Sozialarbeit an Schulen ist ein Mittel gegen Diskriminierung

Ein Forschungsprojekt der Hochschule Esslingen erarbeitet Vorschläge dazu. In einem Zukunftscafè haben Schulen, Jugendliche, Eltern und Schulsozialarbeit über die nächsten Schritte diskutiert. Ab Oktober sollen Handlungsempfehlungen vorliegen.

Bunt ist gut: Doch was lässt sich tun, damit Diskriminierung in Schulen keinen Platz hat? Foto: By studio - Fotolia.com

Kürzlich waren Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, Schulleitungen, Eltern, Mitarbeiter der Jugendhilfe und Verwaltung auf den Schulcampus Nellingen eingeladen. Gemeinsam wollten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutieren, wie ungerechtes und verletzendes Handeln an Schulen noch besser vermieden werden kann und welche Unterstützung Schulsozialarbeit dabei leisten kann.

Bei diesem Zukunftscafé im Rahmen des Forschungsprojekts „Schulsozialarbeit als Antidiskriminierungs­instrument“ (SalsA), das von der Hochschule Esslingen in enger Kooperation mit dem Kreisjugendring Esslingen e.V. und seiner Kinder- und Jugendförderung Ostfildern (KiJu) realisiert wird, rauchten die Köpfe der etwa 35 Teilnehmenden.

Auf Grundlage der bisherigen Forschungsergebnisse des Projekts aus Befragungen an Schulen in Ostfildern sowie Analysen der Rechtslage wurde viele Fragen angeregt diskutiert und ganz verschiedene Ideen gesammelt: Was ist eigentlich Diskriminierung? Was können die verschiedenen Personen in und an Schulen dagegen tun? Was braucht es dafür an unterstützenden Maßnahmen? Wie kann eine wertschätzende Schulkultur geschaffen und gelebt werden?

Erste Vorschläge liegen bereits auf dem Tisch
Die Palette der entwickelten Vorschläge reicht von Beratungs- und Fortbildungsangeboten für Lehrkräfte und SchülerInnen, über zusätzliche Anlaufstellen und runde Tische, bis hin zu gemeinsamen Aktivitäten zur Verbesserung des Klassenklimas.

Deutlich wurde: Es gibt schon viele gute Ansätze, Projekte und Praxen. Dennoch zeigten sich der Bedarf und das Interesse der Beteiligten, am Thema Diskriminierungsschutz weiterzuarbeiten. Die Schulsozialarbeit ist aufgrund der Möglichkeiten, die sie dafür bietet, aus den Schulen nicht mehr wegzudenken - trotz ihres erst kurzen Bestehens an manchen Schulen. Dies unterstrichen auch die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler.

Aus all diesen Erkenntnissen werden nun Handlungsempfehlungen für die bessere Verankerung von Diskriminierungsschutz an Schulen und die Profilschärfung der Schulsozialarbeit entwickelt, die am Projektende von „SalsA“ im Oktober 2015 EntscheidungsträgerInnen in Ostfildern sowie im Land Baden-Württemberg und der Öffentlichkeit präsentiert werden sollen.

Förderung aus dem Wissenschaftsministerium für ein "Innovatives Projekt"
Das "Innovative Projekt“ wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gefördert. Die wissenschaftliche Projektleitung liegt bei Prof. Dr. Bettina Müller und Prof. Dr. Regine Morys von der Hochschule Esslingen sowie Prof. Dr. Susanne Dern von der Hochschule Fulda. Marc Holland-Cunz ist wissenschaftlicher Projektmitarbeiter.

Björn Beyer und Doreen Löwenberg von der Kinder- und Jugendförderung Ostfildern als Trägerin der Schulsozialarbeit begleiten und koordinieren das Projekt vor Ort.

Von: Marc Holland-Cunz