Hochschul-Musical begeistert Publikum

Ein Crimical über die 20er Jahre in Berlin – das versprachen SING_UNI und Pep-Band in ihren Ankündigungen. Was das Publikum erwartete, war ein fulminanter Abend mit Tempo, feinsinnigem Humor und viel mitreißender Musik.

Beni Holzinger als Erich im Duett mit Felix Kalka als jugendlicher Schwerenöter (von links).

Die Sing_Uni begeisterte das Publikum.

Katrin Vogelmann als Geschäftsführerin Anna Leibe.

Kathrin Pontz als resolute Bardame. Fotos: Hochschule

Schon zum zweiten Mal wurde eine Eigenproduktion auf die Bühne gebracht, die maßgeschneidert für dieses Ensemble aus Big-Band und 13-köpfigen Chor sowie Solisten war.

Das Musical portraitierte sowohl das berühmte Berliner Leben, zog aber auch Parallelen zur heutigen Zeit. Den Schwaben Erich zieht es in die große weite Welt. Seine Nichte Sophie möchte er in Berlin besuchen, doch er wird überfallen, steht plötzlich ohne Geld und Papiere da. Er begegnet illustren Menschen im Haus Vaterland, einem Vergnügungspalast. Katrin Vogelmann spielte souverän die Geschäftsführerin Anna Leibe, ihr Solo „Irgendwo auf der Welt“ klang den Zuhörern noch lange im Ohr.

Burschikose Bardame und Schwerenöter

Eine burschikose Bardame gab Kathrin Pontz zum Besten, die mit  „Ich weiß, es wird einmal ein Wunder geschehen“ das Publikum in ihren Bann zog. Felix Kalka bestach in seiner Doppelrolle als Polizist und jugendlicher Schwerenöter und konnte in Songs wie „Ich brech die Herzen der stolzesten Frau’n“ sängerisch und schauspielerisch überzeugen.

Beni Holzinger alias Erich war sicher der professionellste unter den Sängern. Er brachte den mit sich hadernden, bisweilen auch überschwänglich glücklichen Erich in vielen schauspielerischen und sängerischen Nuancen auf die Bühne. Im Duett glänzte er mit Mareike Maier in Karel Gotts „Einmal um die ganze Welt“ – gesungen mit hinreißendem Schmelz und sensibler Bandbegleitung.

Annika Hay sang mit ihm „Für Dich soll‘s rote Rosen regnen“, welches mit großem Szenenapplaus bedacht wurde. Eine Überraschung war die von Sina Rzesnitzek dargestellte Apothekerin, die den Drogenhandel hätte durchführen sollen, sie brachte mit „Aber sonst gesund“ einen neuen Sound und eine ungeahnte Wendung in die Geschichte. 

Autor Florian Ladenburger als Erzähler

Autor Florian Ladenburger spielte als Erzähler eine vielschichtige Rolle mit Bravour, nicht ohne in „Der Mörder ist immer der Gärtner“ auch seine sängerischen Qualitäten zu zeigen.

Steffi Bade-Bräuning brachte für diesen Abend die musikalischen Ressourcen der Hochschule mit großem Erfolg zusammen. Ihre maßgeschneiderten Arrangements brachten die Klänge der Instrumente und Stimmen zum Leuchten. Die Pep-Band glänzte mit rhythmischer Präzision und ausgeglichenem Sound. Das Publikum im voll besetzten Haus dankte mit lang anhaltendem Applaus.