Wer an der Hochschule Esslingen studiert, muss ordentlich ran und darf nicht bummeln - daran ist nicht zu rütteln. Doch für die Studierenden gibt es auch noch ein Leben außerhalb der Hörsäle und Labors: Neben dem Büffeln braucht es eben auch Zeit, um sich wieder ein wenig aufzulockern.
Traditionell ist das Café Einstein der richtige Ort, wo sich die Studierenden aller Fakultäten am Hochschulstandort Esslingen-Stadtmitte treffen können. Bei einem Schluck Kaffee oder einer Cola lässt es sich nun mal leichter miteinander reden und vom Vorlesungsstress abchillen. Dass dies nun in flotter Atmosphäre und in einem großzügigen Rahmen möglich ist, ist einer ganzen Reihe besonders engagierter Studenten zu verdanken.
Ende Januar 2012 war es endlich so weit: Das neue Café Einstein konnte eingeweiht werden. Rektor Prof. Dr. Bernhard Schwarz fand bei seiner Ansprache lobende Worte: „Das neue Café Einstein ist wirklich schick geworden. Wir sollten aber nicht vergessen, dass darin eine Menge Arbeit von Seiten unserer Studierenden drinsteckt. Dass sich eine Gruppe unserer Ingenieurstudenten über mehrere Jahre so intensiv um die Ausgestaltung des Cafés gekümmert und ehrenamtlich so viel Zeit dafür geopfert hat - das ist schon bemerkenswert! Denn das Studium allein fordert ja auch schon ganz schön Kraft.“
Der lange Weg zum heutigen Café Einstein wurde den Gästen von den beiden Studenten Daniel Hess und Benjamin Schmid in einem bebilderten Vortrag geschildert. Sie machten deutlich, dass es nicht nur um handwerkliche Arbeiten wie zum Beispiel das Streichen der Wände oder den Bau der großen Bar ging: Genauso wichtig war es, dass das Café Einstein richtig geplant und mit den Werkzeugen des versorgungstechnischen Projektmanagements vorangebracht wurde. Da ging es etwa um den Brandschutz und um die Gebäudetechnik – vom Strom über das Wasser und die Beleuchtung bis hin zu vielen organisatorischen Fragen. Denn es galt ja auch zu verhindern, dass das Café Einstein zwischen den Mühlsteinen der Bürokratie zermahlen wurde. Die Studierenden waren froh darüber, dass die Hochschulleitung ihren Aktivitäten gegenüber aufgeschlossen war.
Das frühere Café Einstein war unterhalb der "Aula Stadtmitte" untergebracht - mit viel Platz, aber einer kellerartigen Atmosphäre, die nicht unbedingt erstklassig war. Vor einigen Jahren wurde entschieden, dass dieser Raum als Serverraum des expandierenden Rechenzentrums der Hochschule Esslingen genutzt werden solle. Deshalb war ein Umzug des Café Einstein in einen provisorischen, nur ein Drittel so großen Raum ein Stockwerk höher angesagt. Doch dieses Provisorium erwies sich als ziemlich langlebig – volle fünf Semester lang. Und es hätte noch länger gedauert, wenn die Studierenden - nach geduldigem Warten - die Sache nicht selbst in die Hand genommen hätten.
So wurde z. B. im Sommersemester 2010 eine große "Campus-Party" veranstaltet, um mit dem Erlös einen soliden Grundstock zur Finanzierung von Eigenaufgaben zu bekommen. Außerdem wurde eine "Good-Will-Info-Veranstaltung" organisiert - im zugeteilten, aber kahl gebliebenen Raum. Jeder, der es wollte, konnte sich da ein Bild von der Situation machen, und so mancher Mitstudent, der sich bisher abseits gehalten hatte, wurde gleichsam wachgerüttelt. Und so bleibt es jetzt nicht bloß beim Einsatz einiger weniger Studierender, sondern es sind inzwischen 35 bis 45 Studierende, die mithelfen, das Café Einstein im laufenden Betrieb zu betreuen.
Dabei geht es mit Sicherheit nicht langweilig zu. Denn im Café Einstein fühlen sich die Studierenden aller Fakultäten und Studiengänge wohl: Das Café ist zur Plattform für einen fakultätsübergreifenden Erfahrungs- und Meinungsaustausch geworden. Die studentischen „Macher“ planen auch so was wie Kulturveranstaltungen: Sie haben beispielsweise zur Hochschule für Medien Stuttgart und zur Filmakademie Ludwigsburg ganz gute Kontakte. Es ist auch daran gedacht, dass begabte Studierende ihre musikalischen und literarischen Erstlingswerke im Café Einstein vorstellen können. Und das gesellige Zusammentreffen soll auch nicht zu kurz kommen: bei den Fakultäts-Stammtischen, Filmveranstaltungen, Musiksessions, Hochschulveranstaltungen wie Tag der offenen Tür und und und …
Wie es zum Namen „Café Einstein“ kam, berichtete bei der Einweihungsfeier Rektor Schwarz: Offenbar hatten Studierende der früheren Staatlichen Ingenieurschule in den fünfziger Jahren einen Brief an Albert Einstein geschrieben haben, in dem sie ihn wegen eines kniffligen technisch-naturwissenschaftlichen Problems um Rat gefragt hatten. Und Einstein hatte den Brief tatsächlich beantwortet - auf Deutsch übrigens.
Bilderunterschrift: Zufriedene Mienen: Das neue Café Einstein ist zum schicken Treffpunkt für die Studierenden geworden
Bilder: Hochschule Esslingen AStA-Archiv

