Baden-Württemberg: Vom Automobilland zum Mobilitätsland

Die Chancen und Herausforderungen der Verkehrswende standen kürzlich im Mittelpunkt des vierten Vortrags in der Veranstaltungsreihe „Gesellschaft im Wandel – Auf die Plätze – fertig – mobil!?“

Rektor Christian Maercker begrüßte herzlich zum Vortrag des Verkehrsminister. Die Stiftung TÜV Süd fördert das Studium Generale an der Hochschule.

Minister Hermann referierte über die Chancen und Herausforderungen der Verkehrswende.

Interessiert lauschten die Zuhörer den Ausführungen des Verkehrsministers. Fotos: Hochschule

Zu Gast war Winfried Hermann, Minister für Verkehr in Baden-Württemberg. In seinem Vortrag hat er über die Mobilität von morgen gesprochen. Megatrends wie Klimawandel und Digitalisierung stellen unsere Mobilität vor große Herausforderungen. Dies bietet aber auch Chancen – wo stehen wir? Und was tut die Landesregierung, um die Mobilität von morgen zu gestalten?

Der aktuellen Problematik wie Stau, Feinstaubalarm und Lärmbelästigung, kann sich niemand entziehen. „Es sollte jedem klar sein, dass man nicht mehr an den alten Werten festhalten kann, sondern eine Region entstehen muss, die klima- und umweltverträglich ist und die die Lebensqualität der Menschen sichert“, erklärte der Verkehrsminister den rund 120 Zuhörern.

Änderung muss in den Köpfen stattfinden

Das Mobilitätsverhalten der Menschen verändert sich. Immer mehr Menschen nutzen umweltfreundliche Verkehrsmittel. Die Geschichte des Autos muss daher neu geschrieben werden, findet Winfried Hermann. Nicht mehr Spaß am Fahren und individuelle Freiheit, sondern Du wirst gefahren, kannst lesen, arbeiten und kommst sicher an.

„Nicht nur in den Köpfen der Menschen muss sich etwas ändern“, meinte der Minister, „sondern auch die Städte und Regionen müssen entsprechende Angebote machen“. Städte wie zum Beispiel Freiburg haben vor 20 Jahren angefangen, die Stadt nachhaltig zu entwickeln. Der Anteil der Verkehrsart wurde deutlich verändert, zu mehr umweltfreundlichem Verkehr. So bestreiten 16% der Bürger Freiburgs ihre Wege mit öffentlichen Verkehrsmitteln, 21% nutzen das Auto, 29% laufen und 34% fahren mit dem Fahrrad.

Pionierregion für nachhaltige Entwicklung

„Wir stehen vor der Aufgabe, Baden-Württemberg vom Automobilland zum Mobilitätsland zu entwickeln“, so Minister Hermann. Das Land hat hierfür eine ganze Reihe von Maßnahmen geplant, beispielsweise den ÖPNV landesweit deutlich auszubauen.

Auch der Bereich der Elektromobilität muss weiterentwickelt werden, dabei insbesondere das Netz der Lade-Infrastruktur. „Bis zur nächsten Ladesäule dürfen es nicht mehr als 10 Kilometer sein“, stellte Hermann fest. Zum Abschluss des Abends appellierte er an die Zuhörer, „sich selber zu fragen, welche Wege man tatsächlich mit dem Auto machen muss und welche nicht.“

Von: Myriam Im Wolde