noch nicht gibt.“

Dass eine Hochschule für angewandte Wissenschaften mit einer Universität und einem Uniklinikum zusammenarbeitet und beruflich qualifizierende Studiengänge in den Gesundheitsberufen anbietet, ist auch ein bundesweit erstmalig entwickeltes Studienmodell.

Pflegeberuf auf hochschulischem Niveau erlernen

Prof. Dr. Astrid Elsbernd, Dekanin der Fakultät Soziale Arbeit, Gesundheit und Pflege an der Hochschule Esslingen: „Dieser neue primärqualifizierende Pflegestudiengang ermöglicht Studierenden, den Pflegeberuf auf einem hochschulischen Niveau zu erlernen und zu vertiefen und so eine wissenschaftlich fundierte Ausbildung zu erlangen. Dies ist vor dem Hintergrund der immer komplexer werdenden Anforderungen an die Pflegenden zwingend nötig: Aktuelles pflegerisches Fachwissen gelangt so zuverlässig in die Praxis.“

Wachsender Bedarf in den Gesundheitsfachberufen

„Mit den neuen Studiengängen reagieren wir auf den wachsenden Bedarf in den typischen Gesundheitsfachberufen“, sagte Prof. Dr. Stephan Zipfel,  Studiendekan der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen: „Zudem ist das medizinische Fachwissen, über das insbesondere Pflegerinnen und Pfleger in Krankenhäusern der Maximalversorgung verfügen müssen, in den letzten Jahrzehnten derart angewachsen, dass in vielen Fällen die klassische Berufsausbildung an ihre Grenzen stößt.“

Pressefoto:

Symbolische Schlüsselübergabe: Rektor Prof. Dr. Christian Maercker, Prof. Dr. Stephan Zipfel (Uni Tübingen), Dekanin Prof. Dr. Astrid Elsbernd und Pflegedirektor Klaus Tischler (Uniklinikum Tübingen) - von links. Foto: Hochschule