26. April: Kolloquium der Fakultät Grundlagen

Beim 35. Kolloquium der Fakultät Grundlagen stellen die beiden Referenten Dr. Mathias J. Krause und Dr. Jürgen Kraut ihre Forschungsprojekte vor. Beide haben technische Verfahren genutzt, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu erlangen. Kraut forschte mit einem Rasterelektronenmikroskop und Krause mittels Strömungssimulation. Im Rahmen der Veranstaltung erhält außerdem der Gewinner des Mathematik-Wettbewerbs der Fakultät Grundlagen seinen Preis.

Wenn es kritisch oder teuer zu werden droht, bereichern Simulationen die Forschung.

Referent Dr. Mathias J. Krause ist Leiter der Lattice Boltzmann Research Group am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Er zeigt auf, wie teure oder kritische Experimente durch Simulationen ergänzt werden können, wenn mathematische Modellierung, Numerik und Hochleistungsrechner zusammenwirken. Selbst Vorgänge, die experimentell nicht abgebildet werden können, wie z.B. Wetter-vorhersagen, werden dadurch möglich.

Der Vortrag ist eine Reise, die mit der Modellierung eines Atemvorgangs beginnt, durch die Simulations-methode (Lattice Boltzmann Methode) und Software-entwicklung führt und in einer Visualisierung der Simulationsergebnisse mündet. Das Vorhaben wird getragen von der Motivation, Ursachen für Atem-beschwerden aufspüren zu wollen, bzw. operative Eingriffe im Atemtrakt besser planen zu können. Darüber hinaus werden weitere Anwendungsfelder der Strömungssimulation vorgestellt. Grundlage für die komplexen Berechnungen ist das Softwarepaket OpenLB, das von Wissenschaftlern der Lattice Boltzmann Research Group mitentwickelt wird.

Dr. Kraut untersucht die Zusammensetzung antiker Münzen, ohne sie zu beschädigen

Den zweiten Vortrag hält Dr. Jürgen Kraut. Er arbeitet seit 2001 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Labor Rasterelektronenmikroskopie und Mikroanalyse der Fakultät Grundlagen. Begleitend zu einer Ausstellung von Paduaner-Medaillen des 16. Jahrhunderts am Historischen Museum Basel wurden dort ausgewählte Exemplare untersucht. Die Medaillen imitieren Münzen des Römischen Reiches, entsprechend der aufkommenden Antikenbegeisterung der Renaissance. Es wurde untersucht, inwieweit auch die Metallzusammensetzung und die Herstellungstechnik den antiken Vorbildern entsprach. Besonders der Frage, wie die sehr hohen und detaillierten Reliefs der Medaillen technisch ausführbar waren, wurde nachgegangen. In Einzelfällen wird die Überprägung originaler römischer Münzen vermutet. Lässt sich das anhand von Analysen belegen?

Die Veranstaltung findet am Mittwoch, 26.04.2017 um 17 Uhr s.t. in der Aula der Hochschule Esslingen, Flandernstraße 101 statt.