Neubau ist Forschungsobjekt und Laborgebäude zugleich

Die Staatssekretärinnen Gisela Splett (Finanzministerium) und Petra Olschowski (Wissenschaftsministerium) haben der Hochschule Esslingen am Freitag, 30. Juni, ein neues Laborgebäude für die Fakultät Gebäude-Energie-Umwelt übergeben.

Symbolische Schlüsselübergabe: Baudirektor Hölting, Staatssekretärinnen Splett und Olschowski, Rektor Maercker und OB Zieger (von links).

Ungewöhnliche Architektur von vorne an der Mühlstraße...

...und von hinten.

Noch sind die Räume unbewohnt und lassen den Blick auf die Technik frei.

Kunst am Bau von der Künstlerin Sarah Huber aus Stuttgart. Fotos: Hochschule und Achim Birnbaum/Finanzministerium

„Die Fakultät Gebäude-Energie-Umwelt hat es sich zur Aufgabe gemacht, Lösungen zu finden, wie Gebäude nachhaltiger, effizienter und wirtschaftlicher gebaut und betrieben werden können. Wir freuen uns, dass wir im neuen Laborgebäude noch bessere Forschungs- und Lehrmöglichkeiten haben“, sagte Hochschulrektor Prof. Dr. Christian Maercker.

Er betonte, dass die Energiewende die saisonale Speicherung regenerativer Energien notwendig mache. Mit dem neuen Laborgebäude könne die Fakultät den Studierenden die in diesem Kontext benötigten Technologien, wie etwa die Kraft-Wärme-Kopplung, besser vermitteln und zugleich neue Lösungen für die Energiewende erforschen und entwickeln. „Damit wird die Hochschule noch attraktiver für Studien-Bewerberinnen und -Bewerber, um den dringend benötigten Ingenieurnachwuchs in diesem Bereich sichern zu können“, so der Rektor.

Besonders energieeffizientes Gebäude

Das neue Laborgebäude bietet auf 1400 Quadratmetern Raum für moderne Labore und 35 neue Laborprüfstände. Auch das Gebäude selbst wird zum Forschungsobjekt. „Bislang waren die Labore unserer Fakultät über den Campus verteilt. In unserem neuen Fakultätsgebäude können wir die Laborprüfstände als ein Gesamtsystem in Interaktion mit dem Gebäude darstellen“, sagte der Dekan der Fakultät Prof. Dipl.-Ing. Gerhard Fetzer.

So wird den Studierenden und Forschenden neben den Versuchsaufbauten auch die IT-Infrastruktur mit den Geräten der Gebäudeautomation und den Einrichtungen zum energetischen Monitoring des Gebäudes als Forschungs- und Lehrobjekt zur Verfügung stehen. Dabei lernen und lehren die Esslinger an einem Paradebeispiel der Energieeffizienz und der Nachhaltigkeit: Das Laborgebäude wird durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) als nachhaltiges Gebäude zertifiziert. Dabei wird das DGNB-Zertifikat in Gold angestrebt.

Neue Klimakammer und neuer Hallraum

Im neuen Gebäude wird es zahlreiche Geräte zur Erzeugung von Wärme und Strom geben. Ebenso Prüfstände für Brennstoffzellen, Kältemaschinen und Wärmepumpen, die im Verbund mit dem über 30 Kubikmeter fassenden Wärmespeicher und einem Eisspeicher betrieben werden können. Neu ist auch eine Klimakammer zur Visualisierung der Raumluftströmung und ein Hallraum zur Untersuchung der Geräuschentwicklung von beispielsweise raumlufttechnischen Geräten.

Das Gebäude selbst ist dabei so ausgeführt, dass die empfindlichen Wärmemessungen praktisch nicht durch einfallendes Licht und Wärmestrahlung verfälscht werden können.

Gesamtkosten von 6,8 Millionen Euro

An den Gesamtkosten des Neubaus in Höhe von 6,8 Millionen Euro trägt das Land Baden-Württemberg 3,3 Millionen Euro. Der Rest stammt aus Eigenmitteln der Hochschule.